Minister von Boetticher begrüßt IHK und Diakonie als neue Partner für MarktTreff

K i e l   MT 30.06.06 – Das Diakonische Werk Schleswig-Holstein und die IHK Schleswig-Holstein werden künftig das Projekt MarktTreff unterstützen. Dr. Christian von Boetticher, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein, zeigte sich darüber begeistert: „Mit dem Modell MarktTreff sind wir bundesweit führend. Ich freue mich sehr, dass die IHK Schleswig-Holstein und das Diakonische Werk Schleswig-Holstein jetzt mit an Bord sind.“ Im Haus der Wirtschaft in Kiel unterzeichnete von Boetticher gemeinsam mit Landespastorin Petra Thobaben und dem Hauptgeschäftsführer der IHK Schleswig-Holstein, Dr. Jörn Biel, die Partnervereinbarungen.

Der Minister unterstrich die besondere Funktion von MarktTreffs für die Lebensqualität in ländlichen Gemeinden. „Lebensmittel, verschiedene Dienstleistungen, Treffpunkt – das alles unter einem Dach zeichnet diese Idee aus. Und die Partner stärken und vermitteln dieses Angebot. Dafür bin ich allen Akteuren sehr dankbar.“ Ziele der Partnerschaft sind ein gemeinsames Marketing und die Weiterentwicklung des Projekts im MarktTreff-Beirat.

 

Dr. Jörn Biel erläuterte für die IHK Schleswig-Holstein, sie werde sich verstärkt der Nahversorgung im ländlichen Raum widmen. „Unser erster Nahversorgungstag im vergangenen Jahr hat gezeigt: dieses Thema brennt den Menschen auf der Seele. Grundversorgung, Dorfgasthäuser, Treffpunkte – diese Gesamtthematik berührt sowohl Bürger und Touristen als auch die Wirtschaft.“ Die IHK wolle diesen Prozess der Regionalentwicklung engagiert begleiten. Ihre Aufgabe sieht die Kammer insbesondere darin, über das MarktTreff-Projekt neue Arbeits- und Ausbildungsplätze in ländlichen Gemeinden zu schaffen.

Petra Thobaben betonte für die Diakonie die Bedeutung der MarktTreffs gerade für sozial Schwächere: „In vielen Gemeinden ist Einkaufen und ein Zusammenkommen gar nicht mehr möglich. Dies trifft in erster Linie Ältere und Nicht-Mobile.“ Das Modell MarktTreff sei hier eine stimmige Antwort und werde in den Dörfern neue „Orte der Begegnung“ schaffen. Die große Chance beim MarktTreff-Projekt sehe sie darin, dass es in hohem Maße auf Bürgerbeteiligung setze. „MarktTreffs passen zu der christlichen Tradition, Solidarität und Nachbarschaft durch eigenes Engagement vor Ort zu erhalten und zu stärken.“

Wie die MarktTreffs in der Praxis funktionieren, schilderten auf der Veranstaltung eindrucksvoll Maik Schultze, Betreiber des MarktTreffs Witzwort (Kreis Nordfriesland) und Carl Rudolf Miele vom MarktTreff Gülzow (Kreis Herzogtum Lauenburg). „Der MarktTreff in Gülzow ist das neue Zentrum der Gemeinde. Hier treffen sich alle Generationen: zum Einkaufen, zum Klönen, zum Feiern“, so Miele. Zu gemeinsamen Fußball-WM-Events würden bis zu 350 begeisterte Fans zusammenkommen – natürlich vor dem MarktTreff.

Minister von Boetticher sagte zum Abschluss, MarktTreff sei mittlerweile ein Leuchtturm in der Entwicklung der ländlichen Räume: „Vieles, was wir bei den MarktTreffs gelernt haben, fließt in der 2007 anlaufenden Förderperiode in die neue Initiative RegionAktiv. Wir wollen die Eigenverantwortung in den Regionen weiter stärken und die Wirtschafts- und Sozialpartner künftig stärker an den Planungsprozessen in den Regionen beteiligen.“