Ministerin Spoorendonk zeichnet
14 MarktTreffs als KulturOrte aus

K o b e r g MT 10.03.2014 – Der MarktTreff Koberg ist jetzt als erster KulturOrt im „Jahr der kulturellen Bildung 2014" von Anke Spoorendonk, Ministerin für Justiz, Kultur und Europa des Landes Schleswig-Holstein, ausgezeichnet worden. „Der MarktTreff Koberg lebt vor, wie in ländlichen Räumen unseres Landes kulturelle Bildung für unterschiedliche Generationen fest verankert und stets innovativ sein kann", sagte Ministerin Spoorendonk bei ihrem Besuch in der 760 Einwohner zählenden Gemeinde im südlichen Kreis Herzogtum Lauenburg. Weitere 13 MarktTreffs erhalten die Auszeichnung.

 

Schleswig-Holstein hat 2014 zum „Jahr der kulturellen Bildung" ausgerufen. Aus guten Gründen, wie Ministerin Anke Spoorendonk erläutert: „Kulturelle Bildung ist ein wichtiger Aspekt des Lernens für Kinder und Jugendliche. Unter dem Gesichtspunkt des lebenslangen Lernens werden Erfahrungen mit dem eigenen kreativen Handeln und der Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Formen von Kunst und Kultur immer wichtiger – auch für Angehörige anderer Generationen."

 



Johannes Kuhnhardt erhielt von Ministerin Anke Spoorendonk für den MarktTreff Koberg die Auszeichnung "KulturOrt" - als erster in
Schleswig-Holstein.
Fotografin Marlies Schröder (Mitte) erläuterte Ministerin Spoorendonk und Gert Haack vom Kulturministerium ihre Aufnahmen.

 

Kobergs stellvertretende Bürgermeisterin Julia Dohrendorf-Steffen und Johannes Kuhnhardt vom MarktTreff-Verein Koberg führten die Ministerin durch das dörfliche Multifunktionszentrum, das seit seiner Eröffnung im Jahr 2008 der Mittelpunkt der Gemeinde in vielfältiger Hinsicht ist. Der MarktTreff Koberg – einer von heute 31 MarktTreffs in Schleswig-Holstein - besteht aus einem rund 45 Quadratmeter großen Lebensmittelladen mit Bäckerei, Dienstleistungen und einem Kulturhof für unterschiedliche Aktivitäten wie Theateraufführungen, Dorffeste und Senioren- und Jugendtreff. In das circa 1880 errichtete ehemalige Bauerngehöft wurde deshalb extra eine flexibel einsetzbare Bühne integriert. Der neu gebaute Einkaufsladen und der Kulturhof sind durch einen Glasgang miteinander verbunden. In nur acht Monaten Bauzeit entstand der MarktTreff. Eine Herausforderung für Planer und Handwerker war dabei insbesondere die komplizierte Sanierung des Altbaus. Die Gemeinde hat in dieses Projekt rund 1,2 Millionen Euro investiert. Das Land Schleswig-Holstein hat sie dabei mit Fördermitteln der EU, des Bundes und des Landes in Höhe von rund 550.000 Euro unterstützt.

 

Ministerin Spoorendonk erlebte bei ihrem Besuch das typische Koberger MarktTreff-Alltagsleben – unter anderem geprägt von kulturellen Aktivitäten. So waren in der Kulturscheune Werke von Koberger Künstlerinnen und Künstlern zu sehen: Gemälde und Plastiken von Heike Landherr, Skulpturen von Marianne Schäfer, Holzarbeiten von Karl-Heinz Loß und Fotografien von Marlies Schröder. Vor ihrer Weiterfahrt zur Kultur-Regionalkonferenz im Möllner Stadthauptmannshof ließ es sich Anke Spoorendonk beim „Mittagessen in Gemeinschaft" schmecken, das mehrmals wöchentlich für Jung und Alt im Kulturhof angeboten wird. „Ein sehr erfolgreiches Projekt, das ganz auf ehrenamtliche Arbeit setzt", sagt Johannes Kuhnhardt vom MarktTreff-Verein, der auch geplante Kulturaktivitäten des MarktTreffs vorstellte: „Wir wollen ein Dorf-Dinner mit Lesung oder Musik organisieren. Zudem erwarten wir den Besuch des Chores aus unserer Partnergemeinde Prohn bei Stralsund. Den Chorauftritt wollen wir dann mit einer eigenen Aufführung im MarktTreff ergänzen."

 

Dem Koberger MarktTreff-Verein gehören über 100 Mitglieder an. „Insgesamt engagieren sich aber rund 200 der 760 Dorfbewohner ehrenamtlich für unseren MarktTreff", so Johannes Kuhnhardt, „das ist ganz herausragend!" Aber nur so sei es organisatorisch möglich, dass dort fast jeden Tag Veranstaltungen von Vorträgen über Theateraufführungen, Sportveranstaltungen und Krabbelgruppen bis hin zu Ausstellungen, Literaturabenden oder der Schallplatten-„Nacht der langen Rille" stattfänden.

 

Aber Koberg ist nicht der einzige MarktTreff, der als KulturOrt im „Jahr der kulturellen Bildung 2014" ausgezeichnet wird. „Insgesamt erhalten 14 MarktTreffs jeweils die Plakette, die sie als KulturOrte in den ländlichen Räumen kennzeichnet", sagte Anke Spoorendonk auf der Kultur-Regionalkonferenz, auf der sie stellvertretend für die MarktTreffs Johannes Kuhnhardt aus Koberg ein entsprechendes Schild überreichte. Sie sei sich da mit ihrem Kabinettskollegen Dr. Robert Habeck, Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, einig, dass es wichtig sei, gerade auch in kleinen Gemeinden Bildungsaktivitäten nachhaltig zu entwickeln und die Menschen zu ermutigen sich zu engagieren.

 

Als KulturOrte in den ländlichen Räumen wurden folgende MarktTreffs ausgezeichnet: Alt Duvenstedt (Kreis Rendsburg-Eckernförde), Beidenfleth (Kreis Steinburg), Brodersby (Kreis Schleswig-Flensburg), Gülzow (Kreis Herzogtum Lauenburg), Kasseedorf (Kreis Ostholstein), Kirchbarkau (Kreis Plön), Koberg (Kreis Herzogtum Lauenburg), Ladelund (Kreis Nordfriesland), Medelby (Kreis Schleswig-Flensburg), Munkbrarup (Kreis Schleswig-Flensburg), Neuwittenbek (Kreis Rendsburg), Probsteierhagen (Kreis Plön), Schwabstedt (Kreis Nordfriesland) und Witzwort (Kreis Nordfriesland).

 

Sie wolle im „Jahr der kulturellen Bildung 2014" gemeinsam mit Bildungsministerin Wara Wende und Sozialministerin Kristin Alheit die vorhandenen Potenziale – wie zum Beispiel in Koberg – bekannter und sichtbarer machen, so dass sie von vielen Bürgerinnen und Bürgern genutzt werden könnten. Vier Regionalkonferenzen in Schleswig, Mölln, Itzehoe und Plön im „Jahr der kulturellen Bildung 2014" seien dabei ein wesentliches Forum, um mit den Akteuren vor Ort ins Gespräch zu kommen und ein Netzwerk der kulturellen Bildung in der Region zu knüpfen. Spoorendonk: „Künstlerinnen und Künstler, Vertreterinnen und Vertreter aus Kulturinstitutionen sowie Kulturpädagoginnen und -pädagogen treffen dort auf Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen: Kindertagesstätten, Schulen und Jugendtreffs, Familienbildungsstätten und Senioreneinrichtungen."

 

 
Julia Dohrendorf-Steffen, stellvertretende Bürgermeisterin, begrüßte mit ihrer kleinen Tochter Ministerin Anke Spoorendonk, …

… die sogleich in der Runde Platz nahm und sich mit den Koberger Frauen austauschte.

   
Johannes Kuhnhardt erläuterte Anke Spoorendonk den kleinen Laden mit Bäckerei und Treffbereich.

Ministerin Spoorendonk nutze bei ihrem Besuch auch das Angebot "Mittagessen in Gemeinschaft".
   
Da sie selbst aus einer Tischlerfamilie stammt, interessierte sich Anke Spoorendonk besonders für die Holzarbeiten von Karl-Heinz Loß.

Pferde sind das künstlerische Thema von Heike Landherr, die über ihre Arbeiten mit Ministerin Spoorendonk sprach.
   
Marianne Schäfer präsentierte Anke Spoorendonk
einige Beispiele ihrer Skulpturen.
Gruppenbild mit Ministerin im MarktTreff Koberg: Johannes Kuhnhardt, Anke Spoorendonk, Heike Landherr, Marlies Schröder, Karl-Heinz Loß und Marianne Schäfer (von links).

   
Ministerin Spoorendonk überreichte bei der Kultur-Regionalkonferenz in Mölln Johannes Kuhnhardt stellvertretend für 13 weitere MarktTreffs symbolisch ein KulturOrt-Schild.