Finnen interessieren sich für das MarktTreff-Modell

Kiel MT 09.02.2009 - Das erfolgreiche Modell MarktTreff feiert in diesem Jahr Jubiläum. 1999 hatte das Land Schleswig-Holstein die Initiative ergriffen, um einer negativen Entwicklung entgegenzuwirken: dem Wegbrechen der Nahversorgung in immer mehr Dörfern. Heute sichern bereits 25 MarktTreffs in Gemeinden zwischen 700 und 1.900 Einwohnern die Grundversorgung im ländlichen Raum, bündeln vielfältige Angebote, stärken Dorfgemeinschaften und schaffen Arbeitsplätze. Und das Interesse an dem schleswig-holsteinischen Projekt wächst - nicht nur im nördlichsten Bundesland: Jetzt kamen Experten aus Finnland nach Kiel, um sich im Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume intensiv zu informieren und Möglichkeiten einer Zusammenarbeit auszuloten.

„Mit dem landesweiten Projekt MarktTreff haben wir in Schleswig-Holstein bereits gezielt die Lebensqualität auf dem Lande verbessert. Das Projekt zeigt neue Wege auf, attraktive Versorgungsangebote für kleine Gemeinden zu schaffen", sagt Dr. Christian von Boetticher, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume. Mit insgesamt 25 MarktTreffs „haben wir eine wichtige Etappe auf unserem Weg zurückgelegt, die Grundversorgung im ländlichen Raum nachhaltig zu sichern und auszubauen", so von Boetticher. „Zugleich aber wollen wir die Menschen in den Dörfern ermutigen, weitere MarktTreffs ins Leben zu rufen." Denn so könne das Netzwerk vielfältiger dörflicher Versorgungs- und Dienstleistungszentren weiter wachsen.

 

Der Minister wies zugleich darauf hin, dass neue MarktTreffs jetzt von den Gemeinden über ihre jeweilige AktivRegion initiiert werden müssen: „Wir wünschen uns, dass die einzelnen MarktTreff-Konzepte dann als Leuchtturmprojekte in den landesweiten Wettbewerb gehen." Das MLUR stellt den schleswig-holsteinischen AktivRegionen EU-, Bundes- und Landesmittel bereit, aus denen eine Anschubförderung erfolgen kann. Diese Mittel können zur Finanzierung der baulichen Investitionen inklusive der Grundausstattung sowie für konzeptionelle Leistungen eingesetzt werden. Die Förderquote liegt zurzeit bei bis zu 55 Prozent der förderfähigen Kosten für kommunale Zuwendungsempfänger. Die Betriebskosten werden nicht gefördert.

Finnische Besucher informieren sich über MarktTreff
Vereinbarten einen intensiven Austausch zum Thema Grundversorgung
im ländlichen Raum: Hermann-Josef Thoben (links) und Inez Kleber
sowie Kauppi Virkkala (2.v.l.) und Erkki Timmerbacka aus Finnland.


„Es ist erfreulich zu sehen, wie gut die MarktTreff-Standorte insgesamt aufgestellt sind", sagt Hermann-Josef Thoben, Referatsleiter im MLUR. Das erkläre auch das wachsende Interesse in der Fachwelt an dem schleswig-holsteinischen Projekt. So ließen sich Kauppi Virkkala vom finnischen Regionalrat Mittel-Ostbottnien in Kokkola und Logistik-Berater Erkki Timmerbacka aus Espoo im Ministerium auf den aktuellen Stand bringen und diskutierten, wie das MarktTreff-Modell mit Überlegungen aus Finnland, Schweden und Estland verknüpft werden kann. „MarktTreff ist mit seinem Konzept und der Umsetzung weit voraus", so Kauppi Virkkala. „Wir können da viel lernen - aber vielleicht auch selbst Impulse geben insbesondere bei Fragen der Versorgung und lokalen Logistik." Die Gesprächspartner vereinbarten, im engen Kontakt und Austausch zu bleiben.