MarktTreffs arbeiten weiter an stabiler Entwicklung

K i e l  MT 08.07.2010 - „Die Zeiten sind härter geworden - auch für die 25 MarktTreffs in Schleswig-Holstein. Aber es ist beeindruckend, wie gut die Herausforderungen gemeinsam angepackt werden und weiter an einer stabilen Entwicklung gearbeitet wird." Mit diesem Resümee beschreibt Dieter Witasik von der ews group die Ergebnisse der gerade abgeschlossenen jährlichen Bereisung der MarktTreffs. Im Juni hat das Lübecker ews-group-Beraterteam gemeinsam mit den Einzelhandelsspezialisten der BBE die Standorte besucht und vor Ort die wirtschaftliche Entwicklung der Läden sowie die Zufriedenheit der Gemeinden mit den vielfältigen Angeboten besprochen und diskutiert.

Im Jahr 2009 stand für viele der 25 MarktTreffs Stabilität an oberster Stelle. In den meisten Standorten ist diese Zielsetzung erreicht worden. Einige Ladenbetreiber verbesserten das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht. Diese Entwicklung ist vor dem Hintergrund einer sich verschärfenden Wirtschaftskrise - mit weiter um sich greifenden Sparmaßnahmen - als sehr erfreulich zu bewerten.

 

„Viele unserer MarktTreff-Kaufleute haben noch bewusster und ertragsorientierter gehandelt", so BBE-Einzelhandelsexperte Martin Schramm. Die Sortimente seien überprüft und noch passgenauer auf die Bedürfnisse und Wünsche der örtlichen Kundschaft ausgerichtet worden. Lieber reagierten die Betreiber auf die speziellen Wünsche von Kunden durch Bestellung und Lieferung, als übermäßige Mengen vorzuhalten. Bedien-Bereiche insbesondere im Frisch-Fleisch-Segment seien dabei, durch Selbstbedienungs- und Tiefkühl-Ware ersetzt zu werden. Auch weil die Qualität dieser Produkte immer besser geworden sei. Schramm: „Teilweise ist die Preisorientierung übertrieben worden. Unsere Betreiber können nicht alle Sonderangebote der großen Ketten mitmachen - aber diese Entwicklung wurde mittlerweile wieder gestoppt."

Diese Entscheidungen fallen in enger Absprache und guter Zusammenarbeit mit den Lieferanten coop, Bartels & Langness und EDEKA. Man kennt sich, reagiert flexibel und will die Kunden in den ländlichen Gemeinden halten.

 

Jahresgespräch im MarktTreff Beidenfleth
MarktTreff-Jahresgespräch in Beidenfleth (Kreis Steinburg)
und ...

Die wichtige Bedeutung von MarktTreffs für das Dorfleben und die Zukunftsfähigkeit der Gemeinden wurde allgemein betont. „Wir sind überzeugt von unserem MarktTreff", „wir sind sehr zufrieden mit dem Laden", „... aus unserem Dorf nicht mehr wegzudenken" - dies sind Aussagen, die so oder ähnlich in den intensiven Gesprächen häufig fielen.

 

Dabei sind die Bürgermeister nach wie vor ganz wichtige Ansprechpartner, Unterstützer und Promotoren für die MarktTreff-Betreiber und die -Idee. Sie haben den Kontakt zu den örtlichen Vereinen und raten, im jeweiligen Dorf auch einzukaufen und dadurch „ihren" MarktTreff entsprechend zu stabilisieren.

MarktTreff zeichnet sich neben Einkauf durch Vielfalt und soziale und kulturelle Angebote aus. Gerade dieser Bereich erfreut sich großer Nachfrage: Kinderbetreuung am Nachmittag, gemeinsames Mittagessen von Kindern, Jugendlichen und Senioren, die Belieferung von Vereinen, Schulen und Kindergärten, Kinoabende, Lesungen, Basteln, Theater sind häufig genannt worden. Sport, Spiel und Geselligkeit gehören ebenfalls zu einem attraktiven Treffprogramm. Und was sich als nicht attraktiv genug erweist, wird durch andere Angebote ersetzt. Auch hier ist ein flexibler Umgang mit Angebot und Nachfrage zu beobachten.

 

Parallel dazu rücken die Discounter immer näher an die kleinen ländlichen Gemeinden heran - und damit auch an die MarktTreffs. Diese Entwicklung, waren sich die Gesprächspartner einig, sollte aufmerksam beobachtet werden.

 

„Vieles spricht dafür, Nahversorgung künftig regional zu betrachten. Es darf nicht sein, dass in einer Gemeinde von 100 Einwohnern ein Discounter aufmacht und womöglich einen MarktTreff gefährdet", beschreibt Christina Pfeiffer, Projektleiterin im Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, die Entwicklung. „Auch deshalb liegen uns regionale Nahversorgungskonzepte so am Herzen. Nach wie vor wird aus vielen Bundesländern mit Interesse und Anerkennung auf MarktTreffs in Schleswig-Holstein geschaut - wie jüngst mit einer Delegation Lokaler Aktionsgruppen aus Brandenburg, die unter anderem durch das landesweite AktivRegion-Netzwerk und das MarktTreff-Projektmanagement betreut wurden. Deshalb möchte ich an dieser Stelle den Betreibern, Bürgermeistern und Lieferanten für ihren täglichen Einsatz danken."