Gefragte Themen: MarktTreff und Regionale Nahversorgung

Kiel MT 06.05.10 - Die Grundversorgung in ländlichen Regionen ist ein vieldiskutiertes Thema. Intensiv wird an tragfähigen Konzepten für Einkauf, Gesundheit, Bildung, soziale Dienste bis hin zu einfachen Treffmöglichkeiten gearbeitet. Auf verschiedenen Veranstaltungen sind die besonderen Aspekte und Vorteile von MarktTreffs vorgestellt und nachgefragt worden.

 

LandFrauenTag in Neumünster

 

So passte das Motto des diesjährigen LandFrauenTages Schleswig-Holstein in Neumünster - „Miteinander oder gar nicht" - hervorragend zur Ausgangsidee, die MarktTreff mit seiner Kombination von Einkaufen, Dienstleistungen und Treffpunkt in Dörfern erfolgreich umsetzt. Viele Fragen wurden am MarktTreff-Stand in den Holstenhallen an die Vertreterinnen von Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume und der LandFrauen sowie an das Projektmanagement gestellt.

 

Ilse Langmaack-Hopmann, Vorsitzende des LandFrauenKreisVerbandes Schleswig-Flensburg für den Kreisteil Flensburg, ermunterte immer wieder Standbesucherinnen, sich mit Ideen und Engagement in die Erweiterung bereits bestehender MarktTreffs, aber auch bei der Entwicklung neuer Zentren mit einzubringen. Gerade die Aspekte von sozialer und Bildungsbetreuung, denen sich die LandFrauen verstärkt widmen wollen, könnten von LandFrauen gut in MarktTreffs verankert werden. Der LandFrauenVerband mit seinen rund 38.000 Mitgliedern ist seit vielen Jahren Partner des MarktTreff-Projektes.

 

 

Ilse Langmaack-Hopmann von den LandFrauen und Christina Pfeiffer vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume informierten die zahlreichen Besucherinnen auf dem LandFrauenTag.

 

Viele intensive Gespräche über Regionale Nahversorgung und MarktTreff führte Christina Pfeiffer (rechts) vom Kieler Landwirtschaftsministerium in den Holstenhallen in Neumünster.

 

Workshop des Modellprojekts „Region schafft Zukunft"

 

Wie kann unter dem Druck des demografischen Wandels die Lebensqualität auf dem Land erhalten werden? Dieser Aufgabe stellt sich das bundesweite Modellprojekt „Region schafft Zukunft". Dazu sind vier Landkreise ausgewählt worden, Nordfriesland ist einer davon. Jetzt kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Ost und West zu einem Workshop zusammen und besuchten unter anderem den MarktTreff Witzwort. Unter Führung von Amtsleiterin Dr. Gabriele Lamers informierte sich die rund 30-köpfige Gruppe über Historie, Angebote und Auswirkungen des MarktTreffs für die dörfliche Entwicklung. Bürgermeister Willi Berendt nahm kein Blatt vor den Mund: „Für eine attraktive Gemeinde muss man auch mal Neuland betreten. Da geht nicht immer alles glatt: Ohne die Begleitung aus dem Kieler Ministerium hätten wir das nicht geschafft. Heute sind alle stolz auf MarktTreff. Ich empfehle das Modell gerne weiter."

 

 

Die Workshop-Teilnehmer des bundesweiten Modellprojektes "Region schafft Zukunft" wurden von Witzworts MarktTreff-Betreiber Maik Schultze (zweiter von links) begrüßt.

 

Der Treff des MarktTreffs Witzwort wurde zum Vortragsraum: Die Workshop-Teilnehmer erfuhren viel Wissenswertes über MarktTreffs in Schleswig-Holstein, insbesondere aber in Witzwort.

 

Regionaltag in Friedrichstadt

 

Dies geschah auch auf dem Regionaltag der beiden AktivRegionen Eider-Treene-Sorge und Südliches Nordfriesland. Unter dem Motto „Genuss am Fluss ... und mee(h)r" präsentierten sich über 70 Aussteller auf dem historischen Marktplatz in Friedrichstadt. Gemeinsam mit Torsten Sommer vom MarktTreff-Partner „Akademie für die Ländlichen Räume Schleswig-Holstein" informierte das MarktTreff-Projekt über die bereits 25 bestehenden Standorte, ihre große Vielfalt an Angeboten und zukünftige Planungen gerade auch in Richtung regionale Nahversorgung. Über 10.000 Besucher kamen zum diesjährigen Regionaltag, in dessen Zentrum das genussvolle Entdecken der Regionen stand.

 

 

Torsten Sommer von der Akademie für die Ländlichen Räume informierte über AktivRegionen und MarktTreffs in Schleswig-Holstein auf dem Regionaltag in Friedrichstadt.

 

Zahlreiche Besucher kamen auf den historischen Marktplatz in Friedrichstadt, um Interessantes aus der Eider-Treene-Sorge-Region kennen zu lernen.

 

Anhörung im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern

 

Viel Neues im Zusammenhang mit MarktTreff gab es auch für die Mitglieder des Agrarausschusses des Landtages Mecklenburg-Vorpommern zu erfahren. Der Ausschuss hatte jüngst zur Experten-Anhörung „Zukunft ländlicher Räume in Mecklenburg-Vorpommern sichern" ins Schweriner Schloss geladen. Regionalplaner, Mandatsträger und Fachleute - größtenteils aus Mecklenburg-Vorpommern - präsentierten ihre Erfahrungen und Vorstellungen für das Nachbarland Schleswig-Holsteins. Ingwer Seelhoff vom MarktTreff-Projektmanagement erläuterte Konzept und Umsetzungserfahrungen. Wie war darauf die Resonanz? „Es gibt zum einen Skeptiker, die bezweifeln, dass sich das MarktTreff-Modell nach Mecklenburg-Vorpommern aufgrund einer doch anderen ländlichen Struktur übertragen lasse. Zum anderen aber kamen aus der Runde positive Stimmen, die sagten: Lasst es uns doch ausprobieren und die Stärke von MarktTreff, den jeweils individuellen Zuschnitt auf die örtliche und regionale Situation, einfach nutzen!"