MarktTreffs: Mit Professionalität dem Wettbewerb begegnen

Neue Entwicklungen auf jährlicher ERFA-Tagung für MarktTreff-Gemeinden, Amtsverwaltungen und Betreiber vorgestellt

Die große ERFA-Tagung 2004 für MarktTreff-Gemeinden, Amtsverwaltungen und Betreiber sorgte für ein volles Haus in Neuwittenbek (Kreis Rendsburg-Eckernförde). In der "Alten Scheune" kamen rund 70 MarktTreffler zusammen, um sich über den derzeitigen Projektstand, Aktuelles aus den Standorten sowie Hintergründe und Strategien im Umgang mit dem Bankenthema Basel 2 zu informieren.

Gut besucht war die MarktTreff-ERFA-Tagung
in der"Alten Scheune" in Neuwittenbek

"Ich kann Ihnen nur die Empfehlung geben: Gehen Sie aktiv und offen mit dem Thema Basel 2 um", sagte Ingo Fuchs, Geschäftsführer der Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein. In einem rund einstündigen Vortrag stellte Fuchs die Ziele und Leistungen der Bürgschaftsbank vor und widmete sich ausführlich den Hintergründen und Veränderungen auf dem Bankensektor.

 

Was steckt eigentlich genau hinter dem Begriff Basel 2? Worauf sollten Betreiber achten? Was bedeutet Rating? Wie lässt sich die eigene Position verbessern? – Alles Fragen, die Fuchs überaus lebendig und praxisnah behandelte.

"Ein sogenanntes Rating – neudeutsch für Einschätzung – gab es schon immer. Nur die Perfektion ist durch die Informationstechnologie enorm gestiegen. Und der Begriff Basel 2 steht für weltweit gleiche Regeln bei Kreditrisiken", so Fuchs. "Die Banken sind durch den Gesetzgeber einfach gezwungen, wesentlich konsequenter mit Kreditfragen umzugehen. Aber: Hier haben Sie durchaus Möglichkeiten, gemeinsam mit Ihrem Bankberater sogar Ihren Zinssatz zu beeinflussen."

Zusammenfassend einige Tipps vom Praktiker: Kommunizieren Sie aktiv mit Ihrer Bank Ihre Geschäftspläne und Leistungen; sorgen Sie für eine tadellose Kontoführung; geben Sie termingerecht Bilanzen ab; optimieren Sie Ihre Arbeitsabläufe; führen Sie ein regelmäßiges Controlling ein. Denn: Alles, was die Bank nicht weiß, führt zu Minuspunkten! Diese sorgen für ein schlechteres Rating – und das kann praktisch für Sie bedeuten: höhere Risikoprämie und damit letztlich höhere Zinsen.

Thomas Grunewald von der BBE sah die Situation genauso: "Stellen Sie sich einmal vor: Zurzeit suchen rund ein Viertel aller deutschen Unternehmen eine neue Bank – hauptsächlich wegen Basel 2. Zudem haben wir aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Lage eine große Pleitewelle. Und der Einzelhandel steckt da mittendrin." Vor diesem Hintergrund könne eine professionelle Unterstützung für den einen und anderen Betreiber "überlebenswichtig" sein. Das Programm "MarktTreff PLUS" setze genau hier an und biete eine Rundum-Betreuung.

Über die Vorteile der jetzt geschlossenen landesweiten Partnerschaften mit großen Verbänden und Institutionen informierte Dieter Witasik von ews, dem landesweiten MarktTreff-Marketingbetreuer. "Gehen Sie direkt auf die neuen Partner zu, werden Sie von sich aus aktiv und schließen sie möglichst eigene Kooperationen vor Ort. Wir haben jetzt acht Verbände und Institutionen als offizielle MarktTreff-Partner. Diese Partnerschaften sind mit Leben zu füllen", riet Witasik den Betreibern und Gemeinden. "Und wenn Sie sich als ein Standort in der Planungsphase über die einzelnen Projektschritte informieren wollen, empfehle ich Ihnen einen Blick in den neuen sehr detaillierten Leitfaden." Nach einer Darstellung der weiteren Arbeitshilfen, die alle im Internet unter www.markttreff-sh.de herunterzuladen sind, stellte Witasik die Ziele und Schritte für das Jahr 2004 vor.

Was Partner schon heute für die MarktTreffs leisten, erläuterte Carlo Jolly, Redakteur beim Medienpartner sh:z-Gruppe. Aktuell läuft jeweils dienstags eine Serie über die MarktTreff-Familie, weitere Artikel und Aktionen sind geplant. "Rufen Sie mich einfach an, wenån Sie ein Thema haben. Wir verstehen uns als Zeitungsgruppe für die Regionen in Schleswig-Holstein. Und da sind wir für Ihre Anregungen offen." Die sh:z-Gruppe erreicht mit ihren 16 Tageszeitungen rund 750.000 Leserinnen und Leser im Land.

Hermann-Josef Thoben aus dem Innenministerium lobte die Veranstaltung und die Beteiligten. "Was wir hier im Land gemeinsam auf die Beine gestellt haben, kann sich sehen lassen. Wenn wir weiter auf Verbesserung setzen und die Instrumente konsequent nutzen, sind wir auf dem richtigen Weg. Dies als Bestätigung und Ermunterung an alle Betreiber und Gemeinden."