Expertenrunden tagten in MarktTreffs -
Witzwort und Medelby als KulturOrte ausgezeichnet

W i t z w o r t / M e d e l b y 24.03.2014 − Bei Fachrunden standen jetzt zwei der schleswig-holsteinischen MarktTreffs im Blickpunkt: Im MarktTreff Witzwort informierte sich der Arbeitskreis Wirtschaft, Technologie, Tourismus und Verkehr der SPD-Landtagsfraktion Schleswig-Holstein, im MarktTreff Medelby trafen sich Vertreterinnen der Landesverbände von DRK und LandFrauen, um neue Wege der Bildung in ländlichen Räumen mit auszuloten. Was beide MarktTreffs zugleich verband: sie wurden von Kulturministerin Anke Spoorendonk als KulturOrte ausgezeichnet.

 

Da sich der Arbeitskreis der SPD in diesem Jahr mit dem Thema „Ernährungswirtschaft in Schleswig-Holstein" befasst, führte eine Exkursion jetzt nach Witzwort, wo der MarktTreff und die Osterhusumer Meierei besichtigt wurden. „Wir arbeiten eng zusammen", erläuterte MarktTreff-Betreiber Maik Schultze den Gästen, der gemeinsam mit Bürgermeister Willi Berendt das MarktTreff-Konzept, dessen Erfolge und Herausforderungen näher brachte. Vor 80 Jahren habe es noch vier Kaufleute und mehrere Schlachter im Ort gegeben, sagte Berendt. Heute würde durch die großen Einkaufszentren mit ihrem riesigen Sortiment vielen Kaufleuten die Grundlage entzogen. Deshalb müsse kontinuierlich den Dorfbewohnern vor Augen geführt werden, so Maik Schultze, was ein MarktTreff mit einem Laden für die Lebensqualität in einem Dorf bedeute. Der Kaufmann machte deutlich: „Bei uns wird Kommunikation groß geschrieben - und spielt eine ganz wichtige Rolle für das Dorf." Das breit gefächerte Kulturangebot reiche von der kostenlosen Tauschbücherei über Treffrunden im MarktTreff bis zum Musik-Festival Open-Ei.

 

Die Landtagsabgeordneten Olaf Schulze (Vorsitzender des Arbeitskreises), Kirsten Eickhoff-Weber, Serpil Midyatli, Tobias von Pein, Regina Poersch und Kai Vogel zeigten sich beeindruckt und wiesen darauf hin, dass gerade das MarktTreff-Netzwerk, das in Schleswig-Holstein funktioniere und gepflegt werde, ein großer Vorteil für die kleinen Multifunktionszentren sei. Mit viel Beifall wurden Bürgermeister Berendt und MarktTreff-Betreiber Schultze daher bedacht, als Ihnen die KulturOrt-Plakette überreicht wurde.

 

 

Bei einem besonderen Treffen in Medelby (Kreis Schleswig-Flensburg), das dem Thema Bildung in ländlichen Räumen gewidmet war, erhielt auch Bürgermeister Günther Petersen für den MarktTreff in seiner Gemeinde die Auszeichnung „KulturOrt" im „Jahr der kulturellen Bildung 2014". Medelby gehört damit zu den 14 schleswig-holsteinischen Dörfern, deren MarktTreffs von Kulturministerin Anke Spoorendonk aufgrund ihrer Angebote zu KulturOrten erklärt wurden.

 

Dass der Medelbyer MarktTreff diese Auszeichnung zu Recht trägt, zeigte sich gleich nach der Verleihung der KulturOrt-Plakette: Bei einem Treffen von Vertreterinnen der Landes- und lokalen Ebenen von Deutschem Roten Kreuz und LandFrauenVerband ging es konkret um dieses Thema: Wie können sich die landesweit und in vielen Ortsgruppen tätigen Organisationen künftig noch stärker in die Bildungsarbeit in den ländlichen Räumen einbringen?

 

Zum Auftakt erläuterte Christina Pfeiffer vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, dass in der neuen EU-Förderperiode bis 2020 im Förderbereich der ländlichen Entwicklung grundsätzlich zwei Förderwege beschritten werden könnten: zum einen über die AktivRegionen in den Bereichen Bildung, Nachhaltige Daseinsvorsorge, Energie / Klimaschutz und Wachstum / Innovation, zum anderen über Projekte mit landesweitem Interesse mit dem Fokus auf Basisdienstleistungen in ländlichen Gebieten inklusive Bildungsinfrastruktur. Beide Förderwege würden dabei miteinander abgestimmt sein.

 

Für Frauke Tengler, Vizepräsidentin des DRK Landesverband Schleswig-Holstein, und Birgit Feddersen, Vizepräsidentin des LandFrauenVerbandes Schleswig-Holstein, kristallisierte sich in der anschließenden Diskussion schnell heraus, dass sich die jeweiligen Kreisverbände der Organisationen mit ihren Ideen in die Erarbeitung der neuen „Integrierten Entwicklungsstrategien" der einzelnen AktivRegionen einbringen sollten. In welcher Form dies geschehen könne, erläuterte Christina Pfeiffer vom MELUR, darüber könnten die Regionalmanager der AktivRegionen Auskunft geben.

 

„Beide Verbände sind bereits in der Bildungsarbeit tätig", unterstrich Frauke Tengler. Und Birgit Feddersen wies darauf hin, dass die LandFrauen bereits konzeptionelle Überlegungen für entsprechende kleine Zentren („Lebenszentren") vorangetrieben hätten. Alle Diskutanten - dazu zählten auch Wilfried Bossen (Vorsitzender Interessengemeinschaft der Selbständigen im Kirchspiel Medelby), Annemarie Jensen-Bütow (1. Vorsitzende LandFrauenVerein Medelby), Gudrun Lemke (1. Vorsitzende DRK-Ortsverein Medelby), Nadine Nehls (Bildungsreferentin DRK-Landesverband S-H) und Ingwer Seelhoff (MarktTreff-Projektmanagement) - waren sich darin einig, dass so manch einer der schleswig-holsteinischen MarktTreffs dafür geeignet sein könnte, entsprechende Angebote dort anzudocken. Dies gehe in die Richtung, so DRK-Vizepräsidentin Frauke Tengler, die Medelby mit seinem umfangreichen MarktTreff-Angebot schon gegangen sei.

 

 

 



Freuten sich über die KulturOrt-Auszeichnung für den MarktTreff Witzwort: Bürgermeister Willi Berendt (2. v. r.), das Betreiberehepaar Inge und Maik Schultze (Mitte) sowie Mitglieder des Arbeitskreises Wirtschaft der SPD-Landtagsfraktion und Vertreter aus dem Amtsbereich Nordsee-Treene. Die Fachrunde gratulierte Medelbys Bürgermeister Günther Petersen (Mitte) zur Auszeichnung des MarktTreffs als KulturOrt: Christina Pfeiffer (Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume), Frauke Tengler (Vizepräsidentin des DRK-
Landesverbandes), Peter Bossen (IGS Medelby), Nadine Nehls (DRK Schleswig-Holstein), Gudrun Lemke (DRK Medelby), Anne-Marie Jemsen-Bülow (LandFrauenVerein Medelby) und Birgit Feddersen (Vizepräsidentin des LandFrauenVerbandes Schleswig-Holstein)
(v. l.).