1.800 Besucherinnen vom 70. LandFrauenTag begeistert –
Verdienstkreuz am Bande für Bürgermeister Willi Berendt

N e u m ü n s t e r / K i e l MT 06.06.2017 – Die Holstenhallen waren voll, für Ulrike Röhr war es eine Premiere, und Moderator Jan Malte Andresen fühlte sich sichtlich wohl mit 1.800 Frauen: Zum 70. Mal fand jetzt der LandFrauenTag statt und wurde entsprechend gefeiert – und zum ersten Mal begrüßte Ulrike Röhr in ihrer neuen Funktion als Präsidentin des rund 30.000 Mitglieder zählenden Verbandes die Besucherinnen, die aus allen Landesteilen nach Neumünster gekommen waren.

 


 

 

Ulrike Röhr, Präsidentin des LandFrauenVerbandes Schleswig-Holstein begrüßte die rund 1.800 Teilnehmerinnen.





  Austausch am MarktTreff-Stand (Foto oben, v. l. n. r.): Landtagspräsident Klaus Schlie, Hermann-Josef-Thoben (Vorsitzender Akademie für die Ländlichen Räume SH) und Jürgen Blucha (Referatsleiter Ländliche Entwicklung im Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume).
Foto unten: Volles Haus beim LandFrauenTag in den Holstenhallen

 

Unter dem Motto „Wir feiern gemeinsam mit Kopf, Herz und Stimme“ setzen die LandFrauen ein besonderes Zeichen, hatten mit Daniel Scholz vom Institut für Musikphysiologie und Musiker-Medizin der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover einen profunden Fachmann auf die Bühne geholt, der erläuterte, wie Musik auf das Gehirn wirkt und Töne zu Glücksgefühlen führen können.

 

Gefeierte Stars des Tages aber waren die Mitglieder des Chors „Fliekemas“ der Stiftung Mensch aus Dithmarschen. Die 25 körperlich und / oder geistig behinderten Sängerinnen und Sänger begeisterten mit Liedern, die sie selbst umgetextet hatten. Landtagspräsident Klaus Schlie betonte in seinem Grußwort, dass die LandFrauen in gesellschaftlichen Fragen kein Thema ausklammerten, sich mit einbrächten, Veränderungen anstießen und stets mit anpackten.

 

Und so informierten sich beim LandFrauenTag die Besucherinnen an vielen Ständen von Initiativen und Projekten über aktuelle Entwicklungen und Angebote. Am MarktTreff-Stand gab es beispielsweise einen regen Austausch zur aktuellen Situation in Dörfern mit und ohne Multifunktionszentren. Dabei wurde immer wieder deutlich, wie wichtig das ehrenamtliche Engagement vor Ort für den Erfolg solcher Projekte ist.

 

 

Hohe Auszeichnung nach 30 Jahren Bürgermeister

 

Witzworts Bürgermeister Willi Berendt ist von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Ministerpräsident Torsten Albig überreichte in Kiel dem 79-Jährigen, der seit seinem dritten Lebensjahr in der nordfriesischen Gemeinde lebt, die hohe Auszeichnung.

Seit 1978 ist Berendt immer wieder zum Gemeindevertreter gewählt worden, 1986 übernahm er das ehrenamtliche Bürgermeisteramt, das er nun Anfang Mai seit 30 Jahren bekleidet. Im kommenden Jahr mit der Kommunalwahl solle aber Schluss mit der Politik sein. „Dass ich - oft im Team – so viele Dinge für die Gemeinde bewegen konnte, verdanke ich dem Rückhalt durch meine Familie“, sagt Berendt, den sein trockener Humor, sein geschicktes Verhandeln und seine Schlagfertigkeit auszeichnen.

 


 
Ausgezeichnet für seine ehrenamtliche Arbeit für die Gemeinde und das Gemeinwesen: Bürgermeister Willi Berendt aus Witzwort   Eines der Lieblingsprojekte von Bürgermeister Berendt: der MarktTreff in Witzwort

 

Sehr am Herzen liegen dem Bürgermeister in allen Amtsjahren Infrastruktur und Grundversorgung. 1970 habe es noch vier Kaufleute und zwei Bäcker im Ort gegeben. 2003 sei dann der MarktTreff ins Leben gerufen worden, um die Versorgung aufrechtzuerhalten. „Und der ist aus unserem Witzwort nicht mehr wegzudenken", so Berendt und ergänzt: „Er hat sich in der jüngsten Zeit mit dem Team um die Kaufleute Pioch aber auch richtig gut entwickelt.“

 

Unter Willi Berendt ist Witzwort zu einer innovativen Kommune geworden, die gerade auch für junge Familien interessant ist. „140 Häuser sind seit 1986 in unserem Dorf gebaut worden“, erzählt der Bürgermeister, der in seiner Gemeinde als Schulbusfahrer und Hausmeister beschäftigt war, bevor er ab 1987 Generalvertreter einer Versicherung wurde.

Im Grunde seines Herzens aber ist Willi Berendt ein „Schrauber“. Er regelt jedoch nicht nur Stellschrauben im Sinne seiner Gemeinde, sondern zieht sich auch gern in seine Garage zurück: Dort schraubt er seit vielen Jahren mit großer Leidenschaft an Oldtimern. So brachte er Motorräder wieder ans Laufen – „mein Lieblingsstück war eine BMW-Maschine aus dem Jahr 1955“ –, drehte zum Teil Ersatzteile selbst und kümmert sich nun liebevoll um einen historischen Mercedes Benz. So ist es nicht ungewöhnlich, wenn der Bürgermeister Gäste auf einer Rundfahrt durch sein Witzwort im exklusiven Gefährt chauffiert ...