Viele Wege führen zum MarktTreff

K i e l   MT 24.08.2006 - Bereits 21 MarktTreffs gibt es in Schleswig-Holstein - und weitere folgen. Die Planungen an neuen Standorten im ganzen Land laufen auf Hochtouren. Hier ein aktueller Überblick über Vielfalt und Stand der Konzepte.

„Das besondere an MarktTreff ist ja die Verbindung von landesweiten Standards mit den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten und Wünschen. Diese maßgeschneiderten Planungen sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor und entscheiden, ob ein MarktTreff später angenommen wird", so Hermann-Josef Thoben aus dem Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MLUR).

 

In Heidgraben (Kreis Pinneberg) hat man Großes vor, und alles läuft nach Plan. Ein neues Baugebiet soll die Gemeinde auf 2.000 Einwohner anwachsen lassen. Dieses Vorhaben will die Gemeinde mit dem schon lange bestehenden Wunsch nach einem örtlichen Nahversorgungsladen kombinieren. Ein Architektur-Ideenwettbewerb ist durchgeführt und wird - nach den politischen Gremien - den Einwohnern in einer Versammlung präsentiert. Geplant ist ein attraktives Zentrum, in dem sich neben Einzelhandelsgeschäften auch ein Bäcker, die Gemeindebücherei und die Polizeistation ansiedeln könnten.

 

In Brodersby (Kreis Schleswig-Flensburg) ist man bereits auf Betreibersuche und verfolgt dabei eine neue Idee. Die Gemeinde an der Schlei ist in Kontakt mit „Neue Arbeit Nord" (NAN), einer Arbeitsförderungsgesellschaft im Landesteil Schleswig. NAN-Geschäftsführer Dieter Hildebrandt würde gern in den Betrieb von MarktTreffs einsteigen. Brodersby wäre das Pilotprojekt für eine Reihe weiterer Standorte. Ziel dabei ist, motivierte Langzeitarbeitslose zu Existenzgründern zu machen.

Negernbötel (Kreis Segeberg) ist ein Musterbeispiel erfolgreicher Bürgerbeteiligung. Eine rund 15-köpfige „Arbeitsgruppe Dorfentwicklung" unter Leitung von Bürgermeister Dieter Beuk hat im Dialog mit den Einwohnern ein umfassendes Konzept entwickelt: Einkaufen, Kindergarten, Feuerwehr, Vereine und Verbände unter einem Dach. Und die Jugendlichen freuen sich auf einen eigenen Treffpunkt. Bürgermeister Beuk sieht die Vorteile: „Nur wenn wir aktiv auf Jugendliche zugehen, ihnen Gestaltungsräume geben, gibt es eine Chance, dass sie eine positive Bindung zur Gemeinde entwickeln." Ein Trägerverein ist bereits gegründet, die Eröffnung steht im Herbst an.

 

Die Gemeinde Börm (Kreis Schleswig-Flensburg) lässt derzeit einen Standort-Grundcheck durchführen. Vorangegangen ist eine umfangreiche Haushaltsbefragung auf deren Grundlage eine Bürgergruppe das MarktTreff-Modell für Börm entwickelt hat: Lebensmittelladen, Dienstleistungen, Bistro, Treffräume für Gruppen und Vereine. Jetzt werden verschiedene Standorte auf Umsetzung und Kosten geprüft.

Koberg im Kreis Herzogtum Lauenburg hat 750 Einwohner, viele Vereine und diese aktiv in die MarktTreff-Planungen eingebunden. Außer der Grundversorgung mit Lebensmitteln stand der Wunsch nach einem Veranstaltungs- und Treffbereich für alle Generationen ganz oben auf der Liste. Derzeit wird die Gründung eines MarktTreff-Vereins als Träger vorbereitet.   

 

Hermann-Josef Thoben aus dem MLUR fasst die derzeitige Situation so zusammen: „Ich sehe die Entwicklung sehr positiv: Engagierte Gemeinden und Ämter, erprobte Abläufe, intensive Bürgerbeteiligung und das alles zusammengehalten durch erfahrene Projektleiter - MarktTreff ist gut davor." 

 

Die Gemeinde Koberg entwickelt Ideen...   ... für einen neuen Mittelpunkt.
Die Gemeinde Koberg entwickelt Ideen...   ...für einen neuen Mittelpunkt.