MarktTreff-Betreiber tauschten sich aus: Was wollen unsere Kunden?

K i r c h b a r k a u MT 26.03.2012 – „Zwei Faktoren entscheiden über den Erfolg Ihrer Läden: das Personal und das Sortiment." Mit diesem Appell eröffnete Julius Nommensen, Gesamt-Vertriebsleiter bei der Bartels-Langness-Gruppe, seinen Vortrag als Gast der Erfa-Tagung in Kirchbarkau (Kreis Plön). MarktTreff-Betreiber aus ganz Schleswig-Holstein trafen sich im Dorfhaus, um über Strategien und Tipps zur Kundengewinnung und -bindung zu diskutieren und ihre Erfahrungen auszutauschen. „Wir stehen inmitten gewaltiger Veränderungen. Sehen Sie diese als Chance", appellierte Nommensen an die Kaufleute, „und nehmen Sie die Herausforderungen an. Wir unterstützen unsere Betreiber dabei."

 

Die Kunden würden immer anspruchsvoller, deren Wünsche immer differenzierter - und darauf müssten die MarktTreff-Betreiber reagieren. Die Sehnsucht nach persönlicher Ansprache und nach regionaler Identität würde zunehmen. Kleinhaushalte und ältere Kunden hätten eigene Anforderungen an ein zeitgemäßes Sortiment. „Ein erfolgreicher Nahversorger kennt seine Kunden und ihre Wünsche genau", so Nommensen weiter. „Mein Tipp: Führen Sie regelmäßig Kundenbefragungen durch. Sie werden überrascht sein." Um junge Käufer zu erreichen, müssten heute mindestens zwei Sorten Energy Drinks im Sortiment vorhanden sein, ebenso sollte Mineralwasser für 19 Cent pro Flasche dazugehören, sonst habe man keine Chance gegen die Discounter. Auch auf das Thema Öffnungszeiten ging Nommensen ein: „Ich weiß, wie schwer eine durchgehende Ladenöffnung gerade auf dem Lande ist. Aber versuchen Sie von 6 bis 19 Uhr für Ihre Kunden da zu sein." Die Einkaufsgewohnheiten der Verbraucher hätten sich in den vergangenen Jahren immer mehr flexibilisiert.

 

Diese Einschätzung zur Öffnungszeit bestätigte Volker Stiefel, neuer Betreiber in Tetenhusen (Kreis Schleswig-Flensburg). Ergänzend betonte er seine guten Erfahrungen mit Treuepunktaktionen in seinen weiteren Läden in Hohn und Rendsburg: „Hochwertige Markenartikel von WMF, Braun oder Lego ziehen Kunden in den Laden. Wir nehmen regelmäßig an Treueaktionen teil und binden so eine spezielle Klientel." Gemeinsame Aktionen mit Kitas und Schulen würden ebenso gut ankommen – egal ob zu Ostern, zum Muttertag oder zu Weihnachten.

 

Boy Jürgensen vom MarktTreff Medelby (Kreis Schleswig-Flensburg) stellte die persönliche Bindung an den örtlichen Kaufmann und das gegenseitige Vertrauen in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Wie in seinem persönlichen Fall seien MarktTreff-Betreiber häufig seit Generationen in der Region als Kaufleute aktiv. Entsprechend vernünftig müsse man sich im sozialen Umfeld verhalten – nicht der schnelle Euro sei entscheidend, sondern der langfristige Erfolg. Zu seinen Empfehlungen gehörten gemeinsame Aktionen mit Schulen, die Aufnahme von Liefer-Kontakten zu Vereinen und Firmen der Region und zunehmend das Angebot an Kunden, einfache Zahlungsmittel wie EC-Cash oder Prepaid-Produkte zu nutzen. Immer sei der große Vorteil der MarktTreffs die hohe Individualität. Dies würde sie von anderen Läden unterscheiden und abheben.

 

Ein ganz anderes Thema rückte Michael Herte von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein in den Mittelpunkt: die persönliche Altersvorsorge. Dabei sprach er sowohl die anwesenden Kaufleute an, als auch die Versorgungslage des häufig geringfügig beschäftigten Personals - hier könne Altersarmut drohen, wenn nicht rechtzeitig investiert würde. Derzeit hätte die gesetzliche Rentenversicherung in punkto Verzinsung durchaus die Nase vorn. Im Einzelfall könne eine freiwillige Beitragszahlung ab rund 80 Euro monatlich ratsam sein. Herte klärte über Vorteile und Tücken von Riester- und Rürup-Renten auf und riet im Detail zu einer individuellen Beratung bei einer der landesweit präsenten Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein (www.verbraucherzentrale-sh.de). „Es geht um Ihre Zukunft. Eine Beratung kann Ihnen helfen, viel Geld zu sparen", so Herte. In diesem Zusammenhang wies Michael Herte auf aktuelle Ergebnisse der Zeitschrift „Ökö-Test" hin, die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung, der Riester-, Rürup- und ungeförderten Privatrente vergleicht.

 

Die MarktTreff-Betreiber verabredeten, auch in diesem Jahr wieder einige Aktionen zu besonderen Anlässen durchzuführen, so zur Fußball-EM und zum Schulanfang. Auch an die Herausgabe einer eigenen MarktTreff-Briefmarke ist gedacht.

 

In Kirchbarkau trafen sich MarktTreff-Betreiber aus ganz Schleswig-Holstein, um sich über aktuelle Fragen auszutauschen und Fachvorträge von verschiedenen Experten zu hören. Zum ersten Mal mit dabei: Volker Stiefel (rechts) vom MarktTreff Tetenhusen.

 

    

Heinz-Jürgen Harms (2.v.l.), MarktTreff-Betreiber in Kirchbarkau,
schilderte Probleme, die beim Sortiments-Ordern bestehen.
  Julius Nommensen (stehend), Gesamt-Vertriebsleiter
der Bela, ging konkret auf die Anliegen der Betreiber
ein, Martin Schramm (rechts) von der BBE Handels-
beratung brachte zusätzliche Aspekte ein.
     
 
Kirchbarkaus Bürgermeister Franz Schwarten (Mitte) begrüßte die Teilnehmer, darunter Alf Schmidt vom MarktTreff Brodersby (links)
und Willi Ladewig (MarktTreff Hasenkrug), der erstmals an einer MarktTreff-Erfa teilnahm.
    Michael Herte (links) von der Verbraucherberatung Schleswig-Holstein informierte kompetent zur Rentenproblematik,
Dieter Witasik moderierte.
     
 
Heinz-Jürgen Harms führte zum Abschluss der Erfa-Tagung durch seinen MarktTreff.
    Alf Schmidt (MarktTreff Brodersby) und Maik Schultze (MarktTreff Witzwort) zeigten sich beeindruckt vom Treffbereich mit seiner Tausch-Bibliothek.
     
 
Auch beim Ladenrundgang diskutierten die Erfa-Teilnehmer aktuelle Fragen zu Sortiment und Angebotspräsentation.
  Im Dorfgemeinschaftshaus direkt neben dem MarktTreff in Kirchbarkau tagten die MarktTreff-Betreiber.