Die MarktTreff-Partner und ihre Ideen

In einer achtteiligen Serie stellte der sh:z im Jahr 2004 MarktTreff-Partner und ihre
Ideen für die Zusammenarbeit vor.


1. Landessportverein: Der Sport als starker MarktTreff-Partner
2. Landjugend: Der ländliche Raum wächst zusammen
3. Akademie für die Ländlichen Räume: Service aus der Akademie
4. Schleswig-Holsteinischer Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes
5. Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein: Brandaktuelle Fragen beantworten
6. Landfrauenverband Schleswig-Holstein: IT als zusätzliche Chance
7. Schleswig-Holsteinische Heimatbund (SHHB): Sprechstunde im MarktTreff
8. Schleswig-Holsteinischer Gemeindetag: Der Einkaufspunkt als sozialer Treffpunkt





Norden bundesweites Vorbild

Fachmagazin "Der Handel" lobt schleswig-holsteinische MarktTreff-Idee

K I E L bre Die norddeutsche Idee, Einzelhandel und verschiedene Dienstleistungen auf dem Land in Service-Stationen zu vereinen, könnte schon bald bundesweit Wellen schlagen. Besonders in Ostdeutschland würden viele Kommunen unter der Ansiedlung von Discountern und Einkaufszentren auf der grünen Wiese leiden, berichtete jüngst das Fachmagazin "Der Handel" und prognostiziert deshalb: "Das MarktTreff-Projekt aus Schleswig-Holstein hat gute Chancen, auf die neuen Bundesländer ausgedehnt zu werden."

"Das Projekt besticht durch Zielstrebigkeit"


In seinem Beitrag über die zunehmend problematische Nahversorgung in kleinen deutschen Gemeinden lobt das Magazin die Kieler Landesregierung: "Das Projekt im hohen Norden besticht durch die Zielstrebigkeit bei der Anwendung der Mittel. Bundesweit werden verschiedene Programme zur ,Dorfverschönerung' oder zur ,ländlichen Entwicklung' gefördert, die zu breit angelegt sind und wenig bewirken. Schleswig-Holstein hat sich dagegen für die gezielte Förderung des Einzelhandels entschieden."

Die Redaktion von "Der Handel" hat das bundesweite Sterben kleiner Lebensmittelgeschäfte zum Anlass für eine Bestandsaufnahme genommen. Demnach ist die Unterversorgung der ländlichen Regionen in ganz Deutschland ein großes Problem. So würden in Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland, drei Viertel der Städte ihre Nahversorgung als gefährdet einstufen, schreibt das Magazin. Und weiter: "In Baden-Württemberg wird es laut Einzelhandelsverband in wenigen Jahren keine Gemeinde mehr unter 3500 Einwohnern geben, die über einen Lebensmittelmarkt verfügt - betroffen wären davon fast die Hälfte der Kommunen im Ländle. Die Not wächst."

Auch die Landesregierung spart in Bezug auf das Projekt nicht mit Eigenlob und sieht sich an der Spitze einer neuen Bewegung: "Dörfliche Versorgungszentren sind in vielen Ländern ein aktuelles Thema. Wir in Schleswig-Holstein sind da schon weit. In den kommenden Jahren bauen wir mit den MarktTreffs ein dichtes Netz von vielfältigen Versorgungs- und Dienstleistungszentren im ländlichen Raum auf - und sind damit deutschlandweit führend."
(sh:z, 17.02.04)

 

 




Der Sport als starker MarktTreff-Partner


Neue Serie: Wie acht Vereine und Institutionen aus Schleswig-Holstein das Projekt unterstützen wollen

 

K I E L Sven Bremert Mit dem Projekt "MarktTreff" will die Landesregierung seit 1999 die Versorgung in kleinen Gemeinden sichern. Zurzeit gibt es in Schleswig-Holstein 14 MarktTreffs, 17 weitere sind geplant. Neben dem Lebensmittel-Einkauf können die Einwohner in den Service-Stationen verschiedene Dienstleistungen in Anspruch nehmen, die sonst im Ort fehlen.

 

Dazu gehören etwa die Annahme von Lotto- und Toto-Scheinen oder Briefen, Schuhmacherarbeiten, ein Foto-Entwicklungs-Service sowie die Bereitstellung von Computern mit Internet-Zugang. Acht Verbände und Institutionen, die stark im ländlichen Raum präsent sind, unterstützen das Projekt der Landesregierung. In einer achtteiligen Serie stellen wir die neuen Mitglieder der MarktTreff-Familie und ihre Ideen für eine Zusammenarbeit vor.

Den Anfang macht heute der Landessportverband Schleswig-Holstein. Der Landessportverband Schleswig-Holstein (LSV) zählt rund 900000 Mitglieder in 2700 Sportvereinen. Damit sind 30 Prozent der Einwohner des nördlichsten Bundeslandes in Sportvereinen aktiv. 80000 Menschen engagieren sich in den 15 Kreissport- und über 40 Fachverbänden im Land ehrenamtlich. Wegen seiner hohen Mitgliederzahl ist der LSV für das Projekt MarktTreff ein besonders starker Partner. "Wir stehen auf jeden Fall politisch hinter der Idee", sagt Thomas Niggemann, im LSV Geschäftsführer für den Bereich Breitensport. "Eine Strukturverbesserung in den ländlichen Räumen ist immer gut und richtig." Zudem stehe bei den MarktTreffs wie im Sport der Mensch im Mittelpunkt. "Deshalb wollen wir das Projekt unterstützen."

In der Praxis bedeutet das: Die MarktTreffs könnten in den jeweiligen Orten zum Beispiel zu Treffpunkten für Ausflüge oder Ferienfahrten von Jugendgruppen sowie für Lauf-, Walking- oder Inliner-Veranstaltungen werden, meint Niggemann. "Und nach dem Laufen könnten die Teilnehmer vielleicht noch im MarktTreff einen Saft oder ein Wasser zusammen trinken." So sei besonders das Nutzen der Räumlichkeiten eine mögliche Basis für die Zusammenarbeit. "Für einen Rückenschulungs-Kurs braucht man zum Beispiel keine große Dreifeldhalle. Vielleicht können wir Workshops, Kurse, Lehrgänge und Seminare zukünftig in den Räumen der MarktTreffs anbieten", schlägt Thomas Niggemann vor. Neben ihrem normalen Angebot hätten die Sportvereine besonders im Bereich Fitness und Gesundheit zunehmend offene Angebote auch für Nicht-Mitglieder im Programm.

Ein neuer Weg zur Qualitätsverbesserung, so Niggemann, von dem sich der LSV vorstellen könne, ihn gemeinsam mit den MarktTreffs zu gehen. Auf lange Sicht hält der LSV-Geschäftsführer es sogar für denkbar, die Eröffnung eines neuen MarktTreffs mit der Einrichtung eines Vereinsheims zu kombinieren. "Das ist noch natürlich nur eine Vision. Aber in kleinen Orten gibt es oft gar kein Vereinsheim. Da trifft man sich dann in der Dorfgaststätte. Vielleicht wird es irgendwo mal MarktTreff und Vereinsheim in einem Gebäude geben."

 

 

Landessportverband Schleswig-Holstein

(sh:z, 17.02.04)

Seitenanfang




Der ländliche Raum wächst zusammen

MarktTreffs und Landjugend wollen zusammenarbeiten / Plattform für landesweite Projekte

 

 

 

R E N D S B U R G / K I E L Sven Bremert Mit dem Projekt "MarktTreff" will die Landesregierung seit 1999 die Versorgung in kleinen Gemeinden sichern. Zurzeit gibt es in Schleswig-Holstein 14 MarktTreffs, 17 weitere sind geplant. Neben dem Lebensmittel-Einkauf können die Einwohner in den Service-Stationen verschiedene Dienstleistungen in Anspruch nehmen, die sonst im Ort fehlen.

 

 

Acht Verbände und Institutionen, die stark im ländlichen Raum präsent sind, unterstützen das Projekt der Landesregierung. In einer achtteiligen Serie stellen wir die neuen Mitglieder der MarktTreff-Familie und ihre Ideen für die Zusammenarbeit vor. Heute: der Landjugendverband.

Der Landjugendverband Schleswig-Holstein zählt rund 6000 Mitglieder in elf Kreisverbänden mit 80 Ortsgruppen. Damit versteht sich der Verband als die Vertretung schlechthin für Jugendliche im ländlichen Raum. "Wir wollen in Schleswig-Holstein flächendeckend vertreten sein", sagt Landesgeschäftsführerin Ina Pfannschmidt. "Da hat das Projekt MarktTreff natürlich eine ähnliche Zielsetzung wie wir. Von einer Zusammenarbeit erhoffen wir uns daher jede Menge Synergieeffekte." Vor allem, so Pfannschmidt, würden die MarktTreffs der Landjugend Chancen für mehr Öffentlichkeitsarbeit eröffnen. So könnten nicht nur die Ortsgruppen in den Läden für ihre Veranstaltungen werben, indem sie zum Beispiel ihre Programme aushängen.

Auch der Landesverband sehe in den MarktTreffs eine ideale Plattform dafür, auf landesweite Projekte und Veranstaltungen aufmerksam zu machen. Als weitere Möglichkeit der Zusammenarbeit nennt die Geschäftsführerin des Landjugendverbandes die gemeinsame Nutzung der Räumlichkeiten. "Die Ortsgruppen haben ihre Gruppenräume vereinzelt in Gaststätten oder Scheunen", weiß die 33-Jährige. "Gerade für Minderjährige wären Treffpunkte auf neutralem Boden sicher nicht verkehrt." Außerdem gebe es in den MarktTreffs Angebote, wie etwa Internetcafés, die gerade für Jugendliche interessant seien.

In der Praxis ist es für Landjugend und MarktTreffs allerdings schlichtweg aus geographischen Gründen schwierig zusammenzuarbeiten: In den zurzeit 14 mit MarktTreffs bestückten Orten in Schleswig-Holstein ist die Landjugend nicht mit Ortsgruppen vertreten. Und von den 17 weiteren Dörfern, in denen MarktTreffs geplant sind, verfügen lediglich drei über ein aktives Landjugend-Leben: Nusse im Kreis Herzogtum Lauenburg, Alt Duvenstedt im Kreis Rendsburg-Eckernförde und St. Margarethen in Dithmarschen. Wann hier die MarktTreffs kommen, ist aber noch fraglich. Trotzdem baut die Landjugend auf eine gemeinsame Zukunft mit den MarktTreffs. Schließlich würden sich in Schleswig-Holstein durchschnittlich zwei Landjugendgruppen pro Jahr neu gründen, so Ina Pfannschmidt. "Und wir wollen ja mit Hilfe aller MarktTreffs stärker auf unsere Arbeit aufmerksam machen. Vielleicht bildet sich dadurch an dem einen oder anderen MarktTreff-Standort eine neue Gruppe."

 

 

Landjugend

 

Seitenanfang

 


 

Service aus der Akademie:

Markttreff-Know-how auf dem Stundenplan Die Akademie für Ländliche Räume hilft mit Schulungen und Analysen

 

 

K I E L / E C K E R N F Ö R D E Sven Bremert Mit dem Projekt "Markttreff" will die Landesregierung seit 1999 die Versorgung in kleinen Gemeinden sichern. Zurzeit gibt es in Schleswig-Holstein 14 Markttreffs, 17 weitere sind bereits in Planung. Neben dem Lebensmittel-Einkauf können die Einwohner in den Service-Stationen verschiedene Dienstleistungen in Anspruch nehmen, die sonst im Ort fehlen.

 


Acht Verbände und Institutionen, die stark im ländlichen Raum präsent sind, unterstützen das Projekt. In unserer Serie stellen wir die neuen Mitglieder der Markttreff-Familie vor. Heute: die Akademie für die Ländlichen Räume Schleswig-Holstein.

Die Idee der Rundum-Service-Stationen in kleinen Gemeinden passt wie maßgeschneidert zum ureigenen Ziel der Akademie für die Ländlichen Räume in Schleswig-Holstein. Und das ist kein Zufall: Ohne die Akademie hätte es die Markttreffs vermutlich nie gegeben. Die Einrichtung hat sich im Dezember 1992 als gemeinnütziger Verein gegründet und setzt sich seitdem für die Lebensqualität in den ländlichen Regionen Schleswig-Holsteins sowie den Erhalt und die Stärkung der ökonomischen, kulturellen, sozialen und landschaftlichen Strukturen der Dörfer ein. Von Beginn an war die Akademie mit Sitz in Eckernförde in die 1995 von der Landesregierung in Auftrag gegebenen Ländlichen Struktur- und Entwicklungsanalysen (LSE) eingebunden und hat einen großen Teil zur Markttreff-Idee beigetragen.

"Wir haben schnell gemerkt, dass die Einwohner, und zwar nicht nur die älteren, in ihrem Dorf einen Identifikationspunkt brauchen", sagt der Vorsitzende der Akademie, Rüdiger von Plüskow. Bereits in den Dorfentwicklungsplänen sei auf den Erhalt von Post und Krämerladen in den kleinen Gemeinden gesteigerter Wert gelegt worden. Dass in das Markttreff-Konzept weitere Dienstleistungen wie etwa die Erledigung von Behördenangelegenheiten eingebunden werden, könne von entscheidender Bedeutung für den Erfolg des Projekts sein. "Bei den Eröffnungen unserer ersten ländlichen Dienstleistungszentren brach immer zunächst großer Jubel aus", erinnert sich von Plüskow. "Und später fuhren doch wieder alle zu Aldi." Die Markttreffs könnten nur überleben, wenn die Einwohner sich zu ihrem Dorf bekennen und das Angebot auch annehmen. "Dazu gehört es aber auch, die Leute mit möglichst viel Service an den Markttreff zu binden."

Dass die Akademie zu den acht Partnern zählt, die das Ministerium bei dem Projekt unterstützen, war schließlich selbstverständlich. Vor allem mit Info- und Weiterbildungsveranstaltungen will die Einrichtung dem Projekt zum Erfolg verhelfen. Bereits im August 2002 lud die Akademie gemeinsam mit der Bungsberg-Akademie und dem Ministerium für ländliche Räume zu einer Informationsveranstaltung zum Thema "Vom Ländlichen Dienstleistungszentrum zum Markttreff" ein. Seit 1996 organisiert die Institution rund drei Planertreffs pro Jahr, auf denen sich Gutachter, Büros, Regionalbetreuer und Planer austauschen und aktuelle Informationen zum Stand des Projekts einholen können. Und die Dörfer Steinfeld im Kreis Schleswig-Flensburg, wo bereits ein Markttreff existiert, und Hennstedt in Dithmarschen, wo die Gründung eines Markttreffs geplant ist, hat die Akademie mit Werkstätten auf das Projekt vorbereitet. Jeweils rund 50 Teilnehmer aus der Region haben sich bei den Treffen unter anderem über Standorte und Nutzungsmöglichkeiten beraten. Außerdem ist noch dieses Jahr eine Fortbildungsveranstaltung für Betreuer des Projekts Markttreff in der Akademie geplant.

"Das Projekt muss jetzt erst mal richtig laufen", sagt Rüdiger von Plüskow. "Und wir bemühen uns, bei allen möglichen Schwierigkeiten zu helfen." Im Internet: www.alr-sh.de

 

 

Die Akademie für Ländliche Räume


Seitenanfang

 


 

 

Das Rote Kreuz baut auf die Markttreffs als Lebensmittelpunkt

 

 

K I E L Sven Bremert Mit dem Projekt "Markttreff" will die Landesregierung seit 1999 die Versorgung kleiner Gemeinden sichern. Zurzeit gibt es in Schleswig-Holstein 14 Markttreffs, 17 weitere sind geplant. Neben dem Lebensmittel-Einkauf können die Einwohner in den Service-Stationen Dienstleistungen in Anspruch nehmen, die sonst im Ort fehlen.

 

 

 

Acht Verbände und Institutionen, die im ländlichen Raum präsent sind, unterstützen das Projekt. In einer Serie stellen wir die neuen Mitglieder der Markttreff-Familie und ihre Ideen für die Zusammenarbeit vor. Heute: der Schleswig-Holsteinische Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes.

Das Rote Kreuz zählt in 15 Kreisverbänden und 472 Ortsvereinen rund 130000 Mitglieder in Schleswig-Holstein. Dazu gehören über 4600 Jugendrotkreuzler. Viele Mitglieder engagieren sich aktiv im Katastrophenschutz oder in sozialen Bereichen - als Sanitäter, als Berater, Ausbilder oder Helfer. "Bei uns steht der einzelne Mensch im Mittelpunkt. Wir müssen vor Ort sein, um helfen zu können", sagt DRK-Präsident Georg Fiedler. Die große Zahl der Ortsvereine zeige, wie stark der Verband in Schleswig-Holstein vertreten sei. "Und da auch das Projekt Markttreff diese Ausbreitung in der Fläche anstrebt, habe ich die Partnervereinbarung mit dem Land aus voller Überzeugung unterzeichnet", sagt Georg Fiedler. Räumliche Berührungspunkte zwischen beiden Partnern gibt es bereits genug: In der Hälfte aller Orte mit bestehenden Markttreffs sind DRK-Ortsvereine aktiv.

Für das Rote Kreuz sei das Projekt interessant, weil sich die Markttreffs im Idealfall zum Treffpunkt und kommunikativen Mittelpunkt eines Ortes entwickeln, meint der DRK-Chef. Zentrale Räumlichkeiten zum Beispiel für Schulungen und die Möglichkeit, über die Markttreffs mit anderen Vereinen gemeinsame Aktionen zu starten, machen laut Fiedler die ländlichen Service-Stationen für das Rote Kreuz attraktiv. "Die aktiven DRK-Mitglieder im Ortsverein sind Teil einer vitalen sozialen Gemeinschaft. Dabei können ihnen die Markttreffs eine Infrastruktur bieten, die in so manchem kleineren Ortsverein vielleicht dankbar angenommen wird." Zudem könne die Zusammenarbeit mit einem Markttreff auch für die Jungen und Mädchen im Jugendrotkreuz von Interesse sein, sagt Georg Fiedler. In den vergangenen Jahren seien die Zahlen der Jugendrotkreuzler erfreulich angestiegen. "Und für neue Gruppen ist es eine gute Starthilfe, sich an einem zentralen Ort versammeln zu können." Dabei hält Fiedler besonders die Bereitstellung von Computern mit Internetanschluss in Markttreffs für ein wichtiges Angebot - auch für ältere DRK-Mitglieder. "Die 'alten Hasen' werden ein Internet-Café am Ort zu schätzen wissen. Und das Jugendrotkreuz nutzt seit Jahren das Internet für eine lebendige Kommunikation, um sich und seine Ziele vorzustellen."

Als weitere Möglichkeit der Kooperation nennt Georg Fiedler die DRK-Blutspendedienste. Zu über 1400 Terminen im Land kommen jährlich rund 150000 Spender. Wie eine Zusammenarbeit in diesem Bereich aussehen kann, macht seit einiger Zeit der DRK-Ortsverein Kirchbarkau vor: Für die Verpflegung der Blutspender deckt sich der Verein beim dortigen Markttreff ein. Auch für alle anderen Veranstaltungen kauft der Verein Speisen und Getränke in dem kleinen Supermarkt. Und wenn Jubiläums-Blutspender geehrt werden, stellt der Markttreff Präsentkörbe zusammen.

Aber auch in anderen Bereichen nutzt der DRK-Ortsverein Kirchbarkau den Markttreff. Er legt Infomaterial zur Vereinsarbeit aus und kündigt alle seine Veranstaltungen am schwarzen Brett an. Für Senioren hat der Verein einen regelmäßigen Fahrdienst zum Einkaufen arrangiert. Die Kunden werden zum Markttreff und - nach einem gemütlichen Kaffeeklatsch im Internet-Café - wieder nach Hause gefahren. "Wir freuen uns über diese ersten Schritte in der praktischen Zusammenarbeit und werden die regionale Entwicklung der Markttreffs in Schleswig-Holstein weiterhin mit großer Aufmerksamkeit verfolgen und unterstützen", sagt Georg Fiedler. Im Internet:

www.drk-sh.de

 

www.jrk-sh.de

 

Das Rote Kreuz


Seitenanfang

 

 



 

Teamwork: Feuerwehr will brandaktuelle Fragen in Markttreffs beantworten

K I E L Sven Bremert Mit dem Projekt "Markttreff" will die Landesregierung seit 1999 die Versorgung in kleinen Gemeinden sichern. Zurzeit gibt es in Schleswig-Holstein 14 Markttreffs, 17 weitere sind bereits in Planung. Neben dem Lebensmittel-Einkauf können die Einwohner in den Service-Stationen verschiedene Dienstleistungen in Anspruch nehmen, die sonst im Ort fehlen. Acht Verbände und Institutionen, die im ländlichen Raum präsent sind, unterstützen das Projekt. In unserer Serie stellen wir die neuen Mitglieder der Markttreff-Familie vor. Heute: der Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein.

Für die Markttreffs im Land ist es schon rein zahlenmäßig eine große Hilfe, wenn auf einen Schlag über 61500 Menschen "Ja" zu dem Projekt sagen. So viele aktive Mitglieder zählt der Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein (LFVSH), der als Dachverband 1400 Freiwillige, 390 Jugend-, vier Berufs- sowie 32 Werks- und Betriebsfeuerwehren in sich vereinigt. "Damit sind wir flächendeckend vertreten. Und die Markttreffs bieten unseren Feuerwehren eine ideale zusätzliche Plattform, Aufklärungsarbeit und Informationen an die Bürger zu bringen", freut sich LFVSH-Pressesprecher Werner Stöwer.

In zahlreichen Dörfern und Gemeinden sei die Feuerwehr die einzige verbliebene Institution, die den kulturellen Betrieb im Ort aufrechterhalte, meint Stöwer. Die jeweiligen Markttreffs könnten zentrale Anlaufstellen für die örtlichen Feuerwehren, aber auch für die aus den Nachbarorten sein. "Mit unserer Teilnahme an der Partnerschaft wollen wir unseren Feuerwehren signalisieren, einen Markttreff, der in ihrem Ort eröffnet wird oder bereits besteht, so gut es geht zu unterstützen." Unter anderem könne man sich vorstellen, in den Markttreffs wöchentliche Feuerwehrsprechstunden anzubieten, so Stöwer weiter. "Da könnten wir dann allgemeine Fragen zum vorbeugenden Brandschutz, zur Prüfung von Feuerlöschern oder zur Installation von Rauchmeldern beantworten." Ergänzt durch Infowände in den Geschäften könnten die Markttreffs so zur öffentlichen Anlaufstelle bei allen brandaktuellen Themen werden. "Und in Sonderveranstaltungen möchten wir, vielleicht auch mal in Zusammenarbeit mit der Polizei, zu Verkehrs- und Brandschutzerziehungs-Kursen einladen." Solche Vorhaben ließen sich zwar nicht von heute auf morgen auf die Beine stellen, meint der Feuerwehr-Sprecher. Aber vereinzelt gebe es bereits erste Formen der Zusammenarbeit mit den Markttreffs. "Das Ganze muss noch wachsen. Nach und nach werden wir die Markttreffs mit Leben füllen."

Besonders engagiert setzt sich zum Beispiel bereits die Ortsfeuerwehr in Kasseedorf (Kreis Ostholstein) für den dortigen Markttreff ein. Nicht nur Infomaterial liegt in dem Geschäft aus. Im Dezember letzten Jahres hat sich die Ortswehr, die 29 aktive Mitglieder zählt, gemeinsam mit fünf weiteren Vereinen aus dem Dorf an einem großen Weihnachtsmarkt rund um den Markttreff beteiligt. Und ob für den Tag der offenen Tür oder für einen Übungsabend *"immer kaufen die Brandschützer Getränke und Würstchen in dem kleinen Laden. "Auch privat nutzen wir alle zunehmend den Markttreff", sagt Wehrführer Klaus Jähnke. "Das Geschäft ist übersichtlich, das Personal freundlich und ich bekomme fast alles, was ich brauche. Und wenn nicht, dann wird es beschafft." So sei er immer seltener im Supermarkt im nahe gelegenen Eutin zu finden, meint Jähnke. Und um den Markttreff so gut es geht zu unterstützen, hält er auch seine Kameraden zum Einkauf in dem Dorfladen an. Jähnke: "Das Wort Markttreff fällt bei uns auf jeden Fall ziemlich oft." Im Internet: www.lfv-sh.de

 

 

Feuerwehr

 

Seitenanfang

 

 


 

 

IT-Landfrauen als zusätzliche Chance für Markttreffs

Was der 40000 Mitglieder starke Verband für das Pilotprojekt im ländlichen Raum bringen könnte

 

 

K I E L Carlo Jolly Mit dem Projekt "Markttreff" will die Landesregierung seit 1999 die Versorgung in kleinen Gemeinden sichern. Zurzeit gibt es in Schleswig-Holstein 14 Markttreffs, 17 weitere sind bereits in Planung. Neben dem Lebensmittel-Einkauf können die Einwohner in den Service-Stationen verschiedene Dienstleistungen in Anspruch nehmen, die sonst im Ort fehlen.

 

 

Acht Verbände und Institutionen, die im ländlichen Raum präsent sind, unterstützen das Projekt. In unserer Serie stellen wir die neuen Mitglieder der Markttreff-Familie vor. Heute: der Landfrauenverband Schleswig-Holstein.

Landfrauen verbindet man landläufig mit Ernährungsberatung oder ihren Servicebörsen mit allen möglichen Dienstleistungen vom Party-Service bis zur Kinderbetreuung. Doch Landfrauen und moderne Informationstechnologie (IT)? Seit vergangenem Jahr verfügt die Organisation, die sich selbstbewusst als größter privater Bildungsträger im ländlichen Raum Schleswig-Holsteins bezeichnet, über landesweit drei fertig ausgebildete sogenannte IT-Landfrauen. Die in der www-Welt geschulten Damen sind seitdem im ganzen Land unterwegs, lassen sich für EDV-Schulen buchen und helfen den Vereinen vor Ort zum eigenen Internet-Auftritt.

Gerade dieses Know-how könnte für die bislang 14 Markttreffs besonders interessant sein. Zum Mehrwert eines Treffs über den reinen Einzelhandel hinaus zählt in den meisten Ort nämlich ein Rechner-Arbeitsplatz mit Internet-Zugang. Qualifizierte Schulungen durch die IT-Landfrauen wären eine optimale Ergänzung, findet auch Natascha Kamp vom Landfrauenverband: "So etwas könnte man natürlich gut in einen Markttreff integrieren."

Die Initiative von Ellen Vollbehr am Markttreff-Standort Kirchbarkau zeigt aber mindestens ein weiteres Beispiel, wie Markttreffs von der Stärke des Verbands profitieren könnten. Immerhin rund 40000 Mitglieder in 182 Ortsvereinen zählen die Landfrauen in allen Regionen Schleswig-Holsteins. Ellen Vollbehrs Idee: Produkte von Direktvermarktern aus der Region oder saisonale Aktionstage zu bestimmten Nahrungsmitteln anzubieten. Sie spricht von Apfelkuchenangeboten, die zur Apfelernte im August oder September stattfinden könnten, nennt aber auch schon konkrete Beispiele etwa der Hof-Vermarktung von Landwirten über den Markttreff Kirchbarkau. Ein Bauer biete dort Eier von Hühnern aus Freilandhaltung. Er verkaufe dort 2000 Eier pro Woche: "Das ist ein Grund für die Leute, dorthin zu fahren", sagt Ellen Westphal bestimmt: "Wegen des Zuckers kommen die nicht. Den gibt's bei Aldi billiger." Im Internet: www.landfrauen-sh.de

 

 

Landfrauen

 

  Seitenanfang

 


 

Sprechstunde im Markttreff

K I E L Carlo Jolly Mit dem Projekt "Markttreff" will die Landesregierung seit 1999 die Versorgung in kleinen Gemeinden sichern. Zurzeit gibt es in Schleswig-Holstein 14 Markttreffs, 17 weitere sind bereits in Planung. Neben dem Lebensmittel-Einkauf können die Einwohner in den Service-Stationen verschiedene Dienstleistungen in Anspruch nehmen, die sonst im Ort fehlen.

 

Acht Verbände und Institutionen, die im ländlichen Raum präsent sind, unterstützen das Projekt. In unserer Serie stellen wir die neuen Mitglieder der Markttreff-Familie vor. Heute: der Schleswig-Holsteinische Heimatbund (SHHB).

Mit dem Heimatbund wächst die "Markttreff"-Familie um landesweit rund 330 Vereine unterschiedlichster Art: Natur- und Umweltschutz, Denkmalschutz und Architektur, Sprachen, Siedlungsentwicklung, Landesgeschichte und Volkskunde sind wichtige Felder, die die mehr als 53000 SHHB-Mitglieder im ganzen Lande beackern. Zudem sind rund 100 Kommunen Mitglied und zahlreiche Landschaftsvereine wie etwa der Nordfriesische Verein oder der Verein Schleswigsche Geest. SHHB-Geschäftsführer Willy Diercks erwartet durch die Einbindung der Vereine an den Markttreff-Standorten einen Schub, der auch den kleinen Einzelhändlern das ökonomische Überleben erleichtern könnte: "Markttreff macht nur Sinn, wenn man die Bevölkerung eines Ortes ganz stark einbindet." Nur so kämen die Kauf-, Dienstleistungs- und Kommunikationszentren zu einer "Einschaltquote", die hoch genug ist, um Händlern das Überleben an Standorten zu sichern, von denen sich andere einst zurückgezogen haben, weil die Kaufkraft der Bürger nicht ausreichte.

Diercks schwebt umgekehrt vor, dass die SHHB-Mitgliedsvereine im Markttreff mit eigenen Sprechstunden präsent sind: "Ich möchte gern, dass am Markttreff ein Schild dransteht: Sprechstunde des SHHB - Montag 17 bis 19 Uhr", nennt der Geschäftsführer ein Beispiel. So profitiere einerseits das Dienstleistungszentrum mit dem Kerngeschäft. Andererseits hätten auch die Vereins die Chance, Mitglieder zu werben und ihre interne wie externe Kommunikation zu verbessern. Angesichts der fortschreitenden Ökonomisierung der Gesellschaft sei es für Heimatvereine wichtig, in der Nähe ökonomisch-sozialer Brennpunkte wie den Markttreffs tätig zu sein. "Die Verbindung zwischen amtlichen und geschäftlichen Funktionen", hofft Diercks, werde die Markttreffs weiter bringen. Und noch etwas stellt sich Diercks vor: "Alle Vereine sollten am oder im Markttreff ihre Schilder haben." Nach dem Vorbild der Technologiezentren und der darin tätigen Firmen kann der Markttreff-Besucher dann sofort sehen, welche Einrichtungen, Vereine und Dienstleister er neben dem Kaufmann ansprechen kann. Im Internet:

www.heimatbund.de

 

Heimatbund

 

Seitenanfang

 

 


 

Der Einkaufspunkt als sozialer Treffpunkt

Gemeindetag unterstützt Markttreff von Anfang an

K I E L Carlo Jolly Mit dem Projekt "Markttreff" versucht das Land Schleswig-Holstein seit 1999, die Grundversorgung in kleinen Gemeinden zu sichern. Zurzeit gibt es in Schleswig-Holstein 14 Markttreffs, 17 weitere sind bereits in Planung. Neben dem Lebensmittel-Einkauf können die Einwohner dort verschiedene Dienstleistungen in Anspruch nehmen, die sonst im Ort fehlen.

 

Acht Verbände und Institutionen, die im ländlichen Raum präsent sind, unterstützen das Projekt. In unserer Serie stellen wir die neuen Mitglieder der Markttreff-Familie vor. Heute zum Abschluss: der Schleswig-Holsteinische Gemeindetag.

Helmer Otto ist ein Sympathisant der ersten Stunde. Der Referent beim Gemeindetag hat die Entwicklung des Marktreff-Konzepts schon begleitet, als sie sich Ende der 90er Jahre noch ländliche Dienstleistungszentren nannten. Der Gemeindetag vertritt alle 1020 ehrenamtlich geführte Gemeinden, dazu 50 mit hauptamtlichen Bürgermeistern. Außerdem sind die 30 Zweckverbände Mitglied sowie die 118 Amtsverwaltungen im Land.

Warum der Gemeindetag sich für die Markttreffs engagiert, liegt für die Interessenvertreter der meist ländlich bis landwirtschaftlich strukturierten Gemeinden auf der Hand: "Die Infrastruktur bricht zunehmend weg. Dazu gehört auch ein Einkaufspunkt als sozialer Punkt", sagt Helmer Otto und mahnt: "Wenn das wegfällt, ist der ländliche Raum nur noch Schlafzimmer ohne eigene Identität." Die ländliche Versorgung werde also dringend benötigt.

Für Otto hat die Erosion der dörflichen Infrastruktur viel früher angefangen als mit dem Rückzug von Sparkassenfilialen und Poststandorten: "Mit der Halbierung der Zahl der Ämter 1970 hat sich die Verwaltung schon aus der Fläche zurückgezogen." Die kleinen Ladenbesitzer hätten dagegen relativ lange durchgehalten, findet er. Ob und wann ein Kaufmann, Bäcker, Schlachter oder auch Gastronom sich aus dem Dorf zurückzieht, ist für ihn meist eine Generationenfrage: "Sobald man einen Nachfolger sucht, wird es schwierig."

Leuchtendes Beispiel der Markttreff-Umsetzung mit Einbindung der Gemeinde ist der Treff in Kirchbarkau südlich von Kiel. Hier sei die Idee vom sozialen Treffpunkt weitestgehend umgesetzt. Dort gebe es einen stark engagierten Bürgerverein und Initiativen von Umlandgemeinden. Nachahmenswert: Einmal pro Woche kommen ältere Bürger aus der Umgebung mit einem Bus zum Einkauf und Klön in den Markttreff Kirchbaukau. Im Internet: www.shgt.de

 

 

Der Schleswig-Holsteinische Gemeindetag

 

Seitenanfang