Erfa-Tagung in Steinfeld: Regionalen Produkten ein Gesicht geben

Steinfeld  MT 23.03.2011 – „Vertrauen und Glaubwürdigkeit werden heute großgeschrieben. Deshalb: Geben Sie Ihrer Ware ein Gesicht. Kunden kaufen gern Produkte aus der Region und wollen die regionalen Lieferanten kennen." Mit dieser Botschaft fasste Jörg Steffens, Geschäftsführer der Edeka Handelsgesellschaft Nord, seinen Vortrag als Gast der ersten Erfa-Tagung 2011 in Steinfeld (Kreis Schleswig-Flensburg) zusammen. MarktTreff-Betreiber aus ganz Schleswig-Holstein trafen sich, um Konzepte für die Zukunft zu diskutieren und ihre Erfahrungen auszutauschen.

Mit einem eindrucksvollen Plädoyer und Bekenntnis zur Region stellte Steffens die Edeka Nord und ihre Marke „Unsere Heimat" vor: „Wir wollen die heimische Landwirtschaft nachhaltig unterstützen und so einen ökonomisch und ökologisch sinnvollen Kreislauf sicherstellen. Der Name Edeka Nord soll noch stärker mit der Region vor Ort verknüpft werden."


 

 
EDEKA-Geschäftsführer Jörg Steffens steckte sich gleich den MarktTreff-Pin ans Revers.

Dabei betonte Steffens, gut 95 Prozent aller Edeka-Märkte befänden sich in den Händen selbständiger Kaufleute, die als Unternehmer in ihrem lokalen Umfeld stark eingebunden seien. „Diese Kaufleute stehen bei uns im Mittelpunkt. Sie kennen am besten die regionalen Gegebenheiten und Ansprüche ihrer Kunden. Wir unterstützen sie umfassend mit Beratung, Betreuung und professionellem Marketing." So sei die Marke „Unsere Heimat" mit einem vielgestaltigen Marketing-Mix ausgestattet.

 

Für die kommenden Monate kündigte Steffens Verkostungsaktionen in den Läden gemeinsam mit lokalen Landfrauen an. Derartige Beteiligungen gehörten zum Marken-Konzept: Bereits bei der Entwicklung habe die Edeka mit Organisationen wie Greenpeace und BUND zusammengearbeitet. Transparenz und Glaubwürdigkeit seien nicht erst seit dem jüngsten Dioxin-Skandal ein ganz wesentliches Argument zur Kundenbindung.

 

Zum Marken-Konzept gehöre auch eine bewusste Beschränkung auf Ur-Produkte. Zunächst solle es nur Milchprodukte sowie Obst-, Gemüse- und Kartoffelsorten von ausgewählten Landwirten aus der Region geben.

 

 
Jörg Steffens, Geschäftsführer der EDEKA Nord (Mitte) und Martin Schramm, BBE Handelsberatung (rechts) sprachen über die Bedeutung regionaler Produkte. Hermann-Josef-Thoben vertrat das Landwirtschaftsministerium in Kiel.   Aus ganz Schleswig-Holstein waren MarktTreff-Betreiber nach Steinfeld im Kreis Schleswig-Flensburg gekommen, um sich auf ihrer Frühjahrstagung mit aktuellen Themen rund um MarktTreff zu beschäftigen.

 


Die zunehmende Bedeutung von regionalen Produkten bestätigte Martin Schramm, betriebswirtschaftlicher Experte der BBE Handelsberatung. Bereits heute sei Regionalität für 76 Prozent der MarktTreff-Kunden von Wichtigkeit und liege damit im Rang sogar vor Bio. „Wobei Regio und Bio eine ideale Ergänzung im Regal bilden", so Schramm. Immer mehr Menschen würden gezielt Erzeuger und Betriebe aus der Region unterstützen und damit die eigene Wirtschaft fördern. „Wenn Globalisierung zunimmt, steigt zugleich die Verbundenheit mit dem direkten Umfeld. Es gibt Dorfläden, die haben bereits 80 Prozent regionale Ware im Angebot. Diese Entwicklung wird sich weiter fortsetzen", schloss Schramm seine Ausführungen.

 

 
Im renovierten Gasthof "Jägersruh" hörten die MarktTreff-Betreiber mehrere Fachvorträge und diskutierten intensiv aktuelle Entwicklungen.   Bürgermeister Rüdiger Brümmer (rechts) aus Ladelund informierte Dieter Witasik vom MarktTreff-Projektmanagement über die aktuelle Situation in seiner Gemeinde.

 

Mit einem Vortrag über innovatives Catering stellte sich der neue Betreiber des MarktTreffs Negernbötel der Erfa-Gruppe vor: André Rossow ist seit Anfang März „MarktTreffler" und bereits über 20 Jahren erfolgreich im Catering-Geschäft tätig. Er begleitet Größen des Musikbusiness wie Söhne Mannheims, Linkin Park und Max Raabe auf ihren Tourneen und sorgt für deren leibliches Wohl. „Bei uns hat ebenfalls der Aspekt regionaler und gesunder Waren und Zutaten enorm zugenommen. Wir kaufen gezielt beim Bauern und Schlachter unseres Vertrauens ein. Wobei: Ich prophezeie eine enorme Zunahme im Bereich der vegetarischen bis hin zur veganen Küche", so Rossow.

 

 

Für ihn würde aber in jedem Fall stets die Qualität an oberster Stelle stehen. Sein Credo: preiswert ja, aber niemals unter Preis anbieten - dann verzichte er lieber auf einen Auftrag. Als abschließenden Catering-Tipp nannte Rossow: Comfort Food. Beschrieben seien damit „die persönlichen Lieblingsgerichte von früher". Da sei sie wieder spürbar: die Sehnsucht nach der gute alte Zeit ...

 

Beim Gang durch den MarktTreff Steinfeld folgte ein intensiver Austausch über die vielen Eindrücke und Tipps. MarktTreff Betreiber Heinz-Jürgen Harms dazu: „Die Veranstaltungen sind so interessant, sie bieten viele Anregungen und Stoff für lange Diskussionen."

 

 

 

Zum Abschluss der Erfa-Tagung besichtigten die MarktTreff-Betreiber gemeinsam mit Steinfelds Bürgermeister Heinrich Buch (7. von links) den MarktTreff.

 

 

 

 
Maik Schultze (MarktTreff Witzwort) diskutierte angeregt mit dem neuen Betreiber des MarktTreffs Negernbötel, André Rossow. Er hatte in seinem Vortrag über innovatives Catering informiert.   Norbert Matzen (links) und sein Team vom MarktTreff Steinfeld tauschten sich beim Rundgang durch den Lebensmittelladen mit EDEKA-Geschäftsführer Jörg Steffens aus.