MarktTreff-Beirat: Gemeinsam den ländlichen Raum bewerben -
20. Partner: Verband der Versicherungsvereine a. G.

K i e l  MT 14.11.2011 – „Ich bin sehr zufrieden, dass wir mit dem Projekt MarktTreff auch 2011 auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken können. MarktTreff wird bundesweit als Vorbild wahrgenommen.“ So eröffnete Dr. Juliane Rumpf, Ministerin für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume die jüngste Sitzung des MarktTreff-Beirats in Bad Segeberg. „Es gibt bis jetzt noch kein vergleichbares Konzept, das sich so breit und dauerhaft etabliert hat.“

Mittlerweile sichern 28 MarktTreffs in Schleswig-Holstein die Grundversorgung in den Bereichen Lebensmitteleinzelhandel, Dienstleistungen und Treffpunkt in kleinen Gemeinden. Begleitet wird das Projekt von einer Reihe landesweiter Partner – als Nummer 20 kam der Verband der Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit e. V. (VdV) hinzu. 

 


 

Der Ehrenvorsitzende des VdV, Heinz-Otto Reese, betonte bei der Unterzeichnung der Partnervereinbarung die große inhaltliche Nähe von MarktTreff und VdV: „Versicherungsvereine und MarktTreff sind beide typisch schleswig-holsteinische Erfolgsgeschichten. Unsere Wurzeln liegen in den Gemeinden, wir sind nachbarschaftlich orientiert, wir stärken regionale Wirtschaft und Identität.“ Die Versicherungsvereine seien nur ein wenig älter, so Reese launig in seiner eindrucksvollen Schilderung der Ursprünge und Historie des VdV: Die Wurzeln reichten zurück bis ins 13. Jahrhundert. Aus den damaligen Gilden hätte sich bis heute ein Verband mit 80 Mitgliedern allein in Schleswig-Holstein entwickelt. „Allen MarktTreff-Partnern liegt der Erhalt der Lebensqualität auf dem Lande am Herzen. Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem Verband der Versicherungsvereine einen weiteren kompetenten Partner gewonnen haben. Dies ist ein Kompliment an alle MarktTreffler“, betonte Ministerin Rumpf. Vornehmliche Ziele der Partnerschaft seien die Zusammenarbeit auf landesweiter Ebene, gemeinsames Marketing und die Mitarbeit im landesweiten MarktTreff-Beirat. 

 

Die diesjährige Tagung des MarktTreff-Beirats fand unter Leitung der Ministerin bei der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) in Bad Segeberg statt. In der Begrüßung betonte Dr. Rumpf die gute Zusammenarbeit mit der KVSH und dankte der Vorstandsvorsitzenden Dr. Ingeborg Kreuz herzlich für die Gastfreundschaft und das gemeinsame Engagement auf dem Gesundheitssektor. Die gesundheitliche Versorgung war zugleich Schwerpunkt der Sitzung. So stellte Dr. Kreuz Initiativen und Aktivitäten der KVSH für den ländlichen Raum vor. Gemeinsam mit dem Schleswig-Holsteinischen Gemeindetag (SHGT) sei die KVSH eine strategische Partnerschaft eingegangen. Ziel sei es, insbesondere junge Ärztinnen und Ärzte von den Vorteilen und der Lebensqualität ländlicher Gemeinden zu überzeugen. „Wir haben eine Werbekampagne gestartet unter dem Titel ,Land.Arzt.Lebenʼ und gehen zum Beispiel an die Hochschulen, um mit den jungen angehenden Medizinern ins Gespräch zu kommen. Zugleich haben wir eine Praxisbörse im Internet gestartet, auf der Gemeinden gezielt Ärzte suchen können“, so Dr. Kreuz weiter.

 

Hans Joachim Am Wege vom SHGT unterstrich die Notwendigkeit und Bedeutung der gemeinsamen Initiative: „Es ist bereits ein Wettbewerb der einzelnen Bundesländer um Landärzte entbrannt. Dabei muss sich Schleswig-Holstein besonders anstrengen und seine Vorteile herausstellen – wie MarktTreff. Denn andere Länder locken schon mit erheblichen Fördermitteln.“

 

       Referierten über Gesundheits-
       versorgung im ländlichen Raum:
       Bürgermeister Peter Krey und
       Arzt Dr. Ioan Micu.

Wie schwierig es ist, eine dörfliche Arztpraxis wieder zu besetzen, zeigte Peter Krey, Bürgermeister aus Beidenfleth (Kreis Steinburg). „Wir haben einen attraktiven MarktTreff und einen GesundheitsTreff mit DRK-Sozialstation und einer gut gehenden Physiotherapie-Praxis. Uns fehlt nur noch ein Arzt.“ Aber interessierte Ärzte würden sich lieber im nahen Hamburg oder in Itzehoe ansiedeln. Ein überzeugter Landarzt mit Zweigpraxis im MarktTreff Gülzow (Kreis Herzogtum Lauenburg) ist Dr. Ioan Micu: „Ich praktiziere seit zwei Jahren in Gülzow und bin sehr zufrieden. Gemeinden sollten Ärzte mit besonderen Willkommensgesten aufs Land locken.“ Als Beispiel nannte Dr. Micu vereinfachte Regelungen für Patienten-Parkplätze oder ein anfängliches Entgegenkommen bei der Miete. Klaus Dahmke, Vertreter des Bauernverbandes, warnte in der Diskussion vor einer möglichen Zwei-Klassen-Versorgung, bei der Landbewohner im Vergleich zu Städtern das Nachsehen hätten. Hier sei die Politik gefordert und müsse gezielt gegensteuern.

 

 

Ministerin Dr. Rumpf nahm diese Stichworte dankend auf und plädierte für eine „ressortübergreifende“ Entwicklung der ländlichen Räume. Zugleich regte sie mehr Selbstbewusstsein und Werbung an: „Wir haben in unseren ländlichen Gemeinden so viel zu bieten. Von lebendigen Dorfgemeinschaften über eine gesunde Umwelt bis zu attraktiven Freizeitangeboten wie Joggen, Reiten, Golfen. Und MarktTreffs gehören zu den Pluspunkten immer dazu.“

 
   
 
 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dem MarktTreff-Beirat gehören jetzt an: Akademie für die Ländlichen Räume Schleswig-Holsteins, AWO Arbeiterwohlfahrt Landesverband Schleswig-Holstein, Bauernverband Schleswig-Holstein, Büchereiverein Schleswig-Holstein, Deutsches Rotes Kreuz (Landesverband Schleswig-Holstein), Diakonisches Werk Schleswig-Holstein, IHK Schleswig-Holstein, Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein, Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein, Landesverband der Volkshochschulen Schleswig-Holsteins, LandFrauenVerband Schleswig-Holstein, Landjugendverband Schleswig-Holstein, Landessportverband Schleswig-Holstein, Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche, Schleswig-Holsteinischer Gemeindetag, Schleswig-Holsteinischer Heimatbund, Verband der Versicherungsvereine a. G., Verband Wohneigentum Siedlerbund Schleswig-Holstein sowie die Medienpartner sh:z (Schleswig-holsteinischer Zeitungsverlag), das Bauernblatt und der NDR.