MarktTreff-Beirat bei Bibliotheken SH – erster Auftritt von Ministerin Cornelia Schmachtenberg
K i e l MT 20.11.2025 – Gerade einmal zwei Tage im Amt und schon zu Gast beim MarktTreff-Beirat: Schleswig-Holsteins neue Ministerin für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz, Cornelia Schmachtenberg, zeigte sich begeistert von dem Gremium: „MarktTreffs gehören zu unseren Aushängeschildern der ländlichen Entwicklung. Und der Beirat liefert großartige Impulse für die Weiterentwicklung des Projekts.“
Aus ihrer Arbeit als Landtagsabgeordnete kenne sie bereits verschiedene MarktTreff-Gemeinden im Land. Die über zwanzig im Beirat beteiligten Partner-Institutionen repräsentieren die Vielfalt an Themen. „Deshalb freue ich mich ganz besonders, den Beirat künftig als Vorsitzende zu begleiten und auf die gemeinsame Zusammenarbeit“, so Schmachtenberg.
Die Ministerin führte aus, dass der Beirat und der Austausch sich ganz hervorragend eignen, gemeinsam weiter an Zukunftsperspektiven für ländliche Räume zu arbeiten. Die Nachfrage nach der ELER-Förderung (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums) für Neugründungen sei groß: „Und das ist ein deutliches Zeichen für den Gestaltungswillen und die -bereitschaft im Ministerium und vor Ort in den MarktTreff-Gemeinden.“
Zu ihrer diesjährigen Sitzung waren Spitzenvertreter:innen der mehr als zwanzig offiziellen MarktTreff-Partner auf Einladung von Bibliotheken SH in Rendsburg zusammengekommen. Dabei bot der Tagungsort eine zweite Premiere: Das neue Dienstleistungszentrum der Bibliotheken ist nach zweijähriger Bauzeit vor rund einem Monat eröffnet worden. So gehörte eine Führung durch die fünf Etagen umfassenden Archiv-, Medien-, Veranstaltungs- und Verwaltungsbereiche zum Programm: „Wir sind Partner aller Bibliotheken im Land – und sehr gern auch Partner der MarktTreffs“, sagte Direktor Oke Simons. Der Besuch von Ministerin Schmachtenberg sei ein ehrenvoller Auftakt in den noch frisch gestalteten Räumen im Rendsburger Speicherviertel.
Wie kann die KI das Ehrenamt unterstützen?
Neben einem Blick auf aktuelle Entwicklungen von MarktTreff stand der Vortrag von Dr. Christian Heise, Präsident der Hamburg Media School, im Fokus: „KI für eine bessere Gesellschaft – Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz im Ehrenamt“. Dabei forderte Heise die Tagungsteilnehmenden auf, sich intensiv mit der Künstlichen Intelligenz zu befassen, denn „was wir erleben, ist eine Veränderung vergleichbar mit der Industriellen Revolution.“ Mit seinem langjährigen beruflichen Hintergrund bei Unternehmen wie Google, dpa, ZEIT und seinen Erfahrungen als Präsident einer der führenden Medienhochschulen, bot Heise viele Anknüpfungspunkte für den Transfer in Verbände und Organisationen: von Einladungen, Berichten bis zur Unterstützung beim Verfassen von Förderanträgen.
Sein zentraler Gedanke: „Klug eingesetzt, schenkt uns KI mehrmals am Tag wertvolle Minuten. Gerade im Ehrenamt und für gemeinwohlorientierte Arbeit ist das die gewonnene Zeit, die wir nicht mehr für Administration und Bürokratie, sondern direkt für die Arbeit von Mensch zu Mensch nutzen können.“
Und KI sei geeignet, um gesellschaftliche Teilhabe und Engagement zu stärken. Aktuell würden mehr als 10.000 Tools zur Verfügung stehen – und es würden täglich mehr.
Ein Großteil der Beiratsmitglieder nutzt bereits Künstliche Intelligenz in der Gestaltung des Arbeitsalltags, war aber dankbar für konkrete Hinweise auf europäische Anbieter und Modelle. In der Diskussion wies Dr. Juliane Rumpf darauf hin, dass Ehrenamtsfunktionärinnen und -funktionäre überproportional oft ältere Menschen seien; Senior:innen stellten entsprechend eine Nutzergruppe mit besonderen Bedarfen dar – gerade in Hinblick auf die Bedienbarkeit von KI-Hilfen und digitalen Anwendungen insgesamt. Darauf müsse gesondert eingegangen werden.
Mathias Fiedler, Vorstand des Zentralverbands deutscher Konsumgenossenschaften (ZdK) und zugleich Präsident des europaweiten Dachverbands EuroCoop, berichtete von einem Besuch bei Partnern in Tschechien. Dort sei Künstliche Intelligenz in automatisierten Lebensmittelmärkten bereits fest etabliert: von der Ladenorganisation, die mit KI-generiertem Dateninput operiere, bis hin zur KI-unterstützten Videoüberwachung für den Diebstahlschutz. Und Fiedler ergänzte: „Dies alles im Übrigen geprüft und datenschutzkonform.“
Neue Schwerpunkt-Themen für die kommenden drei Jahre
MarktTreff-Projektmanager Dieter Witasik stellte in seinem Vortrag „spezifische Aufgaben“ vor: Im Rahmen einer dreijährigen Werkstatt wolle man gemeinsam mit den Partnern sowie Bürgermeister:innen und Betreiber:innen die Themen „Jugend und MarktTreff“ sowie „Gastronomie und neue Angebotselemente“ entwickeln und ausprobieren: „Wie können junge Menschen sich noch stärker bei MarktTreffs einbringen – hier bitten wir die Partnerorganisationen um ihren Input.“ Bereits heute würden junge Menschen in den MarktTreffs einkaufen und Treffangebote nutzen; aber in Hinblick auf Beteiligung, Kommunikation und Ausbildung solle der Austausch mit jungen Menschen intensiviert werden.
Mareike Dahms schilderte aus dem Landesfeuerwehrverband: „Bei den Feuerwehren kommen viele Generationen zusammen. Grundsätzlich ist es deshalb ein Ansatz, Digitalisierung hier als Chance zu betrachten und positiv umzumünzen.“
Ältere Funktionsträger:innen und Mitglieder sollten jüngeren Menschen nicht vorwerfen, sie würden zu viel Zeit am Smartphone verbringen. Lieber solle man den Nachwuchs aktiv einbinden und gewinnen für das, was sie gut beherrschen – eben „genau für digitale Themen in der Verbandsarbeit, als Social-Media-Beauftragte und mehr.“
Landespastor Heiko Naß mahnte bei aller Euphorie zugleich ein hohes Maß an Gefährdung an: „In unseren Diakonischen Beratungsstellen steigt der Beratungsbedarf zu Suchtverhalten und insbesondere zu ungesundem Medienverhalten vor allem jüngerer Menschen rapide an.“ Beim Thema „KI für eine bessere Gesellschaft“ brauche man „einen breiten Austausch und gesellschaftlichen Konsens, wie wir damit umgehen.“
Eindrücke vom MarktTreff-Beirat bei Bibliotheken SH:
Bürgergenossenschaft Brekendorf beim ersten CoopFest in Hamburg
Sechs Wochen nach der Auszeichnung mit dem bundesweiten GenoAward 2025, war die Bürgergenossenschaft Brekendorf / Hüttener Berge eG beim CoopFest der Genossenschaften im Hamburger Millerntorstadion. Hier trafen sich rund 450 Vertreter:innen aus den Bereichen Wohnen, Soziales, Energie, digitale Plattformen, Unternehmensnachfolge und ländliche Räume. Brekendorfs Bürgermeister Reiner Mertens als Aufsichtsrat und Nina Vogt vom Vorstand der Genossenschaft, berichteten auf der Bühne von der Entstehungsgeschichte, den Angeboten, den Erfolgen – und dem besonderen MarktTreff-Konzept.
Auf der Veranstaltung wurde intensiv über neue Entwicklungen im Genossenschaftswesen diskutiert. Laut der Initiative „#GenoDigital“ lässt sich seit diesem Jahr eine Genossenschaft digital gründen und die Versammlungen können ebenfalls digital durchgeführt werden. Zur Jahreswende sei, so die Initiative, die gefördert wird von der DATEV Stiftung Zukunft, mit einem Gesetzentwurf zu rechnen, der weitere Vereinfachungen für Genossenschaften beinhalten soll. So solle insbesondere das Prüfverfahren entbürokratisiert werden. Davon verspreche man sich einen weiteren Push in Richtung Genossenschaft.
Informationen zu Gründung und Betrieb eines MarktTreffs
Bei Interesse an der Gründung eines neuen MarktTreffs nehmen Sie bitte Kontakt auf mit dem Projektmanagement unter:
gruendung@markttreff-sh.de
Detaillierte Informationen zum Projekt MarktTreff mit vielen Arbeitshilfen und aktuellen Tipps finden Sie unter:
www.markttreff-sh.de
Das Projekt MarktTreff wird gefördert durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER), mit Mitteln des Bundes und des Landes Schleswig-Holstein im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK).
Fotos: MarktTreff SH / ews group