MarktTreff-Jahresgespräche: Viele Gemeinden entwickeln ihre Nahversorgung weiter

K i e l MT 18.06.2015 - MarktTreff sichert in mehr als 30 Gemeinden die wohnortnahe Versorgung und stärkt die Lebensqualität in den ländlichen Räumen Schleswig-Holsteins. Doch wie bestehen die Läden im Wettbewerb, wie zufrieden sind die Gemeinden mit ihren jeweiligen Kaufleuten und Gastronomen, was gibt es für neue Entwicklungen und Angebote? Diese Fragen hat das Beraterteam der ews group und der BBE Handelsberatung gerade in vielen Einzelgesprächen vor Ort diskutiert.

 

 

„Für uns ist die Versorgung durch unseren Kaufmann Thies Hansen und sein Team ganz wichtig", beginnt Jürgen Meyer, Bürgermeister in Schwabstedt (Kreis Nordfriesland), sein Resümee. Gerade hat er gemeinsam mit Hans-Heinrich Thomsen für weitere zehn Jahre einen Mietvertrag für die MarktTreff-Immobilie unterzeichnet. Die Gemeinde steht zu den verschiedenen Aktivitäten, die sich an diesem Standort im Umfeld des EDEKA-Marktes Hansen abspielen: Tourist-Info, gemeinsames Essen, Büchertausch, Klönecke, Deko- und Geschenkideen. Für die Bürgerinnen und Bürger des Kirchspiels sowie für Touristen ist der MarktTreff erster und wichtiger Anlaufpunkt. Seitdem die Sparkasse ihre Filiale gegenüber geschlossen hat, kann im Markt auch Bargeld ausgezahlt werden. Am 17. Juli sollen mit einem Fest die nächsten zehn Jahre eingeläutet werden: „Wir alle sind gespannt, wie der MarktTreff im Jahr 2025 aussieht", sagt Meyer schmunzelnd. 
                    

  Jürgen Meyer, Bürgermeister von Schwabstedt (links), bei der Vertragsunterzeichnung mit Hans-Heinrich Thomsen

 


In St. Margarethen (Kreis Steinburg) ist die Gemeinde ebenfalls dabei, das aktuelle Angebot weiter zu stärken. „Wir machen unseren Ortskern fit für die Zukunft. Das Gebäude und den Platz neben dem MarktTreff haben wir dazu gekauft", so Bürgermeister Volker Bolten. Jetzt wolle man über die AktivRegion Fördermittel einwerben für einen Umbau des Marktes, neue Servicebereiche, E-Tankstelle, nahe Parkflächen und mehr: „Alles unter einem Dach - das wird bei uns hoffentlich bald noch mehr Wirklichkeit."


„MarktTreff ist beispielhaft für viele Gemeinden im ländlichen Raum. Wir sind sehr froh, dass wir uns 2005 dafür entschieden haben", schwärmt Jens-Peter Clausen, Vorsitzender des Bauausschusses in der Gemeinde Medelby (Kreis Schleswig-Flensburg). Zum Jahreswechsel wollen die MarktTreff-Immobilienbesitzer einen umfassenden „Relaunch" durchführen, den Marktbereich erweitern - „aber natürlich weiter bei MarktTreff dabei sein", so Clausen. „Wir freuen uns schon auf die Grüne Woche 2016 in Berlin und würden gern MarktTreff dort vertreten."

 



Der MarktTreff in Brodersby wurde gerade um einen neuen kleinen Bankbereich mit Geldautomat und Kontoauszugsdrucker erweitert.

 

„Allein diese Beispiele zeigen schon, dass MarktTreff sich kontinuierlich weiterentwickelt", ergänzt Projektmanager Ingwer Seelhoff (ews group) für das landesweite Beraterteam. Insgesamt sei man zufrieden mit den Ergebnissen der diesjährigen Bereisung. Natürlich würde es auch Standorte geben, die ihr Konzept veränderten und neue Betreiber suchten, aber an vielen Standorten sei „alles im grünen Bereich".


Die wirtschaftliche Entwicklung im Berichtszeitraum des Jahres 2014 liest sich so: Die überwiegende Anzahl der Läden haben sich positiv entwickelt: 13 erzielten im Jahr 2014 ein stabiles Ergebnis, fünf Betreiber steigerten sogar Umsatz und Ertrag. Dazu kommen fünf Standorte, die ihr Konzept oder den Standort gänzlich neu ausrichten. In zwei Gemeinden ist das wirtschaftliche Ergebnis nicht zufriedenstellend.

 


Vor dem MarktTreff in Ladelund hält nun regelmäßig auch der zweite
ehrenamtlich gefahrene Bürgerbus.

 

Die Themen Ehrenamt und Regionalität gewinnen weiter an Bedeutung. So wird in Kirchbarkau (Kreis Plön) zurzeit eine ehrenamtliche Gruppe gebildet, die dem Kaufmann bei Bedarf aktiv im Laden zur Hand gehen will. Kirsten Voß-Rahe vom Hof Viehbrook (Kreis Plön) setzt zukünftig noch stärker auf hofeigene und regionale Lebensmittel: „Das Bewusstsein für Produkte aus der Region nimmt deutlich zu. Die Leute möchten wieder wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen - am liebsten noch die Schweine auf der Wiese laufen sehen."