Ministerpräsident Daniel Günther
eröffnete MarktTreff Nr. 40 auf der
Hallig Hooge

H a l l i g  H o o g e  MT 05.07.2019 – Ministerpräsident Daniel Günther hat auf der Hallig Hooge den 40. MarktTreff in Schleswig-Holstein offiziell eröffnet. Damit gibt es nun einen ganz besonderen MarktTreff auf der Hanswarft der Hallig mitten im Wattenmeer – für die 107 „Halliglüüd“ mit rund 90.000 Tagesbesuchern und Feriengästen im Jahr.

Kaufmann Ove Lück, Ministerpräsident Daniel Günther, Marktleiter Lars Sönnichsen, Bürgermeisterin Katja Just und ihr Stellvertreter Michael Klisch am Eingang des neuen MarktTreff-Ladens (v. l. n. r.)

„Wenn es den Halligen gut geht, geht es auch dem Rest Schleswig-Holsteins gut.“ Was Ministerpräsident Daniel Günther bei der offiziellen Eröffnung des MarktTreffs Hallig Hooge herausstellte, lässt sich nun vor Ort live erleben. Die Lebens- und Erlebnisqualität inmitten des Nationalparks Wattenmeer ist durch den neuen MarktTreff deutlich gesteigert: mit Einkaufsladen, Treffbereich mit Ausstellung, medizinischem Versorgungsraum (zukünftig mit telemedizinischer Anbindung) und drei Wohnungen, die zum Teil als Schutzraum für die Halligbewohnerinnen und -bewohner dienen.

„Der MarktTreff ist eine wichtige Einrichtung, um Menschen zusammenzuführen, einen Ort der Begegnung zu schaffen“, sagte der Ministerpräsident. „Einen Ort, wo man Lebensmittel einkaufen kann, wo man Kultur genießen kann, wo man sich einfach auch treffen kann, wo man medizinische Versorgung sicherstellt. Das ist etwas, wofür wir sehr, sehr gern Geld zur Verfügung stellen.“ Er hoffe, dass das Zentrum auch wirklich genutzt werde. „Jetzt liegt es an uns, den Halligleuten“, so Bürgermeisterin Katja Just, „dieses Projekt mit Leben zu füllen und dieses Gebäude zu einem Haus der Begegnung, einem lebendigen Marktplatz werden zu lassen.“ 

Multifunktionales Dorfzentrum: der neue MarktTreff Hallig Hooge
Halligkaufmann Ove Lück ist in den neuen MarktTreff umgezogen.
Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen, Bürgermeisterin Katja Just, Amtsvorsteher Dr. Norbert Nieszery und Altbürgermeister Matthias Piepgras (v. l. n. r.)
Bürgermeisterin Katja Just und Projektleiterin Annemarie Lübcke (rechts) während der Eröffnungsfeier

Michael Klisch, stellvertretender Bürgermeister, betonte, dass der Weg von 2013 bis heute zum Teil nicht einfach gewesen sei. „Wenn ich versuche diese sechs Jahre Revue passieren zu lassen, dann fallen mir viele Unwägbarkeiten ein, aber auch lehrreiche Erfahrungen und ebenso positive Überraschungen und Erlebnisse.“ Trauriger Höhepunkt war dabei ein Sturm im April 2018, der Teile des Rohbaus zum Einsturz brachte. Doch die Halligbewohner auf Hooge ließen sich davon nicht aus der Bahn werfen.

 Zahlreiche Informationsveranstaltungen für die Gemeindevertretung und die Halligbewohner seien in der Planungsphase – auch mit externer Expertise –notwendig gewesen. Klisch: „Die Einbindung von Architekten und Fachbehörden führte schließlich zu einer aufregenden Ausschreibung, da es nicht so einfach war, bei der jetzigen Konjunkturlage im Baugewerbe Firmen zu finden, die auf einer Hallig arbeiten wollen. Denn natürlich ist dies immer mit einem erhöhten Aufwand und deutlich mehr Organisation für die Firmen verbunden.“

 Der Spatenstich für den Neubau erfolgte am 20. April 2017 unter Federführung des damaligen Bürgermeisters Matthias Piepgras gemeinsam mit dem damaligen Umweltminister Robert Habeck. Um dem Meeresspiegelanstieg in der Nordsee auf der Hallig Hooge entgegenzuwirken, wird die Hanswarft zudem mit rund 22.000 Kubikmetern  Sand verstärkt. Dafür werden rund 4,6 Millionen Euro investiert. Bis Mitte September sollen diese Arbeiten abgeschlossen sein.

 Der nun eröffnete MarktTreff Hallig Hooge bündelt folgende Angebotsbausteine: 

  • Lebensmittelmarkt für den täglichen Bedarf der Halligbewohner und Gäste
     (betrieben durch Kaufmann Ove Lück aus Niebüll)
  • Krankenpflegeraum
     (Verknüpfung mit dem Telemedizin-Projekt „HALLIGeMED“)
  • Kultur-Treff: Ausstellungsbereich zur Kultur und Entwicklung der Halligen
  • sozialer Treffpunkt für die Bewohner der Hallig  
  •  Wohnraum für die Mitarbeiter des Küstenschutzes (LKN) und den Marktbetreiber. Diese Räumlichkeiten sind auch als öffentliche Hochwasser-Schutzräume für die Bewohner der Hanswarft auf Hallig Hooge nutzbar.

 Bei seinem Rundgang durch den MarktTreff begrüßten EDEKA-Kaufmann Ove Lück und Marktleiter Lars Sönnichsen den Ministerpräsidenten. Bei der ausführlichen Besichtigungstour erläuterte Lück seine Motivation, sich unternehmerisch für die Versorgung der Halligen Hooge, Langeneß und Oland zu engagieren: „Ich bin der Region sehr verbunden – und es macht einfach Spaß!“

Im Gespräch: Ministerpräsident Daniel Günther, Kaufmann Ove Lück und Marktleiter Lars Sönnichsen (v. l. n. r.)
MarktTreff-Einkauf des Ministerpräsidenten: Daniel Günther bezahlt bei Luca Zunkel (links).
Ministerpräsident Daniel Günther (rechts) im Gespräch mit einem Halliggast im neuen Laden.
Bürgermeisterin Katja Just und Norbert Limberg (Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume) auf der Terrasse einer der drei Wohnungen im MarktTreff.

Bürgermeisterin Katja Just dankte dem Land Schleswig-Holstein – „für die verschiedenen Töpfe, aus denen wir schöpfen konnten und durften“. Ihr Dank ging aber auch an den Bauleiter, die Projektleitung und den stellvertretenden Bürgermeister, die unermüdlich dafür gesorgt hätten, dass aus scheinbaren Sackgassen immer wieder ein Weg heraus geführt habe.

 Das Projekt MarktTreff Hallig Hooge wurde vom Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration und vor allem vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) begleitet. Die Gesamtkosten liegen bei knapp 2,1 Millionen Euro. Aus dem Bereich der ländlichen Entwicklung bewilligte das LLUR der Gemeinde Hallig Hooge eine Förderung in Höhe von 750.000 Euro aus GAK-Mitteln (Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“). Um die besonderen Anforderungen an das MarktTreff-Gebäude auf der Hallig erfüllen zu können, wurde eine kombinierte Förderung von Mitteln der ländlichen Entwicklung (LLUR) und Mitteln zur Sicherung des Küstenschutzes (LKN) realisiert. Für den Bau des Raumes zum Schutz der Bevölkerung im Falle einer schweren Sturmflut wurden Fördermittel des LKN zur Sicherung des Küstenschutzes in Höhe von rund 109.000 Euro bewilligt. Die LAG AktivRegion Uthlande beteiligt sich ebenfalls an dem Gesamtvorhaben mit der Förderung einer Ausstellung im Treffbereich zur Kultur und Entwicklung der Halligen (Zuschuss 17.400 Euro).

Wies darauf hin, dass es vermutlich die letzte Rede seiner Amtszeit auf einer Hallig sein wird: Landrat Dieter Harrsen, der bei seinem Grußwort Ministerpräsident Daniel Günther (rechts) ansprach.
Ministerpräsident Daniel Günther und Bürgermeisterin Katja Just im Treffbereich des MarktTreffs - auch hier begleitet von Kamerateams
Die Ausstellung im Treffbereich des MarktTreffs informiert über die Geschichte der Hallig Hooge ...
... und die Besonderheiten der Hallig im Wattenmeer.

Das schleswig-holsteinische Modell MarktTreff gilt seit Jahren bundesweit als Vorbild zur Sicherung der Nahversorgung: Es bündelt die drei Säulen „Einkaufen (Gastronomie) – Dienstleistungen – Treffpunkt“ unter einem Dach. Die enge Partnerschaft zwischen Gemeinde, Betreiber und Bürgern bei der Entwicklung, Umsetzung und im Betrieb der jeweiligen MarktTreffs zählen zu den Erfolgsbausteinen des Modellprojektes. Die individuelle Ausprägung eines jeden MarktTreffs ist die Stärke des Modells – so auch auf der Hallig Hooge. Dort wird nun ebenfalls auf die Grundidee gesetzt, die alle MarktTreffs miteinander verbindet: Multifunktionalität und Partnerschaft.

Der MarktTreff Hallig Hooge ist zudem ein gutes Beispiel dafür, wie regionale Wirtschaft sich in ein solches multifunktionales Projekt einbringt: Kaufmann Ove Lück – mit seinem Hauptgeschäft in Niebüll beheimatet – hatte bereits zuvor den kleinen, baulich nicht mehr zukunftsfähigen Einkaufsladen betrieben. Der Lebensmittelhändler brachte sich nicht nur in die Planung des MarktTreffs Hallig Hooge mit ein, sondern hat auch auf Landesebene sein Know-how und seine kaufmännische Erfahrung in das schleswig-holsteinische Modellprojekt einfließen lassen. So war er bereits kompetenter Gast des landesweiten MarktTreff-Beirates, in dem über 20 Vereine, Verbände und Institutionen vertreten sind, die den ländlichen Räumen eng verbunden sind und das Projekt seit vielen Jahren begleiten. Übrigens: Lücks Bruder Sven, ebenfalls Kaufmann mit Hauptsitz in Leck, betreibt als Filiale den Lebensmittelladen im MarktTreff Stadum.

Ministerpräsident Daniel Günther bekam im Außenbereich des MarktTreffs die aktuell erfolgende Warftverstärkung erläutert.
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