MarktTreff – wie ist künftig der Weg zur Förderung?

Christina Pfeiffer (MELUR) erläutert im Interview die neue Förderung von ILE-Leitprojekten

K i e l  MT 11.02.2016 – Christina Pfeiffer aus dem Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MELUR) spricht im Interview über die neue ELER-Förderperiode 2014 bis 2020. Dabei gibt sie Hintergrundinformationen und Tipps zur Förderung von MarktTreffs. Bei der Antragstellung hat sich einiges verändert – Pfeiffer erläutert die Details.

 

Was sind die Ziele des neuen Landesprogramm ländlicher Raum (LPLR) für die Förderperiode 2014 bis 2020?

 

Christina Pfeiffer: Schleswig-Holstein will künftig noch bessere Antworten geben, wie eine lebenswerte Zukunft für die ländlichen Räume vor dem Hintergrund des demografischen Wandels gesichert werden kann. Die neue ELER-Förderperiode soll genutzt werden, um Potenziale für die Erhaltung der Lebensqualität auf dem Lande gezielt auszubauen. Dabei gilt es, die Kräfte zu bündeln und das Wir-Gefühl zwischen Haupt- und Ehrenamt zu stärken.

 

Welche Schwerpunktthemen werden gefördert?

 

Christina Pfeiffer: Die Sicherung der Daseinsvorsorge ist ein wichtiges Anliegen, mit Schwerpunkten wie Bildung und Nahversorgung. Erprobte multifunktionale Ansätze der Nahversorgung wie zum Beispiel MarktTreffs sollen fortgesetzt und konzeptionell weiter entwickelt werden. Die Verknüpfung stationärer Angebote mit mobilen Konzepten ist ein neuer Aspekt, ebenso wollen wir verstärkt die Gründung von Genossenschaften als Träger anregen.
Im Bildungsbereich gibt das Land Anreize, neue Partnerschaften zu bilden und möglichst viele Angebote zu verknüpfen – so wie es schon bei MarktTreffs erfolgreich umgesetzt wird. Die Dorfschule von gestern könnte zukünftig zum „Haus des Lernens und Lebens" für alle Generationen entwickelt werden. Daneben bestehen Fördermöglichkeiten zum Erhalt des ländlichen Kulturerbes sowie in bildungsorientierte touristische Naturerlebnisinfrastrukturen. Alle diese Förderbereiche sind als so genannte „ILE-Leitprojekte" zusammengefasst.

 

Wie hoch sind die maximalen Förderungen?

 

Christina Pfeiffer: Künftig können Gemeinden als Zuwendungsempfänger eine Förderung von bis zu 75 Prozent der Gesamtinvestition  erhalten. Dabei beträgt die Höchstsumme der Förderung 750.000 Euro. Der Mindestzuschussbedarf für Investitionen beträgt 100.000 Euro. Zwingend ist dabei immer ein Nachweis der wirtschaftlichen Tragfähigkeit inklusive der Folgekosten vorzulegen.

 

Wie läuft das Antragsverfahren?

 

Christina Pfeiffer: Künftig wird zweimal pro Jahr im Rahmen von „Projektauswahlverfahren" über die Förderanträge entschieden. Im Vorfeld richten die Projektträger ihre bewilligungsreifen Förderanträge an das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR). Neu ist, dass die Anträge eine ZBau-Prüfung beinhalten müssen. Die Koordinatoren der LLUR beraten im Vorfeld gern und sind bei der Antragstellung behilflich. Das Projektauswahlverfahren für die ELER-Mittel erfolgt zu bestimmten Stichtagen – aktuell zum 1. April und 1. November des Jahres. Die Anträge dazu werden kontinuierlich entgegen genommen. Alle bis zu dem jeweiligen Stichtag vorliegenden Förderanträge werden nach Prüfung auf Förderfähigkeit anhand von Auswahlkriterien mit einem Punktesystem bewertet und in eine Rangfolge gebracht. Die Bewilligung erfolgt entsprechend dieser Rangfolge im Rahmen des verfügbaren Finanzmittelbudgets.

 

Das klingt alles sehr anspruchsvoll? Wo gibt es Beratung und Unterstützung?

 

Christina Pfeiffer: Das ganze Verfahren ist auch für das Ministerium sowie für die Koordinatoren neu. Aber von den Koordinatoren in den Landesämtern erhalten interessierte Gemeinden größtmögliche Unterstützung. Am besten reichen interessierte Gemeinden ihre Anträge zur Klärung von nicht eindeutigen Angaben frühzeitig ein. Wir raten dazu, dies rund sechs Wochen vor den Stichtagen, also zum 15. Februar sowie zum 15. September des Jahres, zu tun. Dann kann man bei Bedarf gemeinsam offene Fragen klären und fehlende Unterlagen nachreichen. Im Übrigen stellen wir die jeweils aktuellen Informationen zum Verfahren (Stichtage, Budgets, Projektauswahlkriterien) auf der Internetseite des Landes unter dem Stichwort: „Leitprojekte Integrierte ländliche Entwicklung (ILE)″ zur Verfügung:

http://www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/L/laendlicheraeume/leitprojekteILE.html