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MarktTreff-Arbeitstreffen:
Wie stärken wir die Gastronomie in ländlichen Gemeinden?


K i e l  MT 26.05.2026 – Ländliche Gastronomie ist ein wichtiger Wirtschafts- und Imagefaktor für Schleswig-Holstein. Doch zugleich stehen Gasthäuser vor großen Herausforderungen: Betriebsnachfolge, hohe Energiekosten, Fachkräftesuche. Diese Stichworte gelten genauso für die elf gastronomischen Betriebe unter der MarktTreff-Flagge. Grund genug, zu einem Arbeitstreffen in die Zentrale des DEHOGA-Landesverbands nach Kiel einzuladen. „Uns verbindet eine gute Zusammenarbeit mit MarktTreff – und wir wollen gemeinsam die Gastronomie im Land stärken“, begrüßte der neue DEHOGA-SH-Präsident Lutz Frank vom Bad Segeberger Restaurant „Am Ihlsee“ die Teilnehmenden. Außer MarktTreff-Gastronomen waren Fachexperten und Praktiker verschiedener Netzwerke bei der DEHOGA zusammengekommen.

Vor einem Monat frisch ins Amt gewählt: Der neue Präsident des DEHOGA SH, Lutz Frank – ,,wir wollen gemeinsam die Gastronomie im Land stärken“

Hintergrund des Austauschs ist die auf drei Jahre angelegte MarktTreff-Werkstatt „Gastronomie und neue Angebotselemente“. „Die spezifische Aufgabe“, die Ina Alter vom Ministerium für ländliche Räume ansprach, reicht von Befragungen über Workshops bis zur Umsetzung von Pilotprojekten und einem begleitenden Leitfaden. Ziel sei es, das gastronomische Kerngeschäft der Betriebe weiter zu stabilisieren und fortzuentwickeln. Aktuell haben elf MarktTreffs Gastronomie als Schwerpunkt, zwei weitere befinden sich in Umsetzung; drei Standorte haben sogar einen Gastro.-Zweitbetrieb unter ihrem Dach. An 21 Standorten finden sich neben der Nahversorgung Backwaren, Café-Bereiche und Ausschank, sechs Standorte bieten Verkaufsautomaten.  

In seinem Einführungsvortrag stellte Dieter Witasik vom landesweiten Projektteam die bisherigen Ergebnisse aus Betreiber- und Expertenbefragungen zur Gastronomie vor. „Uns hat gefreut, dass die MarktTreffler ihre Lage überwiegend stabil bis positiv beurteilen.“ Einige seien sogar bereit, in künftige Ausstattung und neue Entwicklungen zu investieren. „Dabei wollen wir Betreiber zielgerichtet beraten und begleiten.“ Neue Angebotsformen könnten beispielsweise sein: Abholstationen, Abo-Modelle, ergänzende 24/7-Sortimente, wechselnde regionale Produkte bis zu Kitaverpflegung und gemeinsamen Seniorenessen. Dies werde in den kommenden Monaten weiter ausgearbeitet.

Seit über einem Jahrzehnt offizieller Partner im MarktTreff-Netzwerk: Der schleswig-holsteinische Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA SH)

„Um die Gastronomie steht es besser als vielfach beschrieben“, gab Eckhard Voß, Verleger des Fachmagazins „Mohltied“ die Richtung vor. Voß kennt über seine Medien die Gastro-Szene im Land wie kaum ein anderer. Gute Praxis würde es an vielen Standorten geben: von erlebnisorientierten Angebotsbündeln „für Familien mit Kindern“ bis Catering für Schulen, das „sich auch wirtschaftlich rechnet“. Er selbst schätze den MarktTreff in Brekendorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde) sehr und wies besonders auf eine Funktion hin: als „Treffpunkt für kleine Vereine und Initiativen“.

Workshop-Teilnehmer Juhn-Petter Scupin (BBHG Kiel) berät täglich Hotels und Gastronomie sowie Gemeinden und Ämter in betriebswirtschaftlichen Fragen. Im Zuge des Austausches merkte er an, dass insbesondere bei Gastronomien, die durch die öffentliche Hand entwickelt und verpachtet werden, es wichtig sei, dass im Vorwege zur Umsetzung Konsens über das Bewirtschaftungskonzept seitens der Gemeinde besteht. Oftmals gibt es viele unterschiedliche Ansätze und Wünsche, die sich jedoch nicht durch einen Pächter abbilden lassen. Dementsprechend sei es wichtig, sich auf eines der möglichen Konzepte zu einigen.

Stefanie Fröhlingsdorf vom Business- und Lifestyle-Hotel „Altes Stahlwerk“ Neumünster – und DEHOGA-Vorsitzende der landesweiten Fachgruppe „Gastronomie“ – brachte es auf den Punkt: „Viel Leidenschaft und gute Konzepte“ stärken die Gastronomie in ländlichen Gemeinden.

In zwei moderierten Kleingruppen werden erste Fragen – und Antworten – ausgetauscht wie zum Beispiel: Wie steht es um die ,,Gastro'' in ländlichen Räumen? Was sind erfolgsversprechende neue Angebotselemente? Welche Rahmenbedingungen sind dafür notwendig?
Engagierte Diskussionen im großen Plenum: MarktTreff-Gastronomen, Fachexperten und Praktiker verschiedener Netzwerke zu Gast in der Landesgeschäftsstelle des DEHOGA SH in Kiel


 

Stimmen zum MarktTreff-Arbeitstreffen

Holger Petersen, MarktTreff und ,,KanalTreff'' Sehestedt: 

„Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer der Anfang sein kann. Da ist es gut, erfahrene Partner an der Seite zu haben. Beim MarktTreff-Projekt geht es immer einen Schritt weiter, das ist gut so. Ich freue mich darauf, hier gemeinsam in der Runde neue Angebote in der Gastronomie mitzuentwickeln.“

Michaela Woltmann, Landgasthof „moi.“ im MarktTreff Tetenhusen

„Wir machen Angebote für alle Generationen. Künftig sollen unsere Spieleabende die Menschen zusammenbringen. Mir hat der Workshop gute Ideen gegeben. Der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen war sehr anregend.“

Stefan Martens-Graschtat, Geschäftsfeldleitung Arbeit im Fachbereich Teilhabe, Landesverein für Innere Mission in SH / MarktTreff Wittenborn

„Die erste Frage ist: ,Was fehlt den Menschen am Ort und was können wir anbieten?‘ – also eher strategisch ausgerichtet. Und dann sollten wir ruhig mit mehr Selbstbewusstsein unsere guten Leistungen verkaufen. Das fängt schon im Kleinen an: Hochwertiger Kaffee ist seinen Preis wert.“


Angela Kruppa, Bürgermeisterin der MarktTreff-Gemeinde Wiemersdorf

„Wir haben jüngst die Nachfolgesuche für den Bistro-Bereich in unserem MarktTreff als Aufgabe gehabt – und sind glücklicherweise sehr rasch fündig geworden. Mit dem ‚Hütter‘s‘ haben wir ja bereits einen erfahrenen Gastronomen, ab Juni kommt das italienische ,Cafe & Pizzabar Amore‘ mit Brötchen, Frühstück, Kaffee- und Kuchen-Spezialitäten sowie einem kleinen Speisenangebot dazu. Die Zwei werden sich unter dem gemeinsamen ,MarktTreff-Dach‘ prima ergänzen – und die Lebensqualität unserer 1.700-Einwohnergemeinde weiter fördern.“

DEHOGA SH

Der Hotellerie- und Gastronomieverband DEHOGA Schleswig-Holstein ist die zuständige Berufsorganisation für alle gastgewerblichen Unternehmer des Landes. 

Der Verband ist seit 2015 offizieller Partner des Projekts MarktTreff Schleswig-Holstein.

Das schleswig-holsteinische Hotel- und Gaststättengewerbe beschäftigt in rund 5.200 Betrieben mehr als 80.000 Beschäftigte. Das Hotel und Gaststättengewerbe ist ein typisches, gewachsenes mittelständisches Gewerbe.

Circa 400 gastronomische Betriebe im Land bilden in sieben Ausbildungsberufen aus:  Fachkraft Küche,  Koch / Köchin, Fachkraft für Gastronomie, Fachmann / -frau für Restaurants & Veranstaltungsgastronomie, Fachmann / -frau für Systemgastronomie,  Hotelfachmann / -frau, Kaufmann / -frau für Hotelmanagement

Weitere Infos im Internet: www.dehoga-sh.de (externer Homepage-Link)

Informationen zu Gründung und Betrieb eines MarktTreffs

Bei Interesse an der Gründung eines neuen MarktTreffs nehmen Sie bitte Kontakt auf mit dem Projektmanagement unter:
gruendung@markttreff-sh.de

Detaillierte Informationen zum Projekt MarktTreff mit vielen Arbeitshilfen und aktuellen Tipps finden Sie unter:
www.markttreff-sh.de

Das Projekt MarktTreff wird gefördert durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER), mit Mitteln des Bundes und des Landes Schleswig-Holstein im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK).

Fotos: MarktTreff SH / ews group

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