MarktTreff Nr. 36 in Delve eröffnet –
Reger Informationsaustausch bei der SHGT-Delegiertenversammlung

D e l v e / N o r t o r f   MT 25.11.2015 Der 36. MarktTreff in Schleswig-Holstein ist eröffnet: In der ehemaligen Schule in der Gemeinde Delve (Kreis Dithmarschen) entstand innerhalb weniger Monate ein neuer kleiner Dorfladen, der Ausgangspunkt für die weitere Entwicklung zu einem multifunktionalen MarktTreff sein soll. Eine der treibenden Kräfte war bei der bisherigen Entwicklung eine neu gegründete Bürgergenossenschaft. Dieser Baustein spielte auch in Gesprächen auf der diesjährigen Delegierten-Versammlung des Schleswig-Holsteinischen Gemeindetages immer wieder eine Rolle, die zum Thema MarktTreff und seine weitere Entwicklung in Nortorf geführt wurden.

 

Das ganze Dorf schien auf den Beinen zu sein, als am ersten Öffnungstag der rund 60 Quadratmeter große „Unser Dorfladen" im MarktTreff Delve in der knapp 700 Einwohner zählenden Eider-Gemeinde gefeiert wurde. Bürgermeisterin Petra Elmenthaler wies in ihrer Begrüßungsrede ausdrücklich darauf hin, dass der MarktTreff-Laden ein „Baby" ihres überraschend verstorbenen Vorgängers Peter Maaß sei. Viele hätten dazu beigetragen, dass nun die erfolgreiche Geburt unter so großer Anteilnahme gefeiert werden könne. Jürgen Blucha, Referatsleiter Ländliche Entwicklung im Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume zeigte sich beeindruckt, wie zügig und zielstrebig in Delve eine Bürgergenossenschaft ins Leben gerufen worden sei, um die Verwirklichung des ersten Schritts der MarktTreff-Idee durch den Kauf von Ladeninventar zu unterstützen. Und Amtsvorsteher Manfred Lindemann vom Amt Kirchspielslandgemeinden Eider machte in seiner launigen plattdeutschen Rede deutlich, was für ein positives Signal Gemeinde und Ehrenamt mit ihrem Vorhaben setzten.

 


  

Die Bürgermeisterinnen Petra Elmenthaler (links)
und Hemi Rau enthüllten das Dorfladenschild.
  Berit Thomsen und ihr Mann Knut betreiben den neuen
MarktTreff-Laden in Delve.

 

Denn der kleine Dorfladen wurde als Einstieg in eine größere MarktTreff-Entwicklung und ohne Fördergelder allein von Gemeinde und Genossenschaft realisiert. Dieser Schritt war Delve - aber auch der Nachbargemeinde Hollingstedt, in deren Name Bürgermeisterin Helmi Rau gratulierte - so wichtig, da im Oktober die letzte kleine Lebensmittel-Einkaufsmöglichkeit im Dorf geschlossen hatte. Nun gibt es wieder einen Laden, geführt von Berit Thomsen und ihrem Mann Knut: „Unser Dorfladen" im MarktTreff setzt stark auf regionale und ökologisch erzeugte Produkte. Was nicht sofort in den Regalen vorhanden ist, wird für Kunden nach Möglichkeit kurzfristig besorgt.

 


  

Der neue MarktTreff-Laden entstand in der ehemaligen Schule in Delve als erster Baustein eines multifunktionalen MarktTreffs.

  Bereits am Eröffnungstag herrschte große Nachfrage in dem Geschäft, das besonderen Wert auf regionale Produkte legt.


   
Unterzeichnung der Vereinbarung durch Jürgen Blucha vom Ministerium (rechts) und Bürgermeisterin Petra Elmenthaler (Mitte): Die Gemeinde darf nun die Marke MarktTreff nutzen.   Eine entsprechende Vereinbarung unterschrieben Betreiberin Berit Thomsen von "Unser Dorfladen" und Delves Bürgermeisterin Petra Elmenthaler (rechts).

 

Ein großer Dank ging am Eröffnungstag an die Mitglieder der Genossenschaft. Für sie gab es ein exklusives Würfel-Gewinnspiel, das stark frequentiert wurde. Fast 190 Genossinnen und Genossen hat die „Genossenschaft Treffpunkt Eiderschleife eG" - eine beeindruckende Zahl im Vergleich zur Gesamtbewohnerzahl. Während der Gründungsphase hatte ein „Zeichnungs-Barometer" stets angezeigt, wie aktiv die Delver bereits waren. 20.000 Euro sollten durch Anteile eingesammelt werden - eine Summe, die spielend überboten wurde.  

 

  
Amtsvorsteher Manfred Lindemann erinnerte in seiner Rede auch an Bürgermeister Peter Maaß, der das MarktTreff-Projekt in Delve mit initiiert hat.


  Jürgen Blucha, Referatsleiter Ländliche Entwicklung im Ministerium, stellte die schnelle Gründung der Genossenschaft heraus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Beispiel Delve war auch Bürgermeistern und Bürgermeisterinnen bekannt, die zur Delegiertenversammlung des Schleswig-Holsteinischen Gemeindetages ins Holsteinische Haus nach Nortorf gekommen waren. So wurde die Idee einer Genossenschaft als unterstützendes Konstrukt bei der Entwicklung eines MarktTreffs als positiv begrüßt. Mit großer Freude berichteten Sehestedts Bürgermeisterin Rita Koop und Amtsdirektor Andreas Betz (Amt Hüttener Berge), dass die Gemeinde am Nord-Ostsee-Kanal einen Tag zuvor den offiziellen Förderbescheid für die Errichtung ihres MarktTreffs erhalten habe. Nun wird aus dem bisherigen, bereits sehr beliebten Imbiss ein neues multifunktionales Dorfzentrum, das weit mehr als ein gastronomisches Angebot bieten wird.

 

Die Weiterentwicklung der ländlichen Räume stand auch im Fokus des öffentlichen Teils der SHGT-Delegiertenversammlung. Lutz Kirschberger, Zweigstellenleiter für Rendsburg und Neumünster bei der Industrie- und Handelskammer zu Kiel, präsentierte seine Sicht und seine Erfahrungen zum Thema „Der ländliche Raum: Ein starker Standort für die Wirtschaft?".

 

Unter dem Titel „Wirtschaftswunderland" zeigte Dr. Marcus Trapp, Hauptabteilungsleiter beim Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE in Karlsruhe, Entwicklungen auf, die sich für Unternehmen in ländlichen Regionen bis zur Weltmarktführerschaft nutzen ließen. Das Fraunhofer-Institut ist derzeit sehr aktiv in einem Projekt in Rheinland-Pfalz engagiert, bei dem sich technologisch-interessierte, motivierte und kreative Landkreise oder Verbandsgemeinden des Bundeslandes als Digitale Dörfer national und international präsentieren können. Ziel ist der Aufbau von zwei Testregionen innerhalb von drei Jahren. Durch den Einsatz intelligenter Informations- und Kommunikationstechnologien sollen Herausforderungen angegangen werden wie Mobilität und Logistik (Ein- und Auspendeln, Nahversorgung und neue Geschäftsmodelle für den Handel), Infrastruktur und Gebäudemanagement (effiziente Nutzung bestehender öffentlicher Infrastruktur und Gebäude durch den Einsatz von IT) und neue Arbeitsmodelle für ländliche Räume (nicht nur als Folge von Telearbeitsplätzen, sondern beispielsweise neuen Technologien und Organisationsmodellen).

 

  

Bei der diesjährigen Delegiertenversammlung des Schleswig-
Holsteinischen Gemeindetages kamen viele Vertreter der kommunalen
Familie in Nortorf zusammen.
  Das Projekt MarktTreff Schgleswig-Holstein
bot vielfältige Informationsmöglichkeiten an
seinem Stand.