MarktTreff-Gemeinden profitieren vom Austausch

H a s e l u n d MT  01.12.2007  -  Auf dem diesjährigen Erfahrungsaustausch der Gemeinden mit bestehenden oder geplanten MarktTreffs standen Fördermöglichkeiten, die richtige Auswahl von Betreibern und das bürgerschaftliche Engagement im Vordergrund. Jan Thormählen, Bürgermeister der nordfriesischen Gemeinde Haselund, begrüßte die aus ganz Schleswig-Holstein angereisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Dörpshuus, in dem intensiv und engagiert diskutiert wurde.

Einen Überblick über den aktuellen Gesamtprojektstand gab Alexandra Greger (ews group). Dabei wies sie insbesondere darauf hin, dass mit Jörl (Kreis Schleswig-Flensburg) und Koberg (Kreis Herzogtum Lauenburg) die Eröffnungen der MarktTreffs Nummer 24 und 25 anstehen. Ingwer Seelhoff (ews group) informierte über die zahlreichen Medienveröffentlichungen zum Projekt und die Veranstaltungen, auf denen sich MarktTreff jüngst präsentiert hat - so bei der Vorstellung des Zukunftsprogramms Ländlicher Raum in Eggebek oder der Norla in Rendsburg. Zudem stellte er die grundsätzlichen Planungen vor, wie sich MarktTreff auf der 73. Internationalen Grünen Woche 2008 in Berlin vorstellen will. Das schleswig-holsteinische Nahversorgungsprojekt ist vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz als beispielhaft ausgewählt worden und darf sich im Januar mit einem großen Stand in der Halle 23 a unterm Berliner Funkturm präsentieren.

 

Eindrucksvoll belegten MarktTreff-Experten aus vier schleswig-holsteinischen Gemeinden, dass MarktTreff stets ein kontinuierlich lernendes Projekt ist. Haselunds Bürgermeister Jan Thormählen zeichnete den Weg nach, wie der bestehende MarktTreff in seinem Dorf durch einen geschickt konzipierten Ergänzungsbau enorm an Attraktivität gewonnen habe: Das neue Foyer, das jetzt den Einkaufsladen der Familie Spingel und den Treffbereich verbindet, konzentriert zudem Bankdienstleistungen - dieser FinanzTreff der Volksbank-Raiffeisenbank eG wiederum zieht Kunden für den Laden an.

 

Rolf Timm von der Gemeindevertretung Probsteierhagen (Kreis Plön) betonte, wie wichtig es sei, dass eine Gemeinde auch in wirtschaftlich turbulenten Zeiten mit Ideen und Engagement dazu beitrage, einem MarktTreff den Weg in eine nachhaltige Zukunft zu ebnen. Hans-Werner Speerforck, Leitender Verwaltungsbeamter Amt Wilstermarsch und zuständig für die Gemeinde Beidenfleth (Kreis Steinburg), berichtete, wie bei der derzeitigen Planung für den neuen MarktTreff stark auf das Konzept GesundheitsTreff gesetzt werde. So wird derzeit daran gearbeitet, ärztliche, physiotherapeutische und Versorgung durch das DRK unter dem Dach des MarktTreffs zu bündeln.

 

Nach der Veranstaltung im Dörpshuus besichtigten die Teilnehmer den umgebauten MarktTreff Haselund.
Nach der Veranstaltung im Dörpshuus besichtigten die Teilnehmer
den umgebauten MarktTreff Haselund.

Bürgermeister Willi Berendt aus Witzwort (Kreis Nordfriesland) empfahl aus eigener Erfahrung, bei der Betreiberauswahl besonders sorgfältig vorzugehen. Ein guter Kaufmann allein reiche nicht, auch der menschliche Faktor und das Bekenntnis zum Dorf müssten stimmen. In Witzwort habe erst der zweite Betreiberwechsel den Erfolg gebracht. Zudem sei es äußerst wichtig, dass der MarktTreff auch in der Gemeindevertretung und in der Bürgerschaft von einer breiten Basis getragen werde.

 

Schleswig-Holsteins MarktTreff-Gemeinden sind der allgemeinen Entwicklung voraus - so das Fazit von Thomas Grunewald von der BBE Beratung. Und darauf dürften die Menschen in diesen Dörfern durchaus stolz sein. Nahversorgung liege voll im Trend, andere Bundesländer wie Sachsen oder Hessen würden aber erst jetzt richtig aktiv und sich dabei am positiven Beispiel Schleswig-Holstein orientieren.

 

Hermann-Josef Thoben vom schleswig-holsteinischen Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume erläuterte die neuen Rahmenbedingungen der Förderperiode 2007 bis 2013, in der MarktTreff-Projekte eng mit den sich entwickelnden AktivRegionen verknüpft werden sollen. Das Land setze aber in der Förderpolitik weiter auf das Erfolgsmodell MarktTreff. Zum Abschluss der Veranstaltung nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, den umgebauten MarktTreff Haselund zu besichtigen - und sparten dabei nicht mit Lob und Anerkennung.