Zehn Jahre MarktTreff - Gemeinden ziehen positive Bilanz

A l t  D u v e n s t e d t  MT 25.11.2009    Eine überaus positive Bilanz zogen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des diesjährigen Erfahrungsaustauschs der Gemeinden mit bestehenden oder geplanten MarktTreffs. Christina Pfeiffer aus dem Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MLUR) dankte in Alt Duvenstedt (Kreis Rendsburg-Eckernförde) den Bürgermeistern, Betreibern und Partnern für die langjährige Zusammenarbeit: „MarktTreff ist heute ein Aushängeschild für Schleswig-Holstein. Das verdanken wir dem täglichen Engagement vieler Akteure in bereits 25 Gemeinden. Und es sollen noch einige dazukommen.“ Zugleich kündigte Pfeiffer eine verstärkte Ausdehnung der MarktTreff-Idee auf Themen wie Gesundheit und Bildung im ländlichen Raum an.

 

Welche Auswirkungen die Eröffnung eines MarktTreffs auf das dörfliche Leben hat, schilderte anschaulich Kobergs Bürgermeister Jörg Smolla. „Die Gemeinde hat einen regelrechten Sprung nach vorn gemacht. Einkaufen im Ort und sich dabei treffen ist wieder selbstverständlich. Dazu kommen ein Mittagstisch, der besonders von Schülern und ‚Kochfaulen’ genutzt wird und ein abwechslungsreiches Kultur- und Veranstaltungsangebot mit Livemusik, Kunstausstellungen, Theater- und Spieleabenden für alle Generationen. Gerade sind wir beim landesweiten Wettbewerb ‚Unser Dorf hat Zukunft’ die Nummer zwei geworden.“ Darauf und auf den MarktTreff sei man in der lauenburgischen Gemeinde stolz, so Smolla.

 

Eine lebhafte Diskussion entwickelte sich im Anschluss an den Vortrag von Dieter Hildebrandt, Geschäftsführer der NAN Neue Arbeit Nord, die zwei MarktTreffs und zwei weitere Läden der Nahversorgung im Norden betreibt. Hildebrandt betonte die entstehenden Synergien und kündigte an, weitere MarktTreffs an passenden Standorten neu zu eröffnen oder zu übernehmen. Dabei müsse ein wesentlicher Erfolgsfaktor erfüllt sein: „Wir wünschen uns eine hohe Akzeptanz in der Gemeinde, sonst macht ein MarktTreff keinen Sinn. Am besten sollen 90 Prozent der Bevölkerung Ja dazu sagen und später dort auch einkaufen“, fügte Hildebrandt schmunzelnd hinzu. Die von der NAN angestellten Ladenleiter würden ein hohes Maß an kaufmännischer Freiheit bekommen, aber natürlich auf die Kompetenzen der „Mutter“ Neue Arbeit Nord zurückgreifen können. Dies sei ein Vorteil für die Gemeinden, denn „die NAN ist seit 25 Jahren am Markt“.

 


MarktTreffs machten ländliche Gemeinden lebens- und liebenswert – auf diese Formel brachte Hans Joachim Am Wege vom Schleswig-Holsteinischen Gemeindetag seinen Vortrag. Der Gemeindetag sei seit 1999 an der Entwicklung und Begleitung des MarktTreff-Konzeptes intensiv beteiligt. Neue Themen wie Gesundheit würden künftig noch stärker in den Fokus rücken. Dies bestätigte Günter Noß, Bürgermeister aus Gülzow, der über die gerade eröffnete Zweigpraxis eines Allgemeinmediziners im MarktTreff der Gemeinde im Kreis Herzogtum Lauenburg berichtete: „Wir sind sehr glücklich wieder einen Arzt im Ort zu haben. Dies macht unseren Dorfmittelpunkt noch attraktiver. Gerade für Ältere ist das ein wichtiges Signal.“ Damit sei Gülzow gut aufgestellt für die Herausforderungen der demografischen Entwicklung.

 

Jahresgespräch MarktTreff Koberg

 

In der Diskussion waren sich die Bürgermeister darin einig, dass es insbesondere für Neuentwicklungen von MarktTreffs einer intensiveren Sensibilisierung der AktivRegionen bedürfe. Die Themenfelder der lokalen und regionalen Nahversorgung müssten verstärkt ins Blickfeld gerückt werden. Dazu Christina Pfeiffer vom MLUR: „Dies ist aus unserer Sicht nur zu begrüßen, zumal wir neue Ansätze und Konzepte bei der regionalen Nahversorgung mit den AktivRegionen und ihren Gemeinden entwickeln und umsetzen wollen.“