Heimatbund will in den MarktTreffs präsent sein

M o l f s e e - Der Heimatbund Schleswig-Holstein (SHHB) verfolgt von Beginn an die Entwicklung des Projektes MarktTreff. Heute gibt es bereits in 13 schleswig-holsteinischen Dörfern MarktTreffs, in 15 weiteren werden welche geplant, bis 2006 sollen es landesweit 50 sein. "Wir sehen das Projekt auf einem guten Weg", sagt Dr. Willy Diercks, Geschäftsführer des SHHB, im Interview. "Deshalb überlegen wir, ob wir nicht alle MarktTreffs zu Stützpunkten des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes machen."

Wie beurteilen Sie das Projekt MarktTreff und seine Entwicklung, die Sie jetzt seit mehreren Jahren begleiten?

Dr. Willy Diercks

Der SHHB hat eine starke Wirkung auf den ländlichen Raum. Uns sind die Probleme vom allmählichen Auszehren der Dörfer bekannt. Wir beobachten mit Sorge, dass die Dörfer ihren Zusammenhalt verlieren und dass junge Leute nicht mehr ihre Interessen im Dorf umsetzen können, so dass sie sich außerhalb des Dorfes orientieren.

Wir reagieren darauf und so gibt es natürlich vielfältige Projekte und Angebote, die das zukünftige Zusammenleben auf dem Dorf im Blickfeld haben. Dazu zählt das Modell MarktTreff. Meine generelle Einschätzung des Projektes: Es wird viele Probleme lösen helfen.

Welche Vorteile können MarktTreffs dem SHHB und seinen Mitgliedern bieten?

 

 

Bei mehr als 50.000 Mitgliedern in den verschiedensten Vereinen - wie der SHHB sie hat - ist eine regelmäßige schriftliche Kommunikation zu teuer. Wir brauchen andere Wege der Kommunikation, viele ständige Kommunikationspartner. Leider sind unsere Mitglieder noch längst nicht alle im Internet. Die MarktTreffs wären ein Instrument, das uns in der Kommunikation mit unseren Verbänden nutzen könnte.

An was denken Sie konkret?

Wir sollten die MarktTreffs zu offiziellen Stützpunkten des SHHB machen und entsprechend mit Schildern kennzeichnen. Dies hätte eine zentrale Außenwirkung für den Heimatbund, wir würden auf dem Land auch optisch und nicht nur durch unsere Arbeit präsent sein. Als SHHB bieten wir sehr umfangreiche Informationen auf unseren Webseiten, eine Verlinkung mit dem Internetauftritt der MarktTreffs wäre deshalb sicherlich auch sinnvoll.

Wobei können MarktTreffs noch hilfreich für den SHHB sein?

Für uns als Verband ist die Gemeindeebene die entscheidende. Wir möchten direkter an die Gemeinden herankommen. Dies ist zum Beispiel für unser erfolgreiches Projekt "Topographie Schleswig-Holstein" ungeheuer wichtig.

Deshalb wären das Stützpunktsystem MarktTreff und deren kontinuierliche Präsenz in den Medien für den SHHB reizvolle Schritte, die neue Möglichkeiten für uns und die Menschen in den Dörfern eröffnen.

Wie sollte es mit dem Projekt MarktTreff weitergehen?


Ich habe den Eindruck, dass der ganze Prozess für den ländlichen Raum wegweisend und vernünftig ist. Das erste Konzept der Landesregierung war noch zu behördenlastig - darauf sind die Menschen nicht angesprungen. Jetzt ist ganz andere Fahrt im Projekt. Dazu haben Workshops mit relevanten Kräften im Land und potenziellen Partnern für den MarktTreff beigetragen. Sie haben einen Umbruch zum Positiven für unsere Dörfer in Schleswig-Holstein gebracht. Auf diesem Weg sollten wir gemeinsam weiter gehen.

Weitere Informationen:

Projektmanagement MarktTreff
Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein

Abt. 8: Ländliche Räume und Küstenschutz
Referat 82: Integrierte Ländliche Entwicklung
Düsternbrooker Weg 104
24105 Kiel
Telefon 0431-988-5078, Fax 0431-988-5073

Ansprechpartnerin: Christina Pfeiffer
E-mail Christina.Pfeiffer@im.landsh.de