Aus der Praxis - für die Praxis Erfolgreiche ERFA-Gruppe am 29. Oktober in Steinfeld

"Ich habe noch jede Menge Fragen: Hat jemand Erfahrung mit dem neuen Quelle-Lieferservice? Wie steht es bei den Kolleginnen und Kollegen mit Versicherungen? Wer macht bereits elektronische Warenwirtschaft?" Fragen von Heinz-Jürgen Harms, der seit November 2001 erfolgreich den MarktTreff in Kirchbarkau betreibt. Harms war einer der Teilnehmer der dritten ERFA-Tagung in 2003, diesmal in Steinfeld im Kreis Schleswig-Flensburg.

Der Vormittag stand ganz im Zeichen der Verkaufsförderung. Das beratende Marketing-Unternehmen ews aus Lübeck gab einen sehr umfassenden Überblick über den derzeitigen Stand der Partneraktivitäten. Neben Wirtschaftsunternehmen stehen die großen Landesverbände im Mittelpunkt vielfältiger Aktivitäten. Mit Erfolg: Das Interesse wächst, das Projekt MarktTreff zu unterstützen und zusammenzuarbeiten.MarktTreff Workshop zur Partnerplattform

Begehung des MarktTreffs Steinfeld

"Wir planen eine große Pressekonferenz, auf der Vertreterinnen und Vertreter von Landesverbänden und Landesregierung gemeinsam Partnervereinbarungen unterzeichnen werden. Wenn es terminlich klappt, noch in diesem Jahr", so Dieter Witasik, Geschäftsführer von ews. " Daneben erarbeiten wir im landesweiten Projektteam gerade einen Leitfaden zur Entwicklung von MarktTreffs, der den Projektbetreuern und Betreibern detailliert aufzeigt, wie sie Kontakte zu Ehrenamtlern in ihrer Region aufbauen können. Und mit jedem Treffen, mit jedem Blutspendetermin in einem MarktTreff, wächst die Bekanntheit der Einrichtung. Damit besteht für Betreiber zugleich die Chance, neue Kunden zu gewinnen."

 

Teil zwei der Verkaufsförderung war die Arbeit am gemeinsam entwickelten Maßnahmenkatalog in den Bereichen Kundenbindung, Kundengewinnung, Ladengestaltung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Die erstmaligen ERFA-Teilnehmer lernten Aktionsvorschläge und Serviceangebote kennen, Uta Ambrosius und Maret Bruhn, beide aus Neuwittenbek, berichteten über erste Erfahrungen aus der Praxis. "Wir schreiben zum Beispiel Artikel fürs ,Dörpsblatt' und das ,Dorfgeflüster' - das bringt mehr als jede Anzeige und ist zudem wesentlich billiger. Eine Weinprobe im MarktTreff brachte auch eine Menge Aufmerksamkeit." Ähnliches plant Harms in Kirchbarkau: "Ich will möglichst noch dieses Jahr einen große Veranstaltung rund ums Thema Käse und Wein durchführen. Was glauben Sie, was da los ist!"

Der Nachmittag gehörte ganz dem konkreten MarktTreff-"Ladencheck" in Steinfeld: Wie ist die Eingangssituation, gibt es eine Kundenführung, sind Angebote richtig platziert, ist das Getränkeangebot richtig dimensioniert, was ist mit dem Treffpunkt?

Alles hochinteressante Punkte für MarktTreff-Betreiber Norbert Matzen. Denn jede Optimierung steigert Kundenzufriedenheit, kann für mehr Käufe sorgen und damit für mehr Umsatz. Alle Teilnehmer waren von der Fülle des Sortiments beeindruckt. "Es gibt eine ganze Reihe von Bürgern, die hier gern ihren täglichen Bedarf decken", so Karl-Heinz Klinker, Bürgermeister von Steinfeld. "Deshalb ist uns ein MarktTreff so wichtig."MarktTreff Workshop zur Partnerplattform

Steinfelds Bürgermeister Karl-Heinz Klinker so wie
Maret Bruhn und Ute Ambrosius aus Neuwittenbek
bei der Besichtigung des MarktTreffs

Malte Obal von der BBE führte anhand von Fotos einmal durch den gesamten Laden, gab Anregungen und Tipps. Kontrovers diskutiert wurde in der Gruppe die Platzierung der Regale. "Gehen Sie weg von 90-Grad-Platzierungen, wo immer möglich. Bieten Sie Kunden tiefere Einblicke. Denn 60 bis 70 Prozent der Kaufentscheidungen werden erst im Laden getroffen." Bürgermeister Klinker sah das etwas anders: "Da kennen Sie die Steinfelder schlecht. Die wissen ganz genau, was sie wollen."

Norbert Matzen, MarktTreff-Betreiber in Steinfeld, zog ein positives Resümee der ERFA-Tagung: "Der offene Austausch unter den Betreiberinnen und Betreibern bringt was. Vieles sieht man danach mit anderen Augen. Und dazulernen können wir doch alle noch."

 

Das nächste ERFA-Treffen ist wieder als kombinierte Gruppe für Betreiber und Gemeinden geplant. Einer der Schwerpunkte steht schon fest: Kennenlernen der neuen landesweiten Partner.