MarktTreff-Beirat: Zwei neue Partner und eine erfolgreiche Bilanz

Rendsburg MT 24.11.2010 - Das schleswig-holsteinische MarktTreff-Projekt hat zwei neue landesweite Partner: die AWO Arbeiterwohlfahrt Landesverband Schleswig-Holstein e. V. und den Büchereiverein Schleswig-Holstein e. V. Dr. Juliane Rumpf, Ministerin für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, unterzeichnete mit Landesgeschäftsführer Volker Andresen (AWO) und Geschäftsführer Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen (Büchereiverein) entsprechende Vereinbarungen auf der jüngsten Sitzung des MarktTreff-Beirats in Rendsburg. „Mit unseren neuen Partnern wächst die Unterstützung für unser erfolgreiches Projekt MarktTreff", sagte Dr. Rumpf. „Gerade die Bereiche soziale, gesundheitliche Betreuung sowie Bildung auf breiter Basis sind wichtige Themenfelder, denen sich unsere MarktTreffs stellen." Deshalb bedeuteten die neuen Partner eine Stärkung des kompetenten Netzwerks. Mittlerweile gibt es 26 MarktTreffs in Schleswig-Holstein, die eine Grundversorgung in den Bereichen Lebensmitteleinzelhandel, Dienstleistungen und Treffpunkt in kleinen Gemeinden sichern.

 
Der landesweite MarktTreff-Beirat tagte beim LandFrauenVerband Schleswig-Holstein in Rendsburg. Die nächste Sitzung findet bei der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein statt.   Ministerin Dr. Juliane Rumpf begrüßte Volker Andresen (links) und Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen für die neuen MarktTreff-Partner Arbeiterwohlfahrt und Büchereiverein Schleswig-Holstein.

 

Der landesweite Beirat tagte unter Leitung der Ministerin beim LandFrauenVerband Schleswig-Holstein, dem Dr. Rumpf herzlich dafür dankte, dass er sich seit Jahren intensiv für die MarktTreffs im Land einsetze und der Beirat nun bei ihm zu Gast sein dürfe. Die Präsidentin des LandFrauenVerbandes Schleswig-Holstein, Marga Trede, hieß die Beiratsmitglieder willkommen und betonte die Bedeutung, die MarktTreffs in den ländlichen Räumen Schleswig-Holsteins spielen. Deshalb würden die Landfrauen ihr langjähriges Engagement in dem Projekt jetzt weiter verstärken - insbesondere in einzelnen Standorten. Zudem würden LandFrauen aus Schleswig-Holstein die MarktTreffs wieder auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin im kommenden Januar mit präsentieren.

 

 
Ministerin Dr. Juliane Rumpf und AWO-Landesgeschäftsführer Volker Andresen unterzeichneten in Rendsburg die MarktTreff-Partnervereinbarung.   Außer Ministerin Dr. Juliane Rumpf unterschrieb Geschäftsführer Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen die Partnervereinbarung mit dem Büchereiverein Schleswig-Holstein.

 

„Über diese enge Kooperation freuen wir uns ebenso wie über das gute Zusammenspiel mit unseren weiteren MarktTreff-Partnern", betonte Ministerin Rumpf. Vornehmliche Ziele der Partnerschaft sind die Zusammenarbeit auf landesweiter Ebene, gemeinsames Marketing und eben die Mitarbeit im landesweiten MarktTreff-Beirat. Für Volker Andresen, Geschäftsführer der AWO Schleswig-Holstein, ist die neue Partnerschaft mit dem MarktTreff-Projekt geradezu ein natürlicher Schritt: „MarktTreff und AWO haben ein gemeinsames Hauptthema im Fokus: Hilfe zur Selbsthilfe, um die Lebensqualität der Menschen gerade in ländlichen Regionen zu verbessern. Die AWO erhält von vielen Bürgermeistern Anfragen nach Serviceeinrichtungen für Ältere. Hier müssen wir kluge Synergien entwickeln, um eine Landflucht der Älteren zu stoppen." MarktTreff würde dabei eine wichtige Rolle spielen als zentraler Anlaufpunkt in Gemeinden.

 

Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen betonte bei der Unterzeichnung der Partnervereinbarung, dass der Büchereiverein bisher bereits eine enge Beziehung zu MarktTreffs gehabt habe: „Unsere Fahrbüchereien machen schon heute bei zwölf MarktTreff-Gemeinden Station - dies wollen wir ausbauen und gemeinsam Aktionen starten, die gerade junge Menschen dazu motivieren, gern und viel zu lesen." Dr. Lorenzen betonte weiter, MarktTreffs und Fahrbüchereien würden die Dörfer lebendig und attraktiv halten, und regte an, durch gemeinsame Veranstaltungen wie Autorenlesungen die Kommunikation innerhalb der Gemeinden zu stärken.

 

Im Anschluss an die Unterzeichnung erhielten die Beiratsmitglieder einen umfassenden Überblick zum derzeitigen Stand der MarktTreff Entwicklung. Die MarktTreff-Standorte seien grundsätzlich gut durch die Wirtschaftskrise gekommen. Dies zeigten die aktuellen Ergebnisse der Jahresgespräche in den MarktTreffs, fassten Ingwer Seelhoff vom MarktTreff-Projektmanagement der ews group und Martin Schramm von der betriebswirtschaftlichen Unternehmensberatung BBE Handelsberatung zusammen. Zudem stellte Seelhoff den gerade eröffneten 26. MarktTreff Linau und das neue Modell der MarktTreff-Markenübertragung ohne vorherige Förderung der Investitionen vor. Ebenso stieß die Strategie einer stärkeren Sensibilisierung der AktivRegionen für Themen der Versorgung und die Entwicklung erster regionaler Angebots-Modelle im Beirat auf Interesse.

 

Ausführlich diskutierten die Beiratsmitglieder das Thema Gesundheit in ländlichen Regionen und das Konzept der medizinischen Versorgungszentren. Dabei stellte Esther Rüggen von der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein mögliche Veränderungen in rechtlicher Hinsicht in Aussicht. Dies würde künftige Entwicklungen und Trägerschaften vereinfachen. Auch die Kooperation von MarktTreff-Partnern untereinander entwickelt sich weiter. So werde das Deutsche Rote Kreuz, so die Vizepräsidentin des DRK Schleswig-Holstein, Frauke Tengler, im kommenden Jahr Landfrauen zu Pflegehelferinnen ausbilden.

 

Abschließend wies Hermann-Josef Thoben aus dem Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume auf die zunehmenden Herausforderungen im Bereich der „Innenentwicklung von Dörfern" hin: „Unsere Gemeinden brauchen starke Zentren. Dazu gehören ein MarktTreff, aber genauso der Arzt und die Schule." Um dies zu erreichen, seien gemeinsame Anstrengungen aller Akteure notwendig. Er dankte den Beiratsmitgliedern für den engagierten Dialog und die Angebote zu einer verstärkten Zusammenarbeit.

 

Dem MarktTreff-Beirat gehören jetzt an: Akademie für die Ländlichen Räume Schleswig-Holsteins, AWO Arbeiterwohlfahrt Landesverband Schleswig-Holstein, Bauernverband Schleswig-Holstein, Büchereiverein Schleswig-Holstein, Deutsches Rotes Kreuz (Landesverband Schleswig-Holstein), Diakonisches Werk Schleswig-Holstein, IHK Schleswig-Holstein, Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein, Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein, Landesverband der Volkshochschulen Schleswig-Holsteins, LandFrauenVerband Schleswig-Holstein, Landjugendverband Schleswig-Holstein, Landessportverband Schleswig-Holstein, Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche, Schleswig-Holsteinischer Gemeindetag, Schleswig-Holsteinischer Heimatbund, Verband Wohneigentum Siedlerbund Schleswig-Holstein sowie die Medienpartner sh:z (Schleswig-holsteinischer Zeitungsverlag), das Bauernblatt und der NDR.