ERFA-Tagung in Brodersby: MarktTreffs stark in der Region

Brodersby  MT 23.09.2009 - „Ihre Stärke ist die regionale Verankerung. Das verbindet MarktTreffs und die VR-Bank." Mit dieser Botschaft schloss Jörg Retzlaff, Vertriebsleiter der Volksbank-Raiffeisenbank eG Husum-Eiderstedt-Viöl, seinen Vortrag als Gast der zweiten ERFA-Tagung 2009, die diesmal in Brodersby (Kreis Schleswig-Flensburg) stattfand. MarktTreff-Betreiber aus ganz Schleswig-Holstein trafen sich in der Schlei-Gemeinde, um ihre Erfahrungen auszutauschen und Konzepte für die Zukunft zu diskutieren.

Eingangs stellte Retzlaff das Filial-Modell der VR-Bank am Standort Haselund (Kreis Nordfriesland) vor. Unter dem Dach des MarktTreffs würde man mit einer regelmäßigen Beraterpräsenz, Geldautomat und Kontoauszugsdrucker gute Ergebnisse erzielen. Den Erfolgsmix fasste er so zusammen: ein eingeführter Standort, eine Top-Lage an der Bundesstraße und der persönliche Kundenservice. Mittlerweile habe man die Anzahl der Kunden erheblich gesteigert und der Anteil auswärtiger Kunden liege, bedingt durch die komfortable Lage, bei 25 Prozent. Bankdienstleistungen, Einkaufen und der Kaffee zwischendurch - das würde gut ankommen. Auf Nachfrage von MarktTreff-Betreibern betonte Retzlaff, weitere Standorte im Wirkungsbereich der Bank würden in Hinblick auf die obigen Kriterien sehr genau geprüft. Anschließend gab Retzlaff Hinweise auf den Umgang mit Banken in der derzeitigen wirtschaftlichen Lage: „Liquidität ist das A und O. Machen Sie eine professionelle Finanzplanung. Das kostet zwar ein wenig Zeit, spart Ihnen aber viele Unannehmlichkeiten." Wer einmal bei einer Bank als unzuverlässig gelistet sei, würde aus dieser Situation schwer wieder herauskommen. Zugleich betonte er, von Kreditklemme könne zumindest bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken keine Rede sein.

   

 

Diese Einschätzung wurde von Thomas Grunewald, betriebswirtschaftlicher Berater der BBE Retail Experts, bestätigt. Er stellte den MarktTreff-Betreibern ein interessantes Filial-System aus dem Lebensmitteleinzelhandel vor. „Auch wenn die Eröffnung von Filialen heute für den einen oder anderen Betreiber noch etwas früh ist, ich möchte damit eine Diskussion anstoßen. Die Ausdehnung auf die Region kann ein gewinnbringendes Geschäftsmodell sein", fasste Grunewald seine Ausführungen zusammen. Zugleich zeigte er sich zufrieden mit der wirtschaftlichen Situation der MarktTreff-Läden.

 

Maik Schultze, Betreiber des MarktTreffs in Witzwort (Kreis Nordfriesland), berichtete seinen Kollegen über Erfahrungen mit Aktionen und Veranstaltungen. Und die liegen in Witzwort reichlich vor: vom Adventspunsch über den Nordfriesen-Bachelor, von Kirchenkonzerten bis zu Großveranstaltungen wie dem gerade erfolgreich durchgeführten 12-Stunden-Festival „Open-Ei". Wichtig sei es, so Schultze, von Anfang an offizielle Stellen mit einzubinden. So würde man sich eine Menge Scherereien sparen und die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen. „Natürlich ist das viel Arbeit und persönlicher Einsatz. Aber wir haben durch unsere Veranstaltungen sehr viel Öffentlichkeit und Medienpräsenz erreicht. Und das bringt wieder Kunden in den Laden. So stärkt der Treff den Markt", betonte Schultze.




Dieses Prinzip gilt auch in anderen MarktTreffs: Kaum hatte die ERFA-Runde den Treffbereich in Brodersby geräumt, stand die nächste Gruppe vor der Tür: Denn mittwochs ist Dänisch-Kurs - natürlich im MarktTreff.