MarktTreff Nr. 34 in Heidgraben eröffnet –
Bürgermeister sind zufrieden mit Entwicklung

H e i d g r a b e n / K i e l  03.09.2014 − Mit einem offiziellen Festakt ist in Heidgraben (Kreis Pinneberg) am 28. August der 34. MarktTreff eröffnet worden. Nach rund zehnjähriger Planung und Entwicklung war Schleswig-Holsteins dienstältestem Bürgermeister Udo Tesch seine Freude ins Gesicht geschrieben: „Das ist ein großer Tag für unsere Gemeinde." Mit dem MarktTreff erhalte Heidgraben seinen lang ersehnten Dorfmittelpunkt. Wie wichtig diese Funktion von MarktTreffs ist, zeigte sich auch bei einer Bürgermeisterrunde im Kieler Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume.

 


 

Der neue MarktTreff Heidgraben bündelt vielfältige Funktionen: Lebensmittelgeschäft, Bäckerei, Treffpunkt, Veranstaltungsräume, Friseursalon und Bankautomat. Immer wieder betonten Redner der Festveranstaltung, zu der über 100 Gäste aus Politik, Verwaltung, Vereinen, Organisationen sowie Bürgerinnen und Bürger aus der Gemeinde kamen, dass es vor allem der Beharrlichkeit von Bürgermeister Tesch zu verdanken sei, dass der MarktTreff realisiert wurde. Insgesamt wurden rund 2,2 Millionen Euro investiert. Die AktivRegion Pinneberger Marsch & Geest hatte das Vorhaben erfolgreich in das Auswahlverfahren der landesweiten Leuchtturmprojekte eingebracht und somit wurde eine Förderung mit 750.000 Euro aus europäischen, Bundes- und Landesmitteln möglich. Nach zahlreichen Verzögerungen in der Umsetzung setzt der MarktTreff nun positive beispielhafte Zeichen, wie Hermann-Josef Thoben vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MELUR) herausstellte: „Der MarktTreff Heidgraben ist der erste im Land, der von einer Bürgergenossenschaft mit unterstützt wird." Dies könne durchaus Schule machen. „Sie werden mit Sicherheit Besucher bekommen, die sich hier vor Ort informieren wollen." Thoben betonte, dass das Engagement so vieler Beteiligter - ob Gemeinde, Betreiber, AktivRegion, Amt, AWO, Bürgergenossenschaft, Volksbank oder Lieferant coop - wirklich beeindruckend sei, gerade trotz der langen Entwicklungs- und Umsetzungsdauer.

 

Eine große Gästeschar aus Politik, Verwaltung, Vereinen,
Organisationen und Bürgern kam zur Eröffnung.
Der Kindergarten Heidgraben singt zur Eröffnung ein Lied.

 

 


                                               Bürgermeister Udo Tesch bei
                                               der Begrüßung der Gäste
Hermann-Josef Thoben vom MELUR
hebt das große Engagement aller
Beteiligter besonders hervor.

 

 

Architekt Arne Neumann übergab den symbolischen MarktTreff-Schlüssel an Bürgermeister Udo Tesch, der ihn sogleich an Ladenbetreiber Manfred Langer und dessen Frau Britta weiterreichte. Das komplette Management für den Veranstaltungs- und Treffbereich übernimmt der Ortsverein Heidgraben der AWO. Vorsitzende Marion Sörensen: „Wir haben bereits eine hohe Auslastung - und es kommen immer mehr Anfragen!"

 



Bürgermeister Udo Tesch bekommt von Architekt Arne Neumann
den symbolischen Schlüssel ...
 ...und reicht ihn direkt an Betreiber Manfred und Britta Langer weiter.

 

Architekt Arne Neumann, Britta Langer und Manfred Langer (Betreiber), Friseurmeisterin Christina Gruber, Marion Sörensen (AWO),
Bürgermeister Udo Tesch, Hans-Peter-Ebeling, Dirk Freese und Hermann-Josef Thoben vom MELUR (v.l.n.r.) 

 

 

        Betreiber Manfred Langer und Marion Sörensen vom
        AWO-Ortsverein
Manfred Langer mit Glückwunschtorte von
Bäckerei Eggers

 

 

Sehr erfreut zeigten sich die beiden Vorstände der Bürgergenossenschaft Heidgraben, Hans-Peter Ebeling und Dirk Freese, über die abschließende Eröffnungsbotschaft, die Pastorin Almuth Bretschneider überbrachte: auch die Evangelisch-lutherische Erlöserkirchengemeinde wolle einen Anteilsschein an der Genossenschaft zeichnen. Hans-Peter Ebeling: „Jetzt haben wir bereits über 160 Mitglieder- es dürfen aber gern noch mehr werden."

 

                                                Der neue Laden- und Kassenbereich im MarktTreff Heidgraben

 

 

Bürgermeisterrunde stellt positive Effekte heraus


Zu einem Austausch im Kieler Landwirtschaftsministerium kamen jüngst Bürgermeister aus den MarktTreff-Gemeinden Hohenfelde, Rantrum und Stadum zusammen. Dabei betonten sie einhellig die positive Entwicklung ihrer Nahversorgungszentren.


Gesa Fink, Bürgermeisterin aus Hohenfelde (Kreis Plön), schilderte den nur 26-monatigen Prozess in ihrer Gemeinde bis zur Eröffnung im Juni dieses Jahres. Als wichtige Erfolgsgaranten hob sie die Begleitung durch den örtlichen MarktTreff-Ausschuss und die enge Zusammenarbeit mit der erfahrenen Kaufmannsfamilie Alpen hervor: „Unser Kaufmann war von Beginn an in die Planungen eingebunden. Wir treffen uns jetzt weiter regelmäßig zur Abstimmung." Die Einbindung in Alpens Filialsystem würde sich für alle auszahlen, „wir profitieren von den günstigen Preisen in den größeren Läden", so Fink.


Rantrums Bürgermeister Horst Feddersen blickte auf eine ähnlich lange Entwicklung wie in Heidgraben zurück: Seine Gemeinde im Kreis Nordfriesland startete vor rund acht Jahren mit der Idee für einen MarktTreff, der zunächst im kleinen alten Dorfladen entstand. Heute ist er stolz auf „das Multifunktionszentrum", das seit der Eröffnung vor drei Monaten alle Erwartungen übertreffe: „Der Laden läuft hervorragend, unser Kaufmann Michael Otto macht einen richtig guten Job. Der Treff wird ständig genutzt, wir planen jetzt noch einen Wochenmarkt als Ergänzung." Das MarktTreff-TV mit Nachrichten und Terminen aus der Region werde von Vereinen und Firmen gut angenommen. „Mein nächstes Projekt ist ein MarktTreff-Mobil. Den Bus wollen wir für Senioren und die Jugendarbeit nutzen", ergänzte Feddersen.


Von zufriedenen Kunden und Bürgern berichtete ebenfalls Bürgermeister Werner Klingebiel aus Stadum (Kreis Nordfriesland). „Wir sind ja nun schon elf Jahre dabei und haben in dieser Zeit so manches erlebt. Heute sind wir sehr zufrieden mit unserem Dorfladen. Seit der Wiedereröffnung im April läuft es richtig gut", betonte Klingebiel. Kleine Umbauten hätten eine große Wirkung gehabt, das Sortiment würde stimmen und die drei Verkäuferinnen würden „sich sauwohl fühlen", so Klingebiel schmunzelnd. Weiter unterstrich er die Vorteile einer Filialanbindung: „Unser Kaufmann Sven Lück betreibt noch einen großen Markt und wir zahlen die gleichen Preise wie im nahen Leck. Das überzeugt."


Für das Ministerium seien solche intensiven Austauschrunden ganz wichtig, sagte Referatsleiter Hermann-Josef Thoben, um aus der Praxis vor Ort direkt zu lernen und die richtigen Schlüsse zu ziehen. Eine solche Nähe zwischen den verschiedenen Ebenen zeichne Schleswig-Holstein in den ländlichen Räumen aus im Vergleich zu anderen Bundesländern.