MarktTreffs sind stabile Säulen des Gemeindelebens

K i e l  MT 11.07.2011 – „Viele MarktTreffs feiern in diesem Jahr Jubiläum. Da ist es besonders schön, dass auch die betriebswirtschaftlichen Resultate größtenteils überzeugen. Zudem wird in einigen Gemeinden intensiv über Zukunftsthemen nachgedacht, das macht uns sehr optimistisch", resümiert Hermann-Josef Thoben aus dem Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MLUR) die Ergebnisse der jährlich stattfindenden Standortbereisung. Das Beraterteam der ews group und der BBE Handelsberatung hat gerade in vielen Einzelgesprächen die wirtschaftliche Lage der MarktTreffs, die Verankerung und Zufriedenheit in den Gemeinden sowie aktuelle Entwicklungen gesichtet und vor Ort diskutiert.

 

Mit seinen drei Angebotskomponenten Einkaufen, Dienstleistungen und Treff ist MarktTreff ein wichtiger Baustein für die Zukunftsfähigkeit ländlicher Gemeinden. Diese Erkenntnis lässt sich in vielen der mittlerweile 28 MarktTreff-Gemeinden Schleswig-Holsteins ablesen.


„Wir sind sehr froh, die Entscheidung für einen MarktTreff getroffen zu haben", sagt Thomas Becker, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Brodersby (Kreis Schleswig-Flensburg). „Für unsere Bürger und für die vielen Wochenendbesucher und Urlaubsgäste ist dieser Versorgungs- und Anlaufpunkt enorm wichtig. Und wir halten die Begeisterung regelmäßig mit Gesprächen und Aktionen aufrecht."

 

Wenn bis zu 26 Gruppen und Vereine einen MarktTreff für Aktivitäten und Zusammensein nutzen – wie dies in Alt Duvenstedt (Kreis Rendsburg-Eckernförde) der Fall ist -, illustriert diese Zahl die Bedeutung für das Dorfleben. Und natürlich wird für Feste und Feiern der Vereine im MarktTreff eingekauft.

 

Begeistert äußert sich auch Schwabstedts Bürgermeister Hans-Hermann Salzwedel: „Wir stehen voll hinter unserem MarktTreff. Die Vereine kaufen hier ein, und der Kaufmann hat viele Stammkunden aus dem Kirchspiel Schwabstedt. Wöchentlich werden zwei Essen im MarktTreff angeboten, unser monatliches „Essen in Gemeinschaft" für 60 bis 80 Gäste wird ehrenamtlich organisiert. Darauf sind wir richtig stolz", fasst der Bürgermeister der nordfriesischen Gemeinde das Stimmungsbild zusammen.


Martin Schramm (BBE) und Britta Voß (ews group) informierten
sich bei der Standortbereisung auch im MarktTreff St. Margarethen.

Die Tendenz der vergangenen Jahre, dass sich einzelne Gemeinden offensiv mit der demografischen Herausforderung befassen, hat sich fortgesetzt. Neue Dorfmittelpunkte und Kümmererkonzepte zeugen von dieser Haltung - und immer gehört MarktTreff dazu. „Wir verbinden künftig mit einer attraktiven Umgestaltung die zwei Säulen unseres Gemeindelebens – Kirche und MarktTreff – miteinander", erläutert Günter Petersen, Bürgermeister in Medelby (Kreis Schleswig-Flensburg) das Vorhaben. „Die Bürgerinnen und Bürger sollen sich bei uns noch wohler fühlen. Eine attraktive Grundversorgung durch unseren MarktTreff haben wir ja schon."

 

Zufriedene Gesichter gibt es wieder in Negernbötel (Kreis Segeberg). Bürgermeister Dieter Beuk freut sich über die Angebote des neuen Betreibers André Rossow. „Die Menschen in unserem Dorf nehmen unseren MarktTreff, das Hambötler Hus, jetzt verstärkt an." Und in der Gemeinde Großsolt (Kreis Schleswig-Flensburg) ist man sehr glücklich über die Zusammenarbeit mit der Neuen Arbeit Nord (NAN), die Mitte 2010 den MarktTreff übernommen hat. „Wir haben mit der NAN unseren Wunschpartner gefunden. Der Ladenleiter Michael Haderup hat sich schnell integriert – und MarktTreff ist zum echten Treffpunkt geworden", so Bürgermeister Klaus Hambach.

 

Diese positive Entwicklung bestätigt Dieter Hildebrandt, Geschäftsführer der NAN: „Bei allen Herausforderungen, die das Tagesgeschäft der MarktTreffs mit sich bringt, sind wir mit unserem Engagement im Bereich Grundversorgung sehr zufrieden. Die NAN ist durchaus an weiteren MarktTreffs interessiert."

 

Eine erfolgreiche Bilanz der Bereisung zieht ebenfalls Ingwer Seelhoff von der beratenden ews group: „Wir werten es als überaus positives Signal, dass fast alle Gemeinden in neue Fahnen für ihre MarktTreffs investieren." Die farbenfrohen MarktTreff-Zeichen flattern zum Herbst wieder frisch im Wind. Zudem sei es den Betreibern mit Unterstützung der drei Lieferanten Bela, coop und EDEKA gelungen, ein attraktives Angebotsmix zu wettbewerbsfähigen Preisen zu präsentieren. Dabei sei das Jahr 2010 im Lebensmittelhandel durch eine Welle von Preiserhöhungen geprägt gewesen, was zu einer erschwerten Verkaufssituation geführt habe. In diesem Umfeld habe die überwiegende Anzahl der MarktTreff-Läden ein vergleichsweise stabiles Ergebnis erzielt, einige Betreiber steigerten sogar Umsatz und Ertrag leicht.

 

MarktTreff hat Zukunft – auch an neuen Standorten: Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (2. v. r.) kannte das Projekt Hof Viehbrook bisher nur von der Grünen Woche in Berlin, auf der in diesem Jahr die Vereinbarung für den MarktTreff Viehbrook unterzeichnet wurde. Jetzt informierte sich Carstensen bei Jürgen Voß, Kirsten Voß, Bürgermeister Klaus Hopp und Heidi Voß über den aktuellen Stand in der Gemeinde Rendswühren. Kirsten Voß zeigte den Ladenbereich des MarktTreffs, der zurzeit entsteht.