MarktTreff in Jörl wird als 24/7-Laden wiedereröffnet:
So sieht es im neuen hurtig-Markt aus
K i e l MT 04.08.2026 – „Wir sind sehr glücklich mit einem hurtig-Markt die Nahversorgung in unserem Ortsteil Kleinjörl wieder an den Start zu bringen.“ Bürgermeister Ismael Bruhn ist sichtlich zufrieden. Rund fünfzehn Jahre hatte das Betreiberpaar Schau die Gemeinden des Jörler Raumes – Janneby, Jörl, Sollerup und Süderhackstedt – mit ihren über 2.000 Einwohner:innen gut versorgt. Mitte Juni 2026 war dann der wohlverdiente Ruhestand erreicht. Und für Bürgermeister Bruhn war klar: „Wir brauchen eine Versorgung vor Ort und wollen den MarktTreff mit Treff und Vereinsräumen erhalten.“
Mit hurtig märkte fand er den idealen Partner: „Das sind prima Kaufleute, und sie haben mit der Bartels-Langness-Gruppe aus Kiel einen soliden Lieferanten.“ Nach sechs Wochen Umbauphase ist am 31. Juli 2026 ein schmucker Laden mit Rund-um-die-Uhr-Öffnung eingeweiht worden – als erstes Franchise-Projekt von hurtig. Worauf die Jörlerinnen und Jörler sich freuen dürfen, erläutern hurtig-Geschäftsführer Fin Niklas Schmidt und Bürgermeister Ismael Bruhn im Interview.
MarktTreff: Herr Schmidt, welche Angebote gibt es im hurtig unter dem Dach des Jörler MarktTreffs?
Fin Niklas Schmidt: Wir bieten hier eine Grundversorgung an mit rund 2.000 Artikeln des täglichen Bedarfs: Mit dabei sind die beliebten Eigenmarken der Bela [Bartels-Langness, Anm. d. Red.] für günstiges Geld, Kundinnen und Kunden finden aber auch leckeres Fleisch vom Ökolandbau-Betrieb Bunde Wischen, Backwaren kommen vom Joldelunder, wir sorgen mit zwei Liefertagen pro Woche für stetigen „Frische-Nachschub“.
Übrigens: Die beliebte Sitzecke vor dem MarktTreff-Laden bleibt auch künftig erhalten. Dazu passend planen wir weitere Angebote wie einen Kaffeeautomaten für die kurze Pause zwischendurch.
Wie kaufe ich denn im Laden ein?
Schmidt: Kundinnen und Kunden können in Kleinjörl rund um die Uhr einkaufen dank personalisiertem Zutritt: Den Anmeldebogen für die zugehörige hurtig-Kundenkarte gibt es direkt vor dem Laden oder auf unserer Homepage; die hurtig-App für das Smartphone mit Sofort-Registrierung finden Sie zum Download auf den gängigen Plattformen wie „Google Play Store“ oder „Apple App Store“. Beides, Karte oder App, sind natürlich kostenfrei. Man muss kein Club- oder Genossenschaftsmitglied werden.
Einkaufen geht dann ganz einfach: Sie scannen am Eingang Ihre hurtig-Karte oder den QR-Code aus der Smartphone-App und starten Ihren Rundgang durch den Laden. Und, wenn alle Artikel im Einkaufskorb gelandet sind, wird an der Selbstbedienungskasse, dem Self-Checkout, per Bankkarte bezahlt.
Sie haben mit Henning Gruhlke als neuem Kaufmann nun erstmals Ihr Betreibermodell am Start. Was ist das und wie sind Zusammenarbeit und Arbeitsteilung geplant?
Schmidt: hurtig betreibt aktuell acht Standorte in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen – als Filialen von unserem Firmensitz in Jagel aus. Kleinjörl ist nun der erste Markt, den wir im Betreibermodell umgesetzt haben. Das bedeutet: Wir liefern das hurtig-Konzept, die Ladenausstattung und 24/7-Technik, das vollumfängliche Lieferantenprogramm plus das Marketing – Henning Gruhlke als Betreiber führt den Ladenbetrieb vor Ort selbstverantwortlich und in Eigenregie.
Der Kaufmann profitiert vom hurtig-Service und kann personalfreie Öffnungszeiten anbieten: Diese Kombination eröffnet eine Perspektive für nebenberuflichen Betrieb – aus meiner persönlichen Sicht ein großer Vorteil.
Henning ist an zwei Tagen die Woche im Laden und hilft bei Fragen, beim Einkaufen, beim Einscannen der Waren und nimmt gern Wünsche auf: Was fehlt? Soll etwas Besonderes vorbestellt werden? Henning ist da und offen für jede Idee. Denn wichtig ist, dass sich alle Jörlerinnen, Jörler und Gäste aus der Region in „ihrem“ hurtig im MarktTreff wohl und gut versorgt fühlen.
Herr Bürgermeister Bruhn, wie sind Sie die Nachfolge für den „Höker“ in Ihrem Ort angegangen – und wie haben Sie so schnell die Wiedereröffnung mit hurtig märkten geschafft?
Ismael Bruhn: Die Nachricht „Wir hören auf“ kennen viele Gemeinden, viele Lokalpolitiker. Ich bin Ingrid und Holger Schau sehr dankbar. Zum einen, für ihren jahrelangen Einsatz als Betreiberpaar des hiesigen MarktTreffs. Zum anderen für ihr großes Engagement außerhalb der Öffnungszeiten. Da wäre vor allem das sommerliche Grillen am MarktTreff hervorzuheben sowie weitere Gemeindeveranstaltungen rund um den Kaufmann. Wir waren natürlich alle sehr traurig als die Nachricht kam, dass die Schaus ihren Betrieb einstellen möchten. Nach all den kräftezehrenden Jahren sei es beiden von Herzen gegönnt.
Ein nicht ganz Dreivierteljahr Übergangszeit hatten wir um einen geeigneten Betreiber und alles Weitere zu organisieren. Gemeinsam mit der Amtsverwaltung haben wir verschiedene Optionen und mögliche Anbieter sondiert. Wichtig war, unbedingt die Nahversorgung als „Anker“ zu erhalten: als Konsens bei uns in der Gemeindevertretung. Das Konzept mit 24/7-Einkaufen von hurtig als Anbieter, der in ländlichen Räumen aktiv ist, hat uns schlussendlich am meisten überzeugt. Wir danken dem Unternehmen, dass es sich für unsere Gemeinde entschieden hat.
Wir freuen uns jetzt, wenn die bisherigen Kundinnen und Kunden dem Einkaufsort ihre Treue halten. Und der ein oder andere den MarktTreff neu für sich entdecken wird, gerade zum Beispiel die Jüngeren oder Pendler dank des neuen Öffnungszeitensystems.
In Summe hat der ganze Nachfolgeprozess zwar rund neun Monate gedauert. Ein Riesenvorteil war dabei die eng-verzahnte Abstimmung zwischen uns als Gemeinde (zugleich Immobilieneigentümerin und Verpächterin), den Alt- und Neubetreibern, der Amtsverwaltung, ebenso dem für MarktTreff zuständigen Landesamt und dem Projektteam. Denn so konnte insbesondere der kritische Zeitraum zwischen Abschiedsfeier, Abverkauf, Schließung, notwendigen Umbaumaßnahmen und Wiedereröffnung beschränkt werden auf dann doch „nur“ acht Wochen.
Sie sprachen davon, die Nahversorgung als „Anker“ zu erhalten – dieses Ziel ist erreicht. Was steht noch aus?
Bruhn: Wir haben als Gemeinde gesagt, dass wir den Treff erhalten wollen, einen Ort, der allen Vereinen offen steht. Federführend ist dafür die Darts-Sparte unseres TSV Jörl: Vor zwei Wochen wurde die professionelle Darts-Wand im Treffbereich installiert. Herzlichen Dank an alle, die mitangepackt haben.
Herr Schmidt hat es schon angesprochen: Die beliebte Sitzecke vor dem MarktTreff bleibt.
Bruhn: Ja, die ist ganz wichtig! Wir planen sogar eine Neuanschaffung, damit sie künftig attraktiv bleibt. Wir haben einen kleinen Ausschuss gegründet für die weitere Entwicklung des MarktTreffs: Das fängt jetzt an und da soll noch Einiges mehr umgesetzt werden – über learning-by-doing.
Dafür wünschen wir viel Erfolg! Herr Bruhn und Herr Schmidt, wir danken Ihnen für das Gespräch – und nochmals herzlichen Glückwunsch zu Ihrem wiedereröffneten MarktTreff in Kleinjörl!
Informationen zu Gründung und Betrieb eines MarktTreffs
Bei Interesse an der Gründung eines neuen MarktTreffs nehmen Sie bitte Kontakt auf mit dem Projektmanagement unter:
gruendung@markttreff-sh.de
Detaillierte Informationen zum Projekt MarktTreff mit vielen Arbeitshilfen und aktuellen Tipps finden Sie unter:
www.markttreff-sh.de
Das Projekt MarktTreff wird gefördert durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER), mit Mitteln des Bundes und des Landes Schleswig-Holstein im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK).
Fotos: MarktTreff SH / ews group