S, M, L, XL - die neuen MarktTreff-Modelle helfen Gemeinden

Jeder MarktTreff wird auf lokaler Ebene entwickelt, organisiert und betrieben. Die Bürgerinnen und Bürger vor Ort sind unmittelbar eingebunden, so entsteht ein MarktTreff, der auf die individuellen Bedürfnisse der Gemeinde zugeschnitten ist. Bei der Entscheidung, wie der MarktTreff jeweils konzipiert sein sollte, helfen jetzt die vier MarktTreff-Modelle, die innerhalb des Projektmanagements entwickelt wurden.

"Mit nunmehr 13 erfolgreich etablierten und 17 MarktTreffs, die konkret geplant werden, verfügt das landesweite Projektteam über ein Know-how und einen Erfahrungsschatz, auf dem die neuen MarktTreff-Modelle erarbeitet wurden", sagt Christina Pfeiffer, Projektleiterin aus dem schleswig-holsteinischen Innenministerium. "Die MarktTreff-Modelle S, M, L und XL erleichtern interessierten Gemeinden in großem Maße die Orientierung bei der Wahl und Konzeption ihres individuellen MarktTreffs." Mit der Modell-Entwicklung erhalte das erfolgreiche Konzept eine weitere Stärkung.

"Allen Modellen gemeinsam ist nach wie vor das Drei-Säulen-Prinzip 'Kerngeschäft', 'Dienstleistungen' und 'Treffpunkt'. Je nach Modell werden die drei Funktionen jedoch unterschiedlich gewichtet", sagt Thomas Grunewald von der BBE-Unternehmensberatung, die die Gemeinden in betriebwirtschaftlicher Hinsicht unterstützt. "Die Modelle S und M eignen sich für Dorfgemeinschaften mit geringem bis mittlerem Umsatzpotenzial. Der Fokus liegt bei beiden Modellen stärker auf der Funktion 'Treffpunkt'." Die Versorgung mit Lebensmitteln sei in Form eines kleinen Lebensmittelladens (Modell M) oder als Kiosk (Modell S) denkbar. Beide Modelle bedürften der finanziellen Unterstützung durch die Gemeinde. Das Modell S ist auf eine ehrenamtliche Führung angewiesen. Beim Modell M können die Betreiber Kostendeckung erwarten und eine kleine Rendite erwirtschaften.

"Die Modelle L und XL sind dagegen für Dörfer geeignet, die die Voraussetzungen für ein größeres Umsatzvolumen erfüllen", so Grunewald. "Dort liegen die Schwerpunkte zunächst auf den Funktionen Kerngeschäft (in der Regel ein Lebensmittelladen mit Vollsortiment) und Dienstleistungen. Die Treffpunktfunktion kann natürlich auch hier eine bedeutende Rolle spielen - ganz auf die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger abgestimmt. Die finanzielle Beteiligung der Gemeinde im Bereich Kerngeschäft ist geringer als bei den Modellen S und M und bietet - je nach den individuellen Umständen - eine Vollexistenz für den Betreiber oder die Betreiberin." Selbstverständlich seien die MarktTreff-Modelle mit Umsatzzahlen und weiteren Kennzahlen und Fakten detailliert hinterlegt und auf dieser MarktTreff-Webseite publiziert.

Christina Pfeiffer vom Innenministerium ergänzt: "Das Projekt ist jetzt an einem Punkt, wo die Erfahrungen MarktTreff-erprobter Betreiber praktisch eins zu eins potenziellen Betreibern zugute kommen." Der wesentliche Input für die Modellentwicklung seien die Ergebnisse der jüngsten Bereisung der Standorte durch das Projektteam gewesen. Pfeiffer: "Die Analyse der Gesprächsergebnisse zwischen Betreibern, Gemeinden und Amtsverwaltungen und Projektteam hatte die Klassifizierung der MarktTreffs hinsichtlich Eigenart der Gemeinde und Umsatzpotenzial nahegelegt und sich dementsprechend in der Entwicklung der besagten Modelle niedergeschlagen. Dadurch haben wir jetzt ein erprobtes Planungsinstrument in der Hand, das allen, die in diesen Prozess eingebunden sind, die Arbeit erleichtert."

Jeder MarktTreff wird parallel zur örtlichen Entwicklung gleichzeitig auf landesweiter Ebene vom Projektteam intensiv unterstützt und betreut - von der Behandlung übergeordneter Fragestellungen bis zur konkreten Mithilfe vor Ort bei der Umsetzung.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Gemeinden wenden sich bei Fragen zum Projektablauf und zu Förderungen bitte an die Ämter für ländliche Räume. Weitere Informationen zu vielen Einzelfragen im Zusammenhang mit den vier MarktTreff-Modellen finden Sie unter Arbeitshilfen zum einfachen Herunterladen.