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Von Neuplanungen über Jugendbeteiligung bis zu Alltagsrassismus

MarktTreff-Erfahrungsaustausch bei der Akademie für die Ländlichen Räume


K i e l  MT 16.12.2025 – Eine Fülle neuer Impulse kennzeichnete den jüngst durchgeführten Erfahrungsaustausch von MarktTreff-Gemeinden und -Betreiber:innen. Zusammengekommen waren die rund 30 Teilnehmenden in Flintbek bei der Akademie für die Ländlichen Räume Schleswig-Holsteins (ALR SH), einem Projektpartner der ersten Stunde.
„Neben den unterschiedlichen Planungen für vier neue Standorte, haben wir eindrucksvoll die starke soziale Seite von MarktTreff kennengelernt“, sagt Ina Alter vom einladenden Ministerium für ländliche Räume des Landes. „Wie die MarktTreff-Gemeinden Schwesing und Freienwill heute schon Jugendliche einbinden, ist beispielhaft.“

Torsten Sommer von der ALR SH
Torsten Sommer von der ALR SH begrüßte für die gastgebende MarktTreff-Partnerinstitution ,,der ersten Stunde''
Ina Alter (stehend) vom Ministerium für ländliche Räume
,,Eindrucksvoll die starke soziale Seite von MarktTreff kennengelernt'': Ina Alter (stehend) vom Ministerium für ländliche Räume

In einem gebündelten Themenblock lernten die Teilnehmenden zuvor vier MarktTreffs in Planung kennen. Die begleitenden Projektbüros gingen in ihren Präsentationen auf die jeweils geplanten Angebote zur Nahversorgung, zu Dienstleistungen und Treffpunkten ein – und betonten die Besonderheiten am jeweiligen Standort.

Wie können wir mehr Jugendliche an MarktTreff beteiligen?
Was müssen wir ändern, damit mehr Jugendliche in einem MarktTreff ausgebildet werden?

Weiterer Schwerpunkt der „Erfa“ war das Thema Jugend und Soziales. „Wie können wir mehr Jugendliche an MarktTreff beteiligen? Was müssen wir ändern, damit mehr Jugendliche in einem MarktTreff ausgebildet werden?“ lauteten die Eingangsfragen. Dazu stellte Dieter Witasik, MarktTreff-Projektmanagement, 
erste Ergebnisse einer Online-Befragung von MarktTreff-Betreiber:innen und -Bürgermeister:innen vor – ergänzt um aktuelle Studien der Bertelsmann Stiftung zum Medienverhalten und Demokratieverständnis junger Menschen. „Die Gruppe der 14- bis 27-Jährigen nutzt heute schon die drei Säulen von MarktTreff“, so Witasik. „In 2026 wollen wir gemeinsam mit jungen Menschen an weiteren Entwicklungen arbeiten.“

Dr. Jürgen Grohmann aus der Gemeinde Freienwill, wies als einen Faktor erfolgreicher Jugendbeteiligung auf „den Amts-Jugendpfleger“ hin. So eine Vertrauensperson sei hilfreich, denn „junge Menschen müssen Sie aktiv ansprechen“. In seiner 1.600 Einwohner-Gemeinde seien rund 350 junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren. Die Entwicklung des Jugendzentrums sei von den Jungen selbst geplant worden. „Und wir haben in unserem Jugendzentrum zwischen 30 und 90 Junge pro Woche.“ Künftig ergänze der geplante MarktTreff den starken Ortskern mit Dorfkrug und Jugendzentrum. 

Heiko Lohr aus der MarktTreff-Gemeinde Schwesing plädierte in Hinblick auf Jugendbeteiligung für „Begleiter und mehr Gelassenheit“. In Schwesing habe man gute Erfahrungen gemacht mit einem Jugendgemeinderat. Großes Interesse fand sein Beitrag zum Umgang mit Alltagsrassismus. Die Gemeinde habe hier „Flagge gezeigt“. Im Februar des Jahres habe ein Regionales Beratungsteam (weitere Informationen: www.rbt-sh.de; externer Homepage-Link) im MarktTreff eine präventive Schulung durchgeführt, die auf großes Interesse gestoßen sei. Im Ergebnis sei niemand allein, um die Demokratie zu schützen.

Die Akademie (ALR SH) ist langjähriger MarktTreff-Partner und unterstützt Gemeinden in Schleswig-Holstein mit Veranstaltungen, innovativen Projekten und echten Hilfen – mit Förderung des Landes. Aus den ersten Dorfkümmerern habe sich mittlerweile ein starkes Netzwerk von fünfzig Aktiven gebildet, wie Otto Beeck, Dorfkümmerer aus Hennstedt (Kreis Dithmarschen) berichtete: „Das Interesse ist groß, die Aufgaben sind vielfältig und sie sind je Gemeinde individuell.“ Er führe regelmäßig Sprechstunden im MarktTreff durch und sei auch so gesuchter Ansprechpartner im Ort bei vielen Fragen – Einsamkeit sei ein zunehmendes Thema.
Torsten Sommer, Geschäftsführer der Akademie, stellte als weitere Instrumente für Gemeinden das Dörpsmobil – „mittlerweile gibt es für diese Form der geteilten Mobilität mehr als fünfzig Vereine im Land“ – sowie den StadtLand.Funk (bisher DorfFunk) und die Vereinscloud vor. „Wenn sich eine Gemeinde für diese Instrumente interessiert, schaut sie am besten auf unsere Homepage unter www.alr-sh.de oder spricht uns an.“

Dr. Jürgen Grohmann (Mitte) aus der künftigen MarktTreff-Gemeinde Freienwill
Dr. Jürgen Grohmann (Mitte) aus der künftigen MarktTreff-Gemeinde Freienwill über die erfolgreiche Kinder- und Jugendbeteiligung vor Ort
MarktTreff-,,Erfa'' zu Gast in Flintbek (Blick in den Saal)
Austauschen von Tipps und gegenseitiges Anregen zum ,,Nach- und Mitmachen'': MarktTreff-,,Erfa'' zu Gast in Flintbek
Heiko Lohr, MarktTreff-Gemeinde Schwesing (rechts)
Gute Erfahrungen gemacht mit einem Jugendgemeinderat – und weitere Praxishinweise von Heiko Lohr, MarktTreff-Gemeinde Schwesing (rechts)
Otto Beeck (rechts), Dorfkümmerer in der MarktTreff-Gemeinde Hennstedt (Kreis Dithmarschen)
Otto Beeck (rechts) führt von seinem Büro im MarktTreff-Gebäude aus die lokalen Dorfkümmerer-Aktivitäten in Hennstedt (Kreis Dithmarschen)

Informationen zu Gründung und Betrieb eines MarktTreffs
Bei Interesse an der Gründung eines neuen MarktTreffs nehmen Sie bitte Kontakt auf mit dem Projektmanagement unter:
gruendung@markttreff-sh.de

Detaillierte Informationen zum Projekt MarktTreff mit vielen Arbeitshilfen und aktuellen Tipps finden Sie unter:
www.markttreff-sh.de

Das Projekt MarktTreff wird gefördert durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER), mit Mitteln des Bundes und des Landes Schleswig-Holstein im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK).

Fotos: MarktTreff SH / ews group

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