MarktTreff-Bilanz: Ein gutes Jahr 2006!

K i e l   MT 18.12.2006 - Eine positive Bilanz für das Jahr 2006 hat der landesweite MarktTreff-Beirat auf seiner jüngsten Sitzung Anfang Dezember in Neumünster gezogen. „Wir sind in diesem Jahr einen großen Schritt vorangekommen", fasste es der stellvertretende Staatssekretär Hans-Joachim Pieper aus dem Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MLUR) zusammen. „Ich danke allen Betreibern, Gemeinden und Beteiligten für die erfolgreiche Arbeit. Das Projekt MarktTreff macht derzeit viel Freude."

Erstmals wurde in diesem Jahr eine vergleichende Analyse der betriebswirtschaftlichen und kundenbezogenen Ergebnisse der Markttreff-Standorte erstellt. „Diese Bestandsaufnahme hat ergeben, dass die MarktTreffs wirtschaftlich auf einem guten Weg sind", stellt Hans-Joachim Pieper aus dem MLUR mit großer Zufriedenheit fest. „Dies zeigt uns, dass das Konzept richtig ist und sich die landesweite Betreuung der Standorte auszahlt." Außer einem anonymisierten betriebswirtschaftlichen Vergleich der Standorte wurden die Dienstleistungen und Treffbereiche auf Angebote, Qualität und Kundenfrequenz abgefragt und die Ergebnisse aufbereitet. „Besonders bei den größeren Treffs ist eine kontinuierliche Betreuung - am besten durch einen Verein - unerlässlich. Dort, wo wir engagierte Kümmerer haben, werden die MarktTreffs zu lebendigen und bunten Veranstaltungszentren", so Christina Pfeiffer, Projektleiterin aus dem MLUR. Die Mitglieder des MarktTreff-Beirats zeigten sich erfreut über diese Entwicklung.

 

Auch beim diesjährigen Erfahrungsaustausch für MarktTreff-Gemeinden und Amtsverwaltungen stießen die Ergebnisse der Jahresgespräche auf großes Interesse. In Hasenkrug kamen Gemeinden und Amtsverwaltungen zusammen, die sich in der Planungsphase für einen MarktTreff befinden. Im Austausch mit MarktTreff-erfahrenen Bürgermeistern, Koordinatoren und Beratern sollten die Anwesenden möglichst umfassend von „Fehlern und Erfolgen" profitieren. „Was neu ist: Viele dieser Gemeinden möchten Lebensmittelladen und gastronomisches Angebot unter einem Dach kombinieren", sagt Frank Eisoldt vom MarktTreff-Projektmanagement. Er begründet dies damit, dass auf dem Land nach dem Verschwinden der Kaufläden auch das Sterben der Gasthöfe eingesetzt habe. „Hier sind neue Konzepte gefragt, um diese Versorgungslücke zu schließen", bestätigt Martin Schramm von der BBE Unternehmensberatung.

 

Diskussionsrunde beim MarktTreff-Erfahrungsaustausch
Bürgermeister aus Gemeinden, die einen MarktTreff planen,
diskutierten beim Erfahrungsaustausch.

Ein Vorbild für diese neuen Konzepte könnte der jüngst in Negernbötel (Kreis Segeberg) eröffnete MarktTreff sein. Das „Hambötler Huus" beherbergt - neben einem kleinen „Tante-Emma-Laden" mit Lebensmitteln - einen Bistrobereich, Küche, Saal, Räume für Sport und Jugend sowie einen Kindergarten und das Feuerwehrgerätehaus. In der Diskussionsrunde berichtete Bürgermeister Dieter Beuk den anwesenden Bürgermeistern von seinen Erfahrungen: „MarktTreff bietet die Chance, möglichst viele Angebote unter einem Dach zu bündeln. Denn Grundversorgung bedeutet viel mehr als ein Lebensmittelangebot." Gemeinden wie Börm, Ellingstedt (Kreis Schleswig-Flensburg) und Dellstedt (Kreis Dithmarschen) denken ebenfalls über die Kombination von Lebensmittelladen und Gastronomie nach. „Für diese Gemeinden wird besonders die Betreibersuche eine große Herausforderung darstellen", meint Christina Pfeiffer. „Dabei bleibt die betriebswirtschaftliche Qualifikation das A und O. Denn am Ende entscheiden immer noch die Zahlen."