Hauptverband des Deutschen Einzelhandels sieht MarktTreff als beispielhaftes Modell

„Gemeinsames Engagement der beste Weg für den ländlichen Raum“

 

B e r l i n MT 17.2.2005 – Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) sieht in den schleswig-holsteinischen MarktTreffs stabilisierende Faktoren für dörfliche und ländliche Strukturen. „Da haben Schleswig-Holstein und seine Menschen ein Beispiel geschaffen, das ein grundsätzliches Vorbild für andere Gebiete in Deutschland sein kann“, sagt Dr. Kathrin Andrae, zuständig in der Zentrale des HDE in Berlin für Wirtschaftspolitik und Mittelstand.


Besondere Vorteile sieht die 35-jährige Diplomkauffrau darin, dass bei dem Modell die regionalen Gegebenheiten und Anforderungen stets wichtige Faktoren seien und unternehmerische und Interessen der Dorfgemeinschaft direkt aufeinander abgestimmt würden.

Dr. Kathrin Andrae vom
Hauptverband des
Deutschen Einzelhandels

Für Dr. Kathrin Andrae vollzieht sich ein genereller Strukturwandel im Einzelhandel, der allerdings seine regionalen Ausprägungen habe. „Wenn wir über den ländlichen Raum reden, gibt es in Süddeutschland sicherlich noch gesündere Strukturen als in Nord- und vor allem Ostdeutschland. In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt oder Teilen Sachsens haben wir in diesem Bereich mit massiven Problemen zu kämpfen.“ Aber dass das Thema Einzelhandelsversorgung im ländlichen Raum Länder übergreifend aktuell sei, zeige auch, dass zum Beispiel auch in Rheinland-Pfalz an Modellen (wie den Nachbarschaftsläden) aktiv gearbeitet werde.

„Wir reden beim Einzelhandel auf dem Land über das Kernsortiment für die Nahversorgung“, so Dr. Andrae. In anderen Bereichen – wie etwa bei Textilien – habe eine Umorientierung aus den ländlichen Räumen in die Ballungsgebiete bereits stattgefunden. Im Grundversorgungsbereich gehe es daher darum, im Zusammenspiel von Einzelhändlern und örtlicher Bevölkerung bestehende Einrichtungen langfristig zu sichern oder sogar zu revitalisieren. „Dieses Miteinander, – das Konzert der angebotenen Dienstleistungen, der Magnet Einzelhandel im Dorf und das Engagement von Bürgern bei unterschiedlichen Aktivitäten – machen das Modell aus HDE-Sicht so attraktiv.“

Die Verknüpfung von Bürger- und unternehmerischem Engagement sei der beste Weg zum Erfolg. „Einzelhändler in den Dörfern sollten auf Bürgerinnen und Bürger in den Gemeinden zugehen“, empfiehlt Kathrin Andrae, „gemeinsam eine breite Diskussion entfachen, um die eigenen Orte lebensfähig und attraktiv zu halten und so die Zukunft zu gestalten.“ Bei diesem Prozess gehe es um Fragen wie: Was ist uns unser Dorf an Engagement und Einsatz wert? Was wollen wir tatsächlich an Angeboten, Dienstleistungen und Aktivitäten haben? Was können wir gemeinsam bewegen?

Als richtigen Grundgedanken beim Projekt MarktTreff sieht Dr. Kathrin Andrae, „dass der Einzelhandel zu den Menschen kommt – dorthin, wo sie im ländlichen Raum leben, nicht umgekehrt“. Denn eine Entwicklung, so die HDE-Expertin, werde sich in den kommenden Jahren – gerade aufgrund des demografischen Wandels hin zu einer Bevölkerungsstruktur mit sehr hohem Seniorenanteil – ohnehin verstärken: „Die Sogkraft der Metropolen nimmt zu. Ein Beispiel: In einem Umkreis von rund 50 Kilometern um Berlin werden Sie auch zukünftig keine Versorgungsprobleme haben. Aber was wird außerhalb dieses Radius noch übrig bleiben?!“

Deshalb empfiehlt Einzelhandelsexpertin Andrae anderen Regionen in Deutschland, sich mit dem schleswig-holsteinischen Modell MarktTreff zu beschäftigen und selbst neue Impulse für eine erfolgreiche Partnerschaft von Einzelhandel und Kunden im ländlichen Raum zu setzen.