MarktTreff-Betreiber trafen sich erstmals auf Hof Viehbrook

R e n d s w ü h r e n MT 30.09.2012 - Erfolgreiche Vermarktungsstrategien standen im Mittelpunkt des erneuten Erfahrungsaustausches, zu dem sich MarktTreff-Betreiber aus ganz Schleswig-Holstein erstmals auf Hof Viehbrook in Rendswühren / Kreis Plön trafen. Klaus Schneider-Reiss, Geschäftsführer der Vermarktungsgesellschaft Bioland SH, stellte Vorgehensweise und Erfolge des von Landwirten getragenen Unternehmens vor. Intensiv diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über soeben Gehörtes wie auch aktuelle Entwicklungen an den einzelnen Standorten.

 

 
Premiere in der Diele von Hof Viehbrook: Zum ersten Mal fand dort der Erfahrungsaustausch der MarktTreff-Betreiber statt.  

Rainer Krauth (M.), Betreiber des MarktTreffs in Negernbötel (Kreis Segeberg), schilderte die aktuelle Situation des "Hambötler Hus".


Zum Auftakt des Treffens begrüßte Bürgermeister Claus Hopp die Erfahrungsaustausch-Gruppe ganz herzlich in seiner 790 Einwohner zählenden Gemeinde. Mit dem Hof Viehbrook sei ein außerordentliches Projekt entstanden, das große Bedeutung für Rendswühren habe. Das Engagement und die Kreativität der Betreiber-Familie Voß und aller am Projekt Beteiligten seien beeindruckend. Zu Recht sei Hof Viehbrook ein landesweites Leuchtturmprojekt.

 

Die MarktTreff-Aktivitäten auf landesweiter, nationaler und internationaler Ebene präsentierte Ingwer Seelhoff vom MarktTreff-Projektteam. Sehr erfolgreich seien beispielsweise die Auftritte bei der Internationalen Grünen Woche in Berlin, auf der Norla in Rendsburg und jüngst im Europäischen Parlament in Brüssel verlaufen. Das Interesse von schleswig-holsteinischen Gemeinden am Projekt MarktTreff sei unverändert hoch. Kontinuierlich gebe es Anfragen und Initiativen, um MarktTreffs ins Leben zu rufen - so zum Beispiel selbst auf der kleinen Insel Hallig Hooge.

 

Die Erfolgsgeschichte der Vermarktungsgesellschaft Bioland SH stellte Geschäftsführer Klaus Schneider-Reiss vor. „Gemeinsam mit unseren Landwirten bieten wir Gemüse, Getreide und Saatgut, Vieh und Fleisch in ökologischer Qualität. Landwirte und Kunden - wir bringen sie zusammen", betonte Schneider-Reiss. Dabei bestimmten langfristige Beziehungen, Transparenz und Flexibilität das Handeln. Grundprinzip sei eine bauernnahe Vermarktung, die den Kunden Sicherheit durch Rückverfolgbarkeit und Flexibilität, den Landwirten Sicherheit durch die garantierte Abnahme bringe. Schneider-Reiss: „Wir sorgen für die komplette Abwicklung: auf Wunsch vom Acker bis zum Kunden!"

Die Gesellschaft handle 100 Prozent in bio-bäuerlicher Selbstverwaltung. Sie verstehe sich als Dienstleister für die Produzenten, die Verarbeiter und Veredler. Mehr als 120 zuliefernde Bio-Betriebe von Süddänemark, Schleswig-Holstein bis Niedersachen und Mecklenburg-Vorpommern nutzten die Vermarktungsgesellschaft für sich. Bei einem Jahresumsatz von 14 Millionen Euro habe das Unternehmen seine Schwerpunkte bei Bio-Gemüse, Bio-Vieh und -Fleisch, Bio-Getreide und -Saatgut. Die Gesellschaft (www.vermarktungsgesellschaft.de) verfüge über eigene große Lagerräumen mit Kühlung und einen Lieferfahrzeugpark.

Im Bio-Gemüsebereich liefere die Gesellschaft für Frischmarkt und Verarbeitung, darunter Möhren, Rote Bete, Pastinaken, Erbsen, Blumenkohl, Brokkoli, Kürbis, Kohl und Kartoffeln. Zu den Kunden zählen so bekannte Namen wie Hipp, Frosta und Kölln. Als besonderen Service biete die Vermarktungsgesellschaft einen Frei-Haus-Lieferservice für Wiederverkäufer - und dies könnten auch MarktTreffs sein - im Bereich, Neumünster, Kiel und Kreis Plön an.

Schneider-Reiss machte deutlich, wie Bio-Produkte - zum Teil aus reinen Imagegründen und ohne Gewinn - bei Discountern Einzug halten würden. So seien von über 33.000 Tonnen Bio-Kartoffeln auf dem Markt (erstes Halbjahr 2011) mehr als 19.000 Tonnen über Discounter vermarktet worden.

 

Martin Schram von der BBE Handelsberatung informierte über die diesjährige Bereisung der MarktTreff-Standorte und gab pragmatische Tipps, worauf Kaufleute insbesondere achten können, um Kundenservice und Ertrag zu optimieren. Insgesamt, so Schramm, stünden die MarktTreffs gut da. Lediglich in wenigen Ausnahmen, müsse es grundsätzliche Veränderungen geben. Unverändert hoch sei die Zufriedenheit der MarktTreff-Betreiber mit ihren Lieferanten - ob die nun Bartels-Langness, coop oder Edeka heißen würden.

 

Kurz vor der Eröffnung steht der Laden des MarkTreffs Hof Viehbrook. Betreiberin Kirsten Voß erläuterte in ihrem Vortrag und bei einem Rundgang das Konzept des ländlichen Kultur-, Bildungs- und Erlebniszentrums. Es ist auf einem ehemaligen Gehöft entstanden, dessen Anfänge bis in das 17. Jahrhundert zurückreichen, und wird in seinem MarktTreff-Bereich insbesondere auf regionale Produkte setzen.

 

 

Martin Schramm vom MarktTreff-Projektteam präsentierte Ergebnisse
der diesjährigen MarktTreff-Bereisung und gab den Kaufleuten Tipps.

 

 

Bürgermeister Hopp begrüßte die Erfahrungsaustausch-Runde in seiner Gemeinde Rendswühren ganz herzlich.

 

 
 
Klaus Schneider-Reiss von der Vermarktungsgesellschaft Bioland SH.  

Kirsten Voß erläuterte das Konzept des Hofs Viehbrook und die Integration des MarktTreffs. 

 

 

Interessiert tauschten sich die Teilnehmer im MarktTreff-Laden aus, der in der Endausbauphase ist.

 

An der Eingangstür zum Laden von Hof Viehbrook prangt bereits das MarktTreff-Logo.