Kronprinzenkoog - auf dem Weg zum MarktTreff

K r o n p r i n z e n k o o g MT 14.10.2011 - Die Gemeinde Kronprinzenkoog (Kreis Dithmarschen) hat knapp 900 Einwohner und macht derzeit viele positive Schlagzeilen: Europäischer Champion bei erneuerbaren Energien, erste Bürgerstiftung Schleswig-Holsteins auf gemeindlicher Ebene, neue Kindertagesstätte, neues Baugebiet mit 36 Grundstücken. Seit kurzem wird nun über die Eröffnung eines MarktTreffs nachgedacht. Bürgermeister Thomas Masekowitz erläutert im Interview die Hintergründe.

Wie ist die derzeitige Nahversorgungssituation in Kronprinzenkoog?
Thomas Masekowitz, Bürgermeister
der Gemeinde Kronprinzenkoog 

Vor vielen Jahren wurden in der Gemeinde Kronprinzenkoog noch eine Tankstelle, ein Schlachter, drei Lebensmittelläden und eine kleine Postfiliale betrieben. Von dieser Infrastruktur ist nichts mehr übrig. Auf dem Lande unterliegen wir heute mehr denn je einem sehr starken strukturellen Wandel. Viele Gemeinden werden sich im  Laufe der nächsten Jahre, meist ungewollt, zu sogenannten Schlafgemeinden entwickeln. Für mich als Bürgermeister der Gemeinde Kronprinzenkoog ist diese Situation so nicht akzeptabel.

 

Was hat Sie beim Konzept MarktTreff als ein Lösungsweg für Kronprinzenkoog überzeugt?

Mit dem Konzept des MarktTreffs beschäftige ich mich nun schon seit einigen Jahren. Das Konzept überzeugt mich, weil es hier möglich ist, vieles unter einem Dach zu integrieren, was das Leben innerhalb einer ländlichen Gemeinde aktiv und attraktiv gestaltet. Sehr interessant finde ich dabei die Einbindung des bürgerlichen Engagements. Hier steht nicht der Gedanke, was kann die Gemeinde für mich tun, sondern was kann ich für die Gemeinde tun, im Vordergrund. Ich bin davon überzeugt, dass wir durch die mögliche Realisierung eines MarktTreffs in unserer Gemeinde auch neue und vor allem wichtige Akzente, wie auch soziale Verbindungen entwickeln, die das Leben auf dem Lande noch lebenswerter machen.

Wie ist derzeit der Stand der Planung?

Der Landgasthof in unserer Gemeinde ist seit Sommer 2011 geschlossen. Das Objekt würde sich optimal für die Einrichtung eines MarktTreffs anbieten. Um hier über belastbare Zahlen zu reden, wurden bereits gemeindliche Beschlüsse gefasst, einen Architekten für mögliche Umbaumaßnahmen zu beauftragen und eine Marktanalyse erstellen zu lassen. Diese Ergebnisse wurden den Einwohnern der Gemeinde im Rahmen einer Einwohnerversammlung vorgestellt. Mit großer Mehrheit sprach man sich dort für die Fortführung der Planungen im Sinne des Modells MarktTreff aus.

Wie ist das Projekt in die AktivRegion Dithmarschen eingebunden, erhalten Sie Unterstützung?

Der Vorstand der AktivRegion Dithmarschen hat auf seiner jüngsten Sitzung am 5. Oktober beschlossen, dass das Projekt "MarktTreff Kronprinzenkoog" in der weiteren Planungsphase in die Förderung über die AktivRegion aufgenommen werden soll.

 

Kronprinzenkoog macht gerade mit vielen Aktivitäten positive Schlagzeilen: Das klingt nach einem Konzept mit Zukunft ...

Um als Landgemeinde zukunftsfähig zu bleiben, muss dieser besondere lokale Raum gerade jungen Familien etwas bieten. Dazu zähle ich neben attraktiven Grundstücken den neuen Kindergarten, die moderne Grundschule, wo Klassenverbände noch überschaubare Größen haben, eben auch einen MarktTreff, der sich wirtschaftlich und vor allem aber auch mit sozialen Engagement in die Gemeinde eingliedert. Vereine, Feuerwehr, Kirche, Nachbargemeinden und jeder einzelne Bürger wären da gefordert sich aktiv einzubringen. Hinzu kommt, dass sich gerade auf dem Lande der demographische Wandel in den nächsten Jahren noch stärker bemerkbar machen wird als in den Städten. Ziel soll es daher sein, unsere ältere Generation in das Projekt MarktTreff intensiv mit einzubinden.

 

Was können Sie kleinen Gemeinden raten, um ihre Zukunftsfähigkeit zu stärken?

Wenn ich über die Zukunftsfähigkeit unserer Gemeinde rede, meine ich vor allem ihre lokale Identität. Diese Identität ist in jeder Gemeine anders ausgeprägt und wird von den Verantwortlichen vor Ort auch differenziert bewertet. In Zeiten eines so rasanten strukturellen Wandels gilt es gerade diese lokale Identität zu bewahren. Ich bin davon überzeugt, dass gerade in Hinblick auf die 2012 anstehende Landtagswahl, dieses Thema noch mehr an Gewicht gewinnen wird.