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1,5 Millionen Euro EU-Mittel für neuen MarktTreff in Freienwill – Landesregierung stärkt Nahversorgung im ländlichen Raum


+++ EU-Werbung präsentiert MarktTreff in Glasau +++ Ministerium und Landesamt vor Ort +++


K i e l  09.06.2026 – In der Gemeinde Freienwill (Kreis Schleswig-Flensburg) entsteht ein neuer multifunktionaler MarktTreff. Der Staatssekretär für ländliche Räume, Otto Carstens, überreichte jüngst einen Förderbescheid über 1,5 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). „Mit dem MarktTreff investiert die Gemeinde Freienwill in die Zukunft ihres Dorfes und in die Lebensqualität der Menschen vor Ort“, sagte Carstens. Gerade im ländlichen Raum seien wohnortnahe Versorgung, Begegnungsorte und verlässliche Dienstleistungen von zentraler Bedeutung. Die MarktTreffs seien deshalb seit vielen Jahren ein wichtiger Baustein der Landespolitik zur Stärkung der Dörfer und Gemeinden.
„Sie schaffen Orte der Begegnung, stärken das gesellschaftliche Miteinander und sichern gleichzeitig wichtige Infrastrukturangebote. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag dafür, dass unsere Dörfer lebendig und attraktiv bleiben“, betonte der Staatssekretär.
Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt 4.163.268,55 Euro. Die Gemeinde Freienwill beteiligt sich mit Eigenmitteln in Höhe von 2.663.268,55 Euro an dem Projekt. Bewilligungsbehörde ist das Landesamt für Landwirtschaft und nachhaltige Landentwicklung (LLnL).

Förderbescheid-Übergabe durch Staatssekretär Otto Carstens (Zweiter von links) an Freienwills Bürgermeister Dirk Richelsen (links) – hier mit Flensburgs Stadtpräsidentin Susanne Schäfer-Quäck und Dr. Wolfgang Buschmann, Landrat des Kreises Schleswig-Flensburg
Symbolischer Erster Spatenstich – Staatssekretär Carstens: MarktTreffs ,,schaffen Orte der Begegnung, stärken das gesellschaftliche Miteinander und sichern gleichzeitig wichtige Infrastrukturangebote. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag dafür, dass unsere Dörfer lebendig und attraktiv bleiben.''
Bürgermeister Richelsen (links) mit Staatssekretär Carstens: ,,Mit dem heutigen Spatenstich setzen wir eine bedeutende Wegmarke für die Zukunft unseres Dorfes.''

Dirk Richelsen, Bürgermeister der Gemeinde Freienwill, betonte in seiner Begrüßung die große Freude über die Förderung: „Mit dem heutigen Spatenstich setzen wir eine bedeutende Wegmarke für die Zukunft unseres Dorfes. Der MarktTreff reiht sich ein in eine Aufeinanderfolge von Entwicklungen, die wir seit Mitte der 2010er-Jahre stetig vorangetrieben haben und weiter vorantreiben: Die Attraktivierung des Ortskerns einschließlich Erneuerung der Ortsdurchfahrt, das im Mai eröffnete Jugendzentrum, das neue Wohnbaugebiet mit dem MarktTreff im Herzen. Alles zahlt aufeinander ein.“
In mehreren Grußworten hoben Ehrengäste die herausragende Bedeutung für die gesamte Region hervor.
Dr. Wolfgang Buschmann, Landrat Kreis Schleswig-Flensburg, sieht in dem Freienwiller Projekt beispielgebend und nachhaltig angelegtes Geld sowie einen „weit strahlenden Leuchtturm“. Dieser mache den Ort in besonderer Form lebendig.

Susanne Schäfer-Quäck, Stadtpräsidentin der Stadt Flensburg, begrüßte die auf Augenhöhe wiederbelebte Stadt-Umland-Kooperation. Das Projekt strahle Optimismus und Zuversicht aus, den alle heute gut gebrauchen könnten. In einer guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit könne man auch künftig gemeinsam Herausforderungen begegnen.
Für die LAG AktivRegion „Mitte des Nordens“ sagte Regionalmanagerin Dr. Lien Lammers, die AktivRegion habe sehr gerne aus ihren Fördermitteln die Machbarkeitsstudie und Konzeptentwicklung für den Freienwiller MarktTreff mitgefördert. Wichtig seien der Input und die Ideen von Jung und Alt gewesen, sodass hier ein Ort für alle Generationen entstehen werde.

Darstellung auf dem Baustellenschild – bald schon Realität: 1,5 Millionen Euro EU-Mittel fließen in den neuen Freienwiller MarktTreff. Die Landesregierung Schleswig-Holstein stärkt Nahversorgung im ländlichen Raum

Freienwills Ehrenbürgermeister Hans Heinrich Christiansen begleitet seit Jahren die Vorplanung und zeigte sich beglückt über den Meilenstein für die Gemeindeentwicklung. Er bedankte sich herzlich beim Land Schleswig-Holstein für die großzügige Förderung und bei den vielen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Akteuren für das Engagement. Das MarktTreff-Gebäude werde die Gemeinde Freienwill noch mehr zusammenbringen.

Das Kerngeschäft des MarktTreffs soll ein 24/7-Lebensmittelmarkt des Anbieters Tante Enso werden. Ergänzend sind verschiedene Dienstleistungsangebote vorgesehen, darunter ein Bäcker, eine Arztpraxis, ein Physiotherapeut sowie die Sozialstation Amt Hürup. Für den Treffbereich wurden bereits zahlreiche Kooperations-Vereinbarungen mit Vereinen und Einrichtungen geschlossen.

Viele Vertreterinnen und Vertreter von künftigen Partnern und Organisationen, von Planungs- und Baubeteiligten sowie aus Landes- und Kommunalpolitik kamen zum anschließenden Ersten Spatenstich am neuen MarktTreff-Standort an der Landesstraße 23 zusammen.

Links: Staatssekretär Otto Carstens mit Marina Rotermund, Referatsleiterin Ländliche Entwicklung im Ministerium MLLEV (links), und Franziska Linz, Landesamt LLnL – Oben: Zahlreiche Gäste und Presse bei der stimmungsvollen Förderbescheid-Übergabe im Freienwiller Jugendzentrum

EU-Werbung präsentiert MarktTreff Glasau als beispielhaft

Die Europäische Kommission stellt auf ihrer Online-Plattform aktuell Projekte für die Förderung mit EU-Mitteln vor. Eines der hervorragenden Beispiele: Der MarktTreff Glasau (Kreis Segeberg), der mit 550.310,79 Euro an Mitteln der Europäischen Union aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) gefördert wurde.
Der MarktTreff bringt wieder „Leben in den Ort: ein moderner Supermarkt, ein Backshop, ein Café, ein Treffpunkt für alle Generationen. Hier erledigt man nicht nur den Einkauf, sondern trifft Nachbarn, kommt ins Gespräch oder bleibt einfach noch auf einen Kaffee.“

EU-weites Vorbild: Der MarktTreff in Glasau mit Café & Backshop

Weiter heißt es: „Durch die EU-Förderung und mit Hilfe der Menschen vor Ort werden das Leben auf dem Land und das Miteinander gestärkt.“

Weitere Infos im Internet:
Internet-Plattform der EU-Kommission in Deutschland (externer Homepage-Link)

Bernhard Horstmann, MarktTreff-Koordinator in Glasau, freut sich: „Für die Gemeinde und für alle beteiligten Akteure ist diese Vorstellung eine große Anerkennung unserer Initiative. Und natürlich eine Bestätigung der täglichen Arbeit, die jetzt geleistet wird.“

Täglicher Einsatz und Innovationskraft „auf der Fläche“

Über vielfältige Themen und Entwicklungen der Nahversorgung informierten sich Marina Rotermund, Referatsleiterin für Ländliche Entwicklung im Ministerium für ländliche Räume (MLLEV), und Franziska Linz vom Landesamt für Landwirtschaft und nachhaltige Landentwicklung Flensburg (LLnL) bei Kurzbesuchen in MarktTreffs.

Marktleiter Marcel Holst und Referatsleiterin Marina Rotermund ,,auf der Fläche'' im Wester-Ohrstedter MarktTreff

In Wester-Ohrstedt (Kreis Nordfriesland) stellte REWE nahkauf-Marktleiter Marcel Holst Optimierungen im Ladendesign, beim Sortiment und dem Gesamtkonzept vor.
So habe man die Regalflächen erhöht, einen Großteil des Kühl- und Tiefkühlwarenbereichs erneuert und verstärkt Softdrinks platziert.

Das Zusammenspiel mit der Bäckerei als Frequenzbringer funktioniere gut, die neue Physiotherapie-Praxis werde stark angenommen und bringe weitere Kundinnen und Kunden in den MarktTreff.

Digitalisierung auf ,,nur'' 400 Quadratmetern: Der Lebensmittelmarkt im MarktTreff Wester-Ohrstedt läuft mit elektronischen Preisauszeichnungs-Schildern
Wirtschaftliche Effizienz trifft Klimaschutz: Ein Großteil des Kühl- und Tiefkühlwarenbereichs ist mit neuester Technik aufgerüstet
Gründer Fin Niklas Schmidt (Mitte) begrüßt im Smartstore von hurtig märkte in Jagel

Am neuen Firmensitz in Jagel (Kreis Schleswig-Flensburg) erläuterte hurtig märkte-Gründer Fin Niklas Schmidt die eigens entwickelte Smartstore-Technologie von Zugang über Bezahlvorgang bis Ladenüberwachung, die unter anderem in den hurtig-Filialen in Heidgraben (Kreis Pinneberg) und Steinfeld (Schleswig-Flensburg) im Einsatz ist.

In Brekendorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde) führte der Vorstand der Bürgergenossenschaft, Thomas Müller, durch das Haus. Außer einem 24/7-geöffneten Tante Enso-Laden, den Praxen für Physiotherapie und Psychotherapie, ergänzt der flexible Treffbereich mit Mittagstisch, Kneipenabend, Kultur- und Bildungsangeboten sowie für Initiativen diesen regionalen Anziehungspunkt. 

Das Ministerium zu Gast im MarktTreff bei Thomas Müller (links) und der Bürgergenossenschaft Brekendorf / Hüttener Berge

Das Haus werde immer wieder von Interessierten aus anderen Gemeinden als Gute-Praxis-Beispiel besucht, sagte Müller.

Für Rotermund waren die Besuche „auf der Fläche“ inspirierend: „Es ist bewundernswert, welch‘ Einsatz und Innovationskraft in den Standorten liegt. Bei einem Vor-Ort-Besuch ist spürbar: In den MarktTreffs wird Kunden- und Bürgerservice täglich großgeschrieben.“



Hintergrund

Das MarktTreff-Konzept wurde Ende 1999 als schleswig-holsteinisches multifunktionales Nahversorgungsmodell entwickelt. Es basiert auf einer Verknüpfung der drei Säulen „Einkaufen“, „Dienstleistungen“ und „Treffpunkt“. Jeder MarktTreff wird gemeinsam mit den örtlichen Akteuren entwickelt und individuell auf die Bedürfnisse vor Ort zugeschnitten.

Seit 1999 wurden landesweit bereits 47 MarktTreffs realisiert. Im Jahr 2025 wurde der MarktTreff Kastorf neu eröffnet. Ein weiterer Standort in Wittenborn ist bereits gebaut. Weitere MarktTreffs befinden sich derzeit in der Umsetzung, darunter neben Freienwill auch Süderheistedt.

Investitionen in neue MarktTreffs können mit Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) sowie der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) gefördert werden. Ziel ist es, die Lebensqualität, die soziale Infrastruktur und die Daseinsvorsorge in den ländlichen Räumen Schleswig-Holsteins nachhaltig zu stärken.

 

Fotos: MarktTreff SH / ews group; Gemeinde Freienwill (Ingenieurbüro Hanna Hensen)

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