Aktuelle MarktTreff-Bilanz:
Stabilität in rauem Wirtschaftsumfeld

K i e l  MT 18.06.2012 – Die Kette der schleswig-holsteinischen MarktTreffs reicht von der dänischen Grenze bis an die Elbe – und es gibt bereits erfolgversprechende Planungen für weitere Standorte, zum Beispiel auf der Insel Sylt und der Hallig Hooge. Einmal jährlich besucht das Beraterteam der ews group und der BBE Handelsberatung die rund 30 existierenden MarktTreffs im Lande und es wird Bilanz gezogen. Dabei werden in vielen einzelnen Gesprächen die wirtschaftliche Lage der Läden sowie die Zufriedenheit und Wünsche der Gemeinden ermittelt und diskutiert.

„Die MarktTreffs halten Kurs – und das in rauer See. Angesichts von Schlecker-Insolvenz und Euro-Krise sind alle Akteure vorsichtig geworden, das ist spürbar. Die Kaufleute können stolz sein auf ihre Leistungen und stabilen Ergebnisse. Die Gemeinden sehen in dem Modell MarktTreff einen wichtigen Beitrag zur kommunalen Zukunftsentwicklung", so bündelt Ingwer Seelhoff als verantwortlicher Projektmanager seine Eindrücke der gerade durchgeführten Standortbereisung.

 

Diese positive Einschätzung ergänzt Betriebsberater Martin Schramm von der BBE: „Die Ladenbetreiber stellen sich täglich dem harten Wettbewerb und bieten ihren Kundinnen und Kunden Qualität, Vielfalt und Frische. Für viele heißt das konkret: Morgens um 5.30 Uhr am Computer die Preise vergleichen und anpassen und ab 6 Uhr frische Brötchen und Kaffee anbieten." Gemeinsam mit ihren jeweiligen Lieferanten coop, Bartels & Langness und EDEKA sei an einzelnen Standorten weiter an neuen Konzepten und Sortimenten gearbeitet worden, teilweise bis hin zu umfangreichen Umbaumaßnahmen. Der Trend würde verstärkt zu SB-Theken gehen, so Schramm weiter. Insgesamt würde als Resultat die Nennung „Stabilität" überwiegen, einige Standorte konnten ihren Umsatz und Ertrag sogar leicht steigern. Drei Standorte müssten in Einzelberatungen weiter qualifiziert und betreut werden.

 

Das große Engagement der Gemeinden und vieler ehrenamtlicher Kräfte zeigt sich vor allem rund um die attraktive Ausgestaltung des Treffbereichs – hier einige Schlaglichter:

 

In Koberg (Kreis Herzogtum Lauenburg) – einem 700-Einwohner-Dorf – ist der MarktTreff e. V. mittlerweile auf 106 Mitglieder gewachsen: Tendenz weiter steigend. Ein zufriedener Bürgermeister Jörg Smolla betont insbesondere, dass sich auch Jüngere und Zugezogene für den Verein und seine vielfältigen Aktivitäten engagieren würden. Kürzlich sei die 5.000-ste Portion des gemeinsamen Mittagessens ausgegeben worden.

 

Bürgermeister Bernd Blohm ist „äußerst zufrieden" mit dem MarktTreff Brodersby (Kreis Schleswig-Flensburg). Bereits jetzt würden sich Gedanken gemacht über mögliche Zukunftskonzepte: MarktTreff als Dorfmitte, ergänzt um Kultur- und Gesundheitsangebote. Der Dänischkursus der VHS würde in der 7. Runde stattfinden.

 

In Jörl (Kreis Schleswig-Flensburg) kümmern sich rund 40 Ehrenamtler des Sportvereins um den Treffbereich - vom

„Freitagsessen" bis zu Frauen-Kino-Abenden reicht das Programm. Am Tag treffen sich regelmäßig Frühstücksgruppen und Kaffeekränzchen im MarktTreff.

 

Der MarktTreff Steinfeld (Kreis Schleswig-Flensburg) zeigt, wie mit einfachen Mitteln große Wirkung erzielt wird. Seit der Kaffee-Automat und zwei Stehtische installiert sind, werden täglich 20 bis 25 Becher Cappuccino, Kaffee oder Kakao verlangt – Gespräche und Austausch inklusive.

 

In Ladelund (Kreis Nordfriesland) treffen sich nachmittags rund 25 Kinder und Jugendliche im MarktTreff – in Begleitung eines erfahrenen Jugendpädagogen wird im Internet gesurft, gespielt oder gemeinsam gekocht.

 

Ein Seniorinnenkreis trifft sich bereits seit langer Zeit regelmäßig zu Handarbeit und Klönen im MarktTreff Beidenfleth (Kreis Steinburg). „Diese feste Runde nutzt die Vorteile, die wir mit dem MarktTreff anbieten können", sagt Bürgermeister Peter Krey.

 

Das Hambötler Huus – der MarktTreff in Negernbötel (Kreis Segeberg) – liegt direkt beim großen Sportplatz in der Gemeinde. „Deshalb sind wir natürlich der Treffpunkt für die Sportler nach dem Training", betont Betreiber Rainer Krauth, „aber nicht nur für die!" Auch andere Menschen aus den beiden Ortsteilen würden verstärkt ins Hambötler Huus kommen.

 
   

 

„Die demografische Entwicklung ist in vielen MarktTreff-Gemeinden ein ganz aktuelles Thema", sagt Dieter Witasik von der ews group. „An einigen Standorten arbeiten die Bürgermeister an Konzepten für seniorengerechtes Wohnen – als sinnvolle Ergänzung zu Kita, Schule, Arzt und MarktTreff."