MarktTreff begeistert österreichische Delegation

K i e l MT 10.04.2006 – Die drohende Schließung von Einzelhandelsgeschäften veranlasste zwei Gemeinden aus Oberösterreich, sich mit neuen Konzepten zur Nahversorgung zu befassen. Ihre Wahl fiel auf die schleswig-holsteinischen MarktTreffs.


„Was Sie hier in Schleswig-Holstein auf die Beine gestellt haben, ist beispielhaft. Wir fahren mit einer Fülle neuer Ideen und Anregungen wieder nach Hause – nur schade, dass wir die MarktTreff-Aktiven nicht einfach mitnehmen können“, war das Resümee von Regionalmanager Christoph Lettner, der die 14köpfige Reisegruppe aus Oberösterreich anführte. Um sich vor Ort über Hintergründe, Vorzüge und Erfahrungen zu informieren, hatte sich Lettner gemeinsam mit Bürgermeistern, Amtsleitern, Bankstellenleitern und interessierten Bürgern auf den über 1.100 km langen Weg nach Schleswig-Holstein gemacht.

 

Gülzow, Kirchbarkau, Witzwort, Medelby – vier Beispiele, wie Gemeinden, Kaufleute und Bürger mit dem Thema Nahversorgung umgehen. In jeweils rund dreistündigen Besuchen vor Ort verschafften sich die österreichischen Gäste ein Bild über die landesweit verbindlichen Standarts des Projektes, aber auch über die örtlichen Eigenheiten. Diskussionen mit Bürgermeistern, Amtsleitern, Betreibern, Vereinsvorständen und den begleitenden Projektmanagern von ews group vertieften die Eindrücke.

Abschließend gab es einen Empfang und eine lebhafte Diskussion im Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume. Staatssekretär Ernst-Wilhelm Rabius wertete den Besuch als einen Meilenstein für das Projekt MarktTreff. „Die MarktTreffs entwickeln sich zu einer echten Erfolgsgeschichte für das Land. Der Besuch und die vielen lobenden Worte aus Österreich tun allen Beteiligten sicher gut.“

Im Interview berichtet Regionalmanager Christoph Lettner über weitere Hintergründe der Reise.

MT: Herr Lettner, wie sind Sie auf das Modell MarktTreff gekommen?

Lettner: In St. Thomas am Blasenstein und in Dimbach, zwei Gemeinden mit jeweils rund 1.000 Einwohnern, schließen im Juli die letzten Einkaufsläden. In „Stubengesprächen“ haben wir vereinbart, dass wir die Grundversorgung erhalten wollen. In einer Internetrecherche ist uns MarktTreff als besonders professionell aufgefallen. Und dann wollten wir uns halt davon überzeugen, wie gut es in der Praxis funktioniert.

 

MT: Welches sind Ihre wesentlichen Erkenntnisse?

 

Staatssekretär Ernst-Wilhelm Rabius
(2. von rechts) mit Vertretern der oberösterreichischen Gruppe

Lettner: Erstens: Neben allen Theorien und Bekenntnissen gibt es jetzt ein überzeugendes Beispiel. Das macht Mut. Zweitens: Lösungen müssen jeweils mit Gemeinden und Bürgern maßgeschneidert entwickelt werden. Und drittens: Professionelle Begleitung in Betriebswirtschaft und Marketing ist unverzichtbar. Da ist Schleswig-Holstein einfach beispielhaft.

MT: Ist denn MarktTreff ein Modell für Österreich?

Lettner: Grundsätzlich ja. Das Angebot „Alles unter einem Dach“ ist wichtig und richtig. Neben einer professionellen Marke mit den Säulen Einkaufen, Dienstleistungen und Treffpunkt würde ich gern den Verkauf „regionaler Produkte“ weiter verstärken. Das ist ein Tipp an Schleswig-Holstein.

MT: Wie geht es jetzt konkret weiter?

Lettner: Zunächst werden wir die gefährdeten Läden weiter betreiben, und wir wollen zusätzliche Gemeinden für das Projekt gewinnen. Dann würden wir gern in 2007 ein österreichisches „Modell MarktTreff“ an den Start bringen. Unser Landeshauptmann hat großes Interesse an diesem Projekt, und wir werden ihn über diese Reise ausführlich informieren.

MT: Sie sind 1.100 km in den Norden gefahren. Wie hat Ihnen Schleswig-Holstein gefallen?

Lettner: Die gesamte Gruppe ist von Land und Leuten total begeistert. Wir haben in allen vier Orten, im Ministerium, in Gasthäusern so positive menschliche Begegnungen erlebt. Das war gelebtes Europa, wie es Freude macht.