NAN setzt auf weitere MarktTreffs:
Netzwerk soll ausgebaut werden

Kiel MT 10.06.09 - Die Neue Arbeit Nord - Arbeits- und Berufsförderungs-GmbH (NAN) betreibt mittlerweile vier Nahversorgungsgeschäfte im nördlichen Schleswig-Holstein, zwei davon unter der Marke MarktTreff. Dieter Hildebrandt, Geschäftsführer der regionalen Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft, erläutert im Interview Erfahrungen und Perspektiven der Zusammenarbeit mit MarktTreff.

Frage: Warum hat sich die NAN vor zwei Jahren für das Modell MarktTreff entschieden?

Hildebrandt: Das waren zu allererst Arbeitsmarkt-Gründe. Wir entwickeln und sichern ja Beschäftigung von Menschen und da wollten wir unser Wirkungsfeld ausdehnen. Wir sind auf MarktTreff aufmerksam geworden und das Modell hat uns überzeugt. Nun gibt es aber Menschen, die den direkten Sprung in die Selbstständigkeit nicht allein schaffen. Hier haben wir angesetzt und eine eigene Qualifizierungsmaßnahme aufgelegt - übrigens von der EU und dem Bund gefördert. Geeignete Teilnehmer haben wir intensiv auf ihre neue Aufgabe in der Nahversorgung vorbereitet und sie betreiben jetzt erfolgreich unsere Läden.

 

Frage: Welche Erfahrungen haben Sie bisher gemacht?

Hildebrandt: Unsere Erfahrungen sind durchweg positiv. Uns war von Anfang an klar, dass man mit realistischen Erwartungen an das Thema Nahversorgung im ländlichen Raum herangehen muss - dann kann es auch keine Enttäuschungen geben. Sinnvoll war zudem die Planung, mehrere Läden zu betreiben. Mittlerweile sind es vier Topkauf-Geschäfte - mit echten Synergieeffekten. So gibt es einen stetigen Austausch und ein gemeinsames Lernen der Betreiber, zudem ein gemeinsames Steuerbüro.

 

Frage: Worin sehen Sie die Stärken Ihrer MarktTreffs?

Hildebrandt: Natürlich kommt es sehr auf den „Faktor Mensch" an und, dass alle in ein- und dieselbe Richtung wollen. Und die ist bei uns ganz eindeutig: Qualität. Dafür qualifizieren wir und dafür machen wir uns stark. Bei uns steht die langfristige Existenz im Focus. Natürlich müssen auch bei uns die Zahlen stimmen, aber wir denken nicht in kurzfristigen Renditekreisläufen. Aber mit der Unterstützung durch das MarktTreff-Netzwerk, zu dem auch die Betriebswirtschaftsspezialisten der BBE Retail Experts zählen, und mit unserem Lieferanten coop im Hintergrund, sind wir gut aufgestellt. Wir haben zudem einen arbeitsmarktlichen und strukturpolitischen Auftrag: Arbeitsplätze schaffen und erhalten - gerade auf dem Lande. Diesen Auftrag nehmen wir sehr ernst.

 

Frage: Sollte noch etwas verbessert werden?

Hildebrandt: MarktTreff ist zwar mehr als Einkaufen, aber der wirtschaftliche Betrieb ist nach wie vor die Grundlage. Und hier wünsche ich mir eine noch intensivere Unterstützung unserer Ladenbetreiber. Ich denke an jemanden, der regelmäßig durch die Läden geht und den Blick schärft für die kleinen Dinge, die letztlich einen Topladen ausmachen. Wir haben schon Profis vor Ort, aber auch die brauchen hin und wieder praktische Unterstützung.

 

Frage: Wie sind Ihre Planungen: Wird es weitere MarktTreffs der NAN geben?

Hildebrandt: Ganz klar: ja! Wir sind offen für weitere MarktTreffs im nördlichen Schleswig-Holstein. Das Konzept stimmt, passt gut zu uns und unserem Auftrag und eröffnet Menschen neue Chancen im ländlichen Raum.

 


 

 

Die NAN betreibt seit einem Jahr den MarktTreff in Stadum (Kreis Nordfriesland) - und das wird natürlich gefeiert. MarktTreff-Leiter Olaf Petersen lädt am Samstag, den 20. Juni zum großen Fest mit Flohmarkt ein. Dazu gibt es Kaffee und selbstgebackenen Kuchen. Der Verkaufserlös kommt dem Förderverein der Grundschule und dem Kindergarten in Stadum zu Gute. Außerdem gibt es Gegrilltes, kühle Getränke und Bier vom Fass. Hier wird ein Teil des Gewinns der Freiwilligen Feuerwehr gespendet.