„Wer sich mit Nahversorgung befasst, kommt an
MarktTreff nicht vorbei“

Kiel MT 08.09.09 - Für ländliche Regionen ist die Nahversorgung ein bedeutendes Thema. Diese Auffassung vertritt Armin Harsdorff, Projektleiter „Nahversorgung" bei der AWO Göttingen. Gemeinsam mit dem Landkreis und der Universität Göttingen will die AWO attraktive Versorgungs-Zentren in ländlichen Gemeinden entwickeln - und orientiert sich dabei an einem Modell aus Schleswig-Holstein: MarktTreff. Harsdorff erläutert im Gespräch die Motive und das Vorhaben.

Mit Blick auf die demografische Entwicklung müssten sich ländliche Gemeinden intensiv mit Fragen der Versorgung beschäftigen. Und wer sich damit befasse, so Harsdorff, stoße unweigerlich auf MarktTreff. „Uns scheint, dass dieses Modell die Anforderungen einfach am besten trifft. Natürlich ist auch das „DORV-Modell" aus Nordrhein-Westfalen und das im Süden starke „KOMM-IN" unter den dort jeweils vorherrschenden Strukturen praktikabel. MarktTreff allerdings scheint am ehesten übertragbar auf den Landkreis Göttingen durch das Dreier-Bündel aus Einkaufen, Dienstleistungen und Treff mit ehrenamtlicher Betreuung. Wir werden noch einen starken Akzent auf Online-Dienste für Banking, Shopping und Informationen hinzusetzen", merkt Harsdorff an. Gemeinsam hat die Projektgemeinschaft bereits Standorte analysiert und steht nun kurz davor, ausgewählte Gemeinden anzusprechen. Für Kommunen sei es wichtig, sich heute mit Fragen rund um seniorengerechtes Leben und Wohnen auseinanderzusetzen. Eine älter werdende Gesellschaft verlange nach kurzen Wegen und neuen Angeboten. In den kommenden Wochen werde man zielgerichtet in den Dialog mit ausgewählten Gemeinden einsteigen und hoffentlich von den Erfahrungen aus Schleswig-Holstein profitieren, so Harsdorff.

 

Auf großes Interesse stieß MarktTreff auf der diesjährigen NORLA in Rendsburg. Zum 60. Mal fand die Messe mit ihren vielfältigen Themen für den ländlichen Raum statt. Rund 100 Messebesucherinnen und -besucher beteiligten sich an einem MarktTreff-Quiz und gaben in den begleitenden Gesprächen vielfältige Hinweise zur Nahversorgung im ländlichen Raum. Brigitte Schröder aus Lohe-Rickelsdorf (Kreis Dithmarschen) war durch das Bauernblatt auf MarktTreff aufmerksam geworden: „Ein Teil unserer Familie lebt in Stadum und ist ganz begeistert von den Einkaufsmöglichkeiten. MarktTreff müsste es in vielen Gemeinden geben."

 
   

 

Peter Elbrecht aus Krogaspe (Kreis Rendsburg-Eckernförde) wünschte sich eine Ausdehnung auf mobile Angebote: „Ein rollender MarktTreff wäre bestimmt interessant - aber die Kunden müssen es dann auch nutzen." Ingrid und Peter Andresen aus Sollerup (Kreis Schleswig-Flensburg) kennen den MarktTreff in Jörl: „Wenn wir dort einkaufen, treffen wir immer Bekannte. Und im MarktTreff kann man gut feiern und frühstücken." Übrigens: Die Quiz-Gewinner werden sich über einen Einkaufsgutschein freuen dürfen - einzulösen in einem MarktTreff ihrer Wahl.