MarktTreff im Rampenlicht –
in Rantrum und beim LandFrauenTag

R a n t r u m / N e u m ü n s t e r MT 22.05.2014 − Die Zeiten des alten MarktTreffs in Rantrum sind vorbei: Mit Begeisterung wurde jetzt der großzügige Neubau des Multifunktionszentrums in der nordfriesischen Gemeinde eröffnet. Zur gleichen Zeit präsentierte sich das MarktTreff-Projekt auf dem LandFrauenTag in Neumünster. Rund 1.600 Teilnehmerinnen kamen zu der Veranstaltung des landesweiten MarktTreff-Partners in die Holstenhallen.

 

Mit einem Frühlingsgruß aus Gedicht und Lied erfreuten die Kinder des Rantrumer Kindergartens die Eröffnungsgäste aus Gemeinde, Vereinen, Verwaltung und Politik. Die Rantrumer Jungen und Mädchen hatten mit ihren Erzieherinnen selbst einen Text geschrieben: über den MarktTreff in ihrem Ort, Kaufmann Michael Otto und Bürgermeister Horst Feddersen. Der berichtete über den acht Jahre währenden, nicht immer einfachen Weg, um den neuen MarktTreff zu realisieren. Feddersen dankte den Begleitern von Land, Amt, AktivRegion, Beratern und Wirtschaft für die Unterstützung. Grundsätzlich arbeitete die Gemeinde seit vielen Jahren ganz intensiv an der Entwicklung der Infrastruktur des Dorfes: Sportverein, Kindergarten, MarktTreff seien dafür Beispiele des Erfolges. Feddersen: „Alle Bürger stehen nun in der Verantwortung, den MarktTreff durch Einkäufe zu unterstützen und das neue Dorfzentrum mit Leben zu erfüllen." Der Bürgermeister übergab im Anschluss symbolisch den Schlüssel an Kaufmann Michael Otto, der sich als Betreiber des Topkauf-Ladens ebenfalls für die breite Unterstützung bedankte.  

 


Reichlich Betrieb herrschte am Einweihungstag des neugebauten MarktTreffs im nordfriesischen Rantrum.

Sieben Mitarbeiter sind im neuen Laden von Michael Otto mit Backwaren und Café-Angebot tätig. Zum Service gehört auch ein Bringdienst. Einzigartig ist bisher das „MarktTreff-TV": „Hier werden unter anderem aktuelle Meldungen aus Rantrum eingeblendet", sagt Horst Feddersen. Das Gebäude mit seinem Lebensmittelmarkt, Bürgerbüro, Poststelle, Geldautomat der Husumer Volksbank und Lottoannahmestelle ist an eine Biogasanlage angeschlossen, eine eigene Solaranlage liefert Strom. Für ein neues Angebot will das DRK im MarktTreff sorgen: einen Büchertausch für jedermann.

 

Hermann-Josef Thoben, Referatsleiter im Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, hob die Besonderheit des Projektes in Rantrum hervor. Es sei nicht immer leicht gewesen, aber gemeinsam sei etwas Tolles entwickelt und umgesetzt worden. Und Eva-Maria Kühl, stellvertretende Amtsvorsteherin des Amtes Nordsee-Treene forderte dazu auf: „Machen Sie alle den MarktTreff zu Ihrem MarktTreff."

 

 
Zeigten MarktTreff-Flagge (v. l. n. r.): Kaufmann Michael Otto,
Bürgermeister Horst Feddersen und Hermann-Josef Thoben vom
Kieler Ministerium.
  Die Mädchen und Jungen des Rantrumer Kindergartens begrüßten die Einweihungsgäste mit einem selbst getexteten Lied über den MarktTreff in Rantrum.

 

 
Im Café-Bereich des neuen MarktTreffs wurde begeistert über das
neue Multifunktionszentrum diskutiert.
  Premiere für die schleswig-holsteinischen MarktTreffs: Rantrum hat ein eigenes MarktTreff-TV.

 

 

Für die meisten der 1.600 Landfrauen, die zum LandFrauenTag mit dem Motto „Die Welt - ein Dorf?" nach Neumünster gekommen waren, sind die MarktTreffs in Schleswig-Holstein längst ein Begriff. Und doch: „Wir haben viele interessante Gespräche rund um das Thema MarktTreff und Dorfentwicklung in den Holstenhallen geführt", sagt Christina Pfeiffer vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume. Dazu zählte auch ein intensiver Austausch mit Autorin Wibke Bruhns, der ersten Nachrichtensprecherin im westdeutschen Fernsehen und langjährigen „Stern"-Auslandskorrespondentin, die als Ehrengast eingeladen war und aus einem ihrer Bücher las. Bruhns zeigte sich beeindruckt von der MarktTreff-Idee und deren Umsetzung.

 



 
Autorin Wibke Bruhns ließ sich von Christina Pfeiffer vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, das MarktTreff-Projekt erläutern - und war begeistert.   Marga Trede und Birgit Feddersen, Präsidentin und Vizepräsidentin des LandFrauenVerbandes, begrüßten die zahlreichen Gäste.

 

In seinem Grußwort zur Eröffnung des LandFrauenTages griff Minister Dr. Robert Habeck den Veranstaltungstitel „Die Welt – ein Dorf?" in spezieller Weise auf und fragte „Wie erleben wir heute eigentlich Heimat? Was macht der Strukturwandel mit den Menschen?" Die Herausforderung sei, wie der Dorfcharakter mit der Nähe zu den Mitmenschen, mit Verbindlichkeit und direkter Kommunikation als politische Idee begriffen und gelebt werden könne.

 

Marga Trede, Präsidentin der Landfrauen, hatte bei ihrer Begrüßung bereits die Folgen von Globalisierung und Strukturwandel insbesondere in ländlichen Räumen thematisiert, wie wegbrechende Nahversorgung, fehlende Bildungsangebote und Breitbandanbindung, unzureichende Mobilität und Ärztemangel. Mit einer neuen Imagekampagne will der LandFrauenVerband Schleswig-Holstein in Partnerschaft mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein das Thema „Stürze im Alter" in den Fokus rücken.

 

 
Zahlreiche Besucherinnen informierten sich am MarktTreff-Stand
und tauschten ihre Erfahrungen aus.
  Minister Robert Habeck griff in seiner Begrüßungsrede das Thema "Was bedeutet Heimat heute?" auf.

 

In einem Dialog-Gespräch tauschte sich die 75-jährige Wibke Bruhns mit Andreas Cichowicz aus, Chefredakteur des NDR-Fernsehens, über ihre Erfahrungen als Auslandskorrespondenten in Israel, Washington, Südafrika und Kairo - locker und souverän moderiert von Malte Andresen. Erweitert wurde die Runde zu „Europa – ein Dorf?" durch die drei schleswig-holsteinischen Europaparlamentsabgeordneten Reimer Böge (CDU), Britta Reimers (FDP) und Ulrike Rodust (SPD), die betonte, dass in der alltäglichen Arbeit in Brüssel und Straßburg sehr oft die Parteigrenzen nebensächlich seien und vielmehr das gemeinsame Eintreten für schleswig-holsteinische Interessen in den Vordergrund rücke. Eindringlich appellierten die Abgeordneten, die Möglichkeit zu wählen – und damit mitzugestalten – zu nutzen. Rodust: „Dass wir seit über 60 Jahren Frieden haben, ist ausschließlich der EU zu verdanken."

 

 
Über "Europa - ein Dorf?" diskutierten Andreas Cichowicz, Reimer Böge, Ulrike Rodust ...   ... LandFrauenTag-Moderator Malte Andresen, Wibke Bruhns und Britta Reimers.