MarktTreffs setzen auf Bio – und widersprechen OTTO-Studie

Witzwort MT 09.05.2007 – Die aktuelle OTTO-Studie „Konsum-Ethik 2007“ sorgte jetzt für lebhafte Diskussionen auf der MarktTreff-Erfa-Tagung in Witzwort (Kreis Nordfriesland). Ein Thema der Studie ist das Segment der Bio-Produkte und ihrer Käufergruppen. Ergebnis: Bio liege voll im Trend und erziele jährlich zweistellige Zuwachsraten. Allerdings stellten die anwesenden MarktTreff-Betreiber die Studie bei der Einschätzung der Bio-Käufer-Gruppen in Frage: Babyboomer (die 46- bis 65-Jährigen) würden groß sein in Lippenbekenntnissen, beim realen Einkaufsverhalten aber Bio-Produkte eher vernachlässigen.

 

„Bio läuft gut in Kirchbarkau – vor allem bei jungen Familien und Frauen. Hier ist ein ausgeprägtes Bewusstsein für gesunde Ernährung vorhanden und das spiegelt sich auch im Einkaufswagen wider“, so Heinz-Jürgen Harms, Betreiber aus Kirchbarkau (Kreis Plön). Harms hat in seinem Laden das Angebot an Bio-Produkten stetig erweitert und will dies in Zukunft noch ausbauen.


Alf Schmidt, Betreiber des gerade eröffneten MarktTreffs in Brodersby (Kreis Rendsburg-Eckernförde) begrüßte die Unterstützung durch die großen Lieferanten beim Thema Bio: „Die Lieferanten haben den Bio-Markt erkannt und stellen uns eine Reihe von Verkaufshilfen zur Verfügung. Die Bio-Kundschaft wird in den nächsten Jahren noch zunehmen. Wir in der Schlei-Region haben an Wochenenden und in der Urlaubszeit viele Großstädter als Kunden. Da ist ein umfassendes Bio-Sortiment ganz wichtig.“ Frank Spingel, Betreiber des MarktTreff in Haselund (Kreis Schleswig-Flensburg) ging auf die immer wieder gestellte Preisfrage ein: „Mittlerweile sind Bio-Produkte auch beim Preis konkurrenzfähig.“

 

Die Bedeutung eines lebendigen Treffbereichs stellte Projektmanager Frank Eisoldt vor. „Häufig ist der MarktTreff der einzige Punkt im Ort, der tagsüber offen ist. Hier können sich Bürger und Touristen treffen, klönen, einen Kaffee trinken. Die Ideen und Angebote in den einzelnen Gemeinden sind wirklich fantasievoll", betonte Eisoldt. In Witzwort denkt Betreiber Maik Schultze derweil über einen zweiten PC nach: „Ab Mittag treffen sich hier Schüler und auch Erwachsene zum Surfen.“ Ebenso würde das Angebot zum kostenlosen Tausch von gelesenen Büchern hervorragend angenommen. Mehrere der MarktTreff-Betreiber wollen diese kleinen, von Kunden selbst verwalteten „Tausch-Bibliotheken“ an ihren Standorten adoptieren.

 

Abschließend stellte Schultze die neue Sicherheitstechnik des MarktTreffs vor. Für rund 70 Euro monatlich hätte er eine komplette Aufzeichnungsanlage gemietet. Seitdem wäre der Ladendiebstahl spürbar zurückgegangen. Schultze: „Kleine und große Diebe werden immer dreister. Da hilft nur moderne Technik und Null-Toleranz!“

 

 

Lebhaft diskutierten die Erfa-Teilnehmer das Thema Sicherheitstechnik ...
... und tauschten ihre Erfahrungen aus den einzelnen Standorten aus.