MarktTreffs beeindruckten Finnen und Mecklenburg-Vorpommern

Kiel MT 10.03.2010 - Das Interesse am Projekt MarktTreff ist auch außerhalb Schleswig-Holsteins unverändert groß. So besuchten jetzt Delegationen aus Finnland und Mecklenburg-Vorpommern jeweils mehrere MarktTreffs, um sich vor Ort ein Bild von ihren Vorzügen und ihrer Organisation zu machen. Eine der Rundreisen nutzte der MarktTreff-Partner DRK Schleswig-Holstein, um sich über aktuelle Entwicklungen in MarktTreff-Dörfern zu informieren.

 

Kauppi Virkkala vom Regional Council of Central Ostrobothnia, einer Region an der Westküste Finnlands, und Erkki Timmerbacka (Senior Consultant bei Unitedlog Finland) haben schon lange ihr Augenmerk auf die MarktTreff-Idee gerichtet und möchten sie gern innerhalb eines internationalen Projektes in verschiedene Ostseeländer transferieren. „Die Grundstruktur kannten wir bereits", so Kauppi Virkkala, „jetzt aber haben wir Menschen kennen gelernt, die mit ganzem Herzen für ihren MarktTreff stehen und diese beispielhafte Idee leben."

 

 

Kauppi Virkkala und Erkki Timmerbacka aus Finnland (links) ließen sich in Brodersby von Bürgermeister Bernd Blohm (Mitte), MarktTreff-Leiter Alf Schmidt und NAN-Mitarbeiter Frank Ketels (rechts) informieren.

 

 

Erkki Timmerbacka und Kauppi Virkkala sprachen in Alt Duvenstedt mit Elke Tiedemann (stellvertretende Bürgermeisterin), Bürgermeister Peter Eichen und MarktTreff-Managerin Andrea Thode (v. l. n. r.).

Virkkala und Timmerbacka erhielten Informationen aus erster Hand: In Brodersby an der Schlei standen Ihnen Bürgermeister Bernd Blohm und MarktTreff-Leiter Alf Schmidt Rede und Antwort, in Alt Duvenstedt (Kreis Rendsburg-Eckernförde) waren Bürgermeister Peter Eichen, die stellvertretende Bürgermeisterin Elke Tiedemann, MarktTreff-Managerin Andrea Thode und Einzelhändler Hans-Jürgen Pahl kompetente Gesprächspartner. „Beeindruckend war für uns", betonte Kauppi Virkkala, „mit welch einem Engagement die Beteiligten bei der Sache sind, wie sie das für ihr Dorf Richtige im MarktTreff kombiniert haben." In der Akademie für die Ländlichen Räume in Flintbek tauschten sich die beiden nordischen Gäste intensiv mit Jürgen Wolff vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume sowie Torsten Sommer vom Regionen-Netzwerk aus. Dabei ging es - ergänzend zu MarktTreff-Fragen - vorrangig um die Förderstruktur in Schleswig-Holstein mit seinen AktivRegionen.

 

„Wir haben auf unserer Rundtour so viel gelernt und verstehen das überzeugende System MarktTreff jetzt noch besser", sagte Logistikspezialist Erkki Timmerbacka. „Das ist für uns sehr wichtig, da wir MarktTreff mit seinen Erfahrungen und seiner Innovationskraft in ein internationales Interreg-Projekt „Local Logistics" integrieren möchten." MarktTreff zeige eindrucksvoll, wie aus ganz vielen Bereichen lokale Logistik - ob Waren oder Serviceangebote - gebündelt werden könnten.

 

Aus Mecklenburg-Vorpommern reisten FDP-Landtagsfraktionsvorsitzender Michael Roolf, Milan Müller (Referent für Wirtschaft, Verkehr, Bau und Landesentwicklung der FDP-Fraktion) und FDP-Fraktionspressesprecher Sascha Zimmermann nach Koberg und Gülzow (beide Kreis Herzogtum Lauenburg), um die dortigen MarktTreffs näher kennenzulernen. „Wir halten das MarktTreff-Konzept für einen Lösungsansatz", so Fraktionsvorsitzender Michael Roolf, „der auch in unserem Bundesland Nahversorgungsprobleme in Dörfern lösen kann." Von ihren Erfolgsgeschichten - nach schwierigen Situationen in den Gemeinden - berichteten die Bürgermeister Jörg Smolla (Koberg) und Günther Noß (Gülzow). So unterschiedlich die beiden MarktTreffs im Lauenburgischen konzipiert sind, so beeindruckend war für die Gäste, mit wie viel ehrenamtlichem Einsatz die professionellen Angebote ergänzt und abgerundet werden.

 

Frauke Tengler, Vizepräsidentin des DRK Schleswig-Holstein, und Christel Schmahl-Ruhz vom DRK Landesverband Schleswig-Holstein nutzten gleich die Gelegenheit, um mit den jeweiligen DRK-Ortsverbänden auszuloten, inwieweit die Angebote des Deutschen Roten Kreuzes in den MarktTreffs ausgebaut und für mehr Menschen erreichbar gemacht werden können. Da das Thema Gesundheitsversorgung gerade im ländlichen Raum - und damit auch in MarktTreff-Dörfern - in den Fokus rückt, waren Tengler und Schmahl-Ruhz besonders daran interessiert, die ärztliche Zweigpraxis von Dr. Ioan Octavian Micu im MarktTreff Gülzow zu besichtigen. Sie war vor wenigen Monaten mit Unterstützung der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein realisiert worden. Dort steht der Allgemeinmediziner jetzt sechs Tage in der Woche jeweils für zwei Stunden seinen Patienten zur Verfügung.

 

 

 

Kauppi Virkkala nutzte gleich im MarktTreff Alt Duvenstedt die Gelegenheit, per Internet Kontakt mit der finnischen Heimat aufzunehmen.

 

 

MarktTreff-Betreiber Hans-Jürgen Pahl zeigte Kauppi Virkkala und Erkki Timmerbacka seinen Laden in Alt Duvenstedt.

 

Torsten Sommer vom Regionen-Netzwerk und Jürgen Wolff vom LLUR tauschten sich mit Erkki Timmerbacka und Kauppi Virkkala über die Förderlandschaften in Schleswig-Holstein und Finnland aus.

 

 

Michael Roolf, FDP-Fraktionsvorsitzender im Landtag von Mecklenburg Vorpommern, ließ sich von Bürgermeister Jörg Smolla (rechts) den erfolgreichen MarktTreff in Koberg erläutern.


 

MarktTreff Koberg live: Fraktionsvorsitzender Roolf und Christel Schnahl-Ruhz vom DRK-Schleswig-Holstein ließen sich in der Dorfbäckerei Kramp den Kaffee schmecken.

 

Frauke Tengler, Vizepräsidentin des DRK Schleswig-Holstein, und Christel Schmahl-Ruhz sprachen mit DRK-Nusse-Ortsvereinsvertreter Michael Venske.

 

 

Dr. Ioan Octavian Micu empfing die Delegation in der ärztlichen Zweigpraxis im MarktTreff Gülzow.

 

 

Gülzows MarktTreff-Betreiber Detlev Schweim führte Frauke Tengler (l.) und Christel Schmahl-Ruhz durch den Laden.

 

   
Gülzows Bürgermeister Günther Noß (2. v. l.) stellte informativ und umfassend die Geschichte und Entwicklung des MarktTreffs Gülzow vor.