Regionale Vernetzung – MarktTreff denkt mit

K i e l  MT 11.08.2011 - Die Gestaltung zukunftsfähiger Lebensbedingungen auf dem Lande beschäftigte zwei Studierendengruppen der Hamburger HafenCity Universität (HCU). Seit Herbst 2010 entwickelten die Studenten des sechsten Semesters unter der Betreuung von Prof. Dr.-Ing. Thomas Krüger Konzepte zur Daseinsvorsorge für die Ämter Wilster und Eiderstedt. Das Projekt geht zurück auf eine Initiative des MarktTreff-Teams und von Vertretern der AktivRegionen. Aktuell vorgestellt wurden die Ergebnisse zu einem „Regionalen Kooperationsprojekt" auf der Halbinsel Eiderstedt im Alten Rathaus der Gemeinde Garding.

Die rund 45 Zuhörer waren sichtlich überrascht wie umfassend sich die HCU-Gruppe von Alina Dukardt, Mareike Kappenberg, Yasmin Manderbach, Alexandra Quast, Torsten Flaegel, Delir Goorab und Jan Wachholz mit den regionalen Gegebenheiten, Wünschen und Chancen auseinandergesetzt hat. In Workshops und in Bürgermeisterrunden, mit Interviews und bei einem Messebesuch gingen sie der Frage nach „Wie können soziale Strukturen auf dem Land erhalten und weiter entwickelt werden?" Zur Vorstellung der Antworten erschienen waren unter anderem Amtsdirektor Herbert Lorenzen sowie fast alle Bürgermeister der Amtsgemeinden, Repräsentanten des Fördervereins Kunst und Kultur Garding/Eiderstedt sowie des Eiderstedter Forums, Mitarbeiter des Amtes und Stadtvertreter aus Garding. Gardings Bürgermeister Ranjet Biermann zeigte sich „stolz, dass sich die HafenCity Universität des Themas angenommen hat".

Der Studie zufolge solle man den anstehenden Problemen, insbesondere ausgelöst durch den demografischen Wandel, durch neue Lösungsansätze begegnen. „Kooperation" sei unumgänglich, mit „Kirchturmdenken" allein würde man nicht weiterkommen, dafür seien die sich abzeichnenden Veränderungen zu elementar. Künftig solle man auf die "Vernetzung verschiedener Institutionen sowie eine gemeinsame Kommunikations-Plattform" setzen. Dazu sei die "Beteiligung sämtlicher kommunaler und interkommunaler Akteure sowie ehrenamtliches Engagement" notwendig. Zur Umsetzung sowie zum Zeitplan machten die Studenten konkrete Vorschläge: Die Gründung eines Trägervereins, ein griffiger Name, wie "FriesenNetz oder EiderNett", ein attraktives Erscheinungsbild mit entsprechenden Medien solle bis Sommer 2012 realisiert werden.

 

Beeindruckt waren die Zuhörer von den beispielhaft vorgeschlagenen Startprojekten der regionalen Kooperation: Ein Seniorencafé, mit Speisen nach alten Rezepten, ein "Bürgerbus", betrieben von engagierten Bürgern, Themennachmittage und gesundes Kochen für Kinder und Jugendliche.

Amtsdirektor Lorenzen nannte das Konzept "handfest und sogleich umsetzbar". Wichtig war den Studenten die abschließende Empfehlung: „Es geht hier nicht allein um Garding, wir wollen damit alle Orte der Region stärken."


Um neue Wege der Kooperation geht es auch den Gemeinden Wester-Ohrstedt und Schwesing (Kreis Nordfriesland), die an einem gemeinsamen MarktTreff-Modell arbeiten. Dabei ist man in Schwesing einen großen Schritt vorangekommen. In seiner jüngsten Sitzung verständigte sich der Gemeinderat von Schwesing auf einen möglichen MarktTreff-Neubau. Die ursprünglich angedachte Nutzung der ehemaligen Schule war von den betreuenden Architekten als zu kostenintensiv und nicht zukunftsfähig verworfen worden. Die Neubaulösung sei günstiger, effizienter und böte mehr Möglichkeiten einer multifunktionalen Nutzung zum Einkaufen sowie für Kurse und Veranstaltungen.